1860 München: Geschichte eines Traditionsvereins

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Rezension von: AndreasRuedig | Rezensionsdatum:

TSV München von 1860 (Herausgeber): Geschichte eines Traditionsvereins

Das Buch ist im Jahre 1997 München erschienen. Es umfaßt 276 Seiten. Hinter dem Namen „Gotteswinter“ verbirgt sich nicht unbedingt ein klassischer Verlag, sondern vielmehr ein graphischer Betrieb, der wohl auch Bücher herstellt.

Die Inhaltsangabe

Neben den weitaus erfolgreicheren „Bayern München“ ist 1860 München der zweite Fußball-Verein, den viele von uns aus der bayerischen Landeshauptstadt kennen. Auch die `60er können auf eine lange und beständige Fußballvergangenheit zurückblicken, in der es nicht nur Höhen, sondern gelegentlich auch Tiefen gab.

Die Buchbesprechung

Das vorliegende Buch bietet eine Zeitreise durch die deutsche Fußball-Geschichte. In chronologischer Reihenfolge werden die historischen Ereignisse geschildert, vorrangig diejenigen auf dem Platz, Hauptsache, es ist ein Bezug zur Mannschaft gegeben. Reichlich bebildert ist das Buch; Claudius Mayer hat als Autor ganz tief im Vereinsarchiv gesucht, um selbst die 1920er Jahre mit Bildaufnahmen anreichern zu können. Inhaltlich bilden allerdings die Jahre in der Oberliga Süd bzw. den jeweiligen Bundesligen den Schwerpunkt.

Die letzten beiden Seiten sind der Vereinsstatistik vorbehalten. „Nur so wenig? Warum nicht mehr?“ mag der eingefleischte Fan nun fragen. Eigentlich ist das Vorgehen in dieser Form aber auch ganz gut so. Viele andere, vergleichbare Vereinschroniken enthalten umfangreiches Datenmaterial in ihren Statistiken; dieser Teil ist dann aber auch immer der langweiligste Teil des Buches. Der Fan möchte in den Erinnerungen an den guten Tagen schwelgen und die Erfolge noch einmal nachvollziehen.

Die Fans stehen hier im Vordergrund. Sie sind eindeutig die Zielgruppe des Werkes. In ihrem Bücherschrank im heimischen Wohnzimmer soll die papiergewordene Erinnerung stehen. Ein anderes Vorgehen wäre an dieser Stelle auch verwunderlich gewesen. Schließlich wird sich der Herausgeber eines Buches nicht selbst in einem schlechten Licht darstellen.

Ein konkrete Anlaß für das Buch – wie beispielsweise ein runder Geburtstag oder ein großer Erfolg – ist hier nicht ersichtlich. Da die fußballerischen Anfänge des Vereins noch in der Kaiserzeit, so etwa zur Jahrhundertwende liegen, muß man schon genau hingucken, wenn man wirklich etwas aus jenen Tagen wissen möchte.

Wie in solchen Büchern üblich, sind die Beschreibungen ein wenig vordergründig angelegt. Themen wie die wirtschaftliche Situation, die Organisation des Spielbetriebs und der Wandel der Spielkultur vom reinen Amateur- und Freizeitbereich zu einem professionellen Sportunternehmen bleiben also außen vor. Was schon ein wenig bedauerlich ist. Schließlich möchte man auch (oder gerade?) als Anhänger wissen, wo der Verein derzeit steht.

Das Fazit

Das Buch beschreibt einen bayerischen Traditions-Fußballverein. Es ist optisch ansprechend gestaltet und gut geschriben. Der wahre Fan der `60er wird seine Freude daran haben.

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