3096 Tage

Autorenwertung
  • Spannung
    ein Buchein Buchein Buchein Buchkein Buch
  • Anspruch
    ein Buchein Buchein Buchein Buchhalbes Buch
  • Authentizität
    ein Buchein Buchein Buchein Buchein Buch
  • Dramatik
    ein Buchein Buchein Buchein Buchein Buch
  • Emotionen
    ein Buchein Buchein Buchein Buchhalbes Buch
  • Gesamt
    4.5 Sterne4.5 Sterne4.5 Sterne4.5 Sterne4.5 Sterne

3096 Tage

Natascha Kampusch. List 2010, Gebundene Ausgabe, 288 Seiten, € 19,95

Rezension von: Liesa Thurau | Rezensionsdatum:

3096 Tage

Inhalt

Keiner möchte so etwas selbst oder in der Familie erleben, denn nachher ist nichts mehr wie zuvor. Eingesperrt in der Hölle ihres Peinigers. erfährt das, was man keinem Menschen wünscht. Eines Morgens, am 2. März 1998, wird sie auf ihrem Schulweg von einem Mann ins Auto gezerrt und entführt. Sie durchleidet Höllenqualen unter der Angst sterben zu müssen. Stundenlang bleibt sie im Auto gefangen, die Minuten kommen ihr vor wie Tage. Später erwacht sie auf dem Fußboden eines Kellerraumes, sie weiß nicht wo sie ist und es herrscht undurchdringliche Dunkelheit. Es ist kalt und stickig. In diesem winzigen Raum im Keller eines Einfamilienhauses wird das Mädchen über 8 Jahres ihres Lebens verbringen. In der Hand ihres psychisch kranken Peinigers, in der Hand von Wolfgang Priklopil.

Misshandelt, gepeinigt, unterdrückt und gedemütigt

Als Natascha entführt wird, ist ihr noch nicht klar, dass sie den Fängen ihres Peinigers 8 lange Jahre nicht entkommen wird. Mit 10 Jahren nimmt W. Priklopil dem Mädchen ihre Freiheit und zwingt sie in einem Kellerloch zu hausen, was nicht größer als 5 qm2 ist, in dem es kein Fenster, geschweige denn Möbel oder eine Toilette gibt. Sie merkt nicht einmal mehr den Unterschied zwischen Tag und Nacht, es ist immer dunkel. Ihre einzige Bezugsperson in diesen 8 Jahren ist ihr Entführer, der sie unter Kontrolle hat, zu dem sie jedoch nach und nach eine Bindung aufbaut. Er gibt ihr einen anderen Namen, um ihr altes Leben vergessen zu machen. Um sich vor den seelischen und körperlichen Qualen ihres Peinigers zu schützen, baut Natascha Mauern um sich auf, im Versuch alles von sich abprallen zu lassen. Erst im Sommer 2006, nach 8 Jahren Gefangenschaft gelingt ihr, während einer Unaufmerksamkeit Wolfgang Priklopils, die Flucht.

Fazit

3096 Tage ist ein tiefbewegendes, schmerzhaftes Buch, welches eindrucksvoll die schwierige und schier unlösbare Situation Natascha Kampuschs in den Händen ihres Entführers beschreibt. Erst nach ihrer Flucht und psychologischer Betreuung wird ihr wirklich klar, was ihr widerfahren ist. Durch ihr Buch versucht sie die Beziehung, welche sie zu Wolfgang Priklopil aufgebaut hat zu begründen und den Menschen ihre Situation zu beschreiben. Erst jetzt gelingt ihr die Aufarbeitung und Verarbeitung des Erlebten, nun fühlt sie sich stark genug den Menschen mitzuteilen, was ihr widerfahren ist, auch wenn sie mit diesem Buch tiefe und intime Einblicke in ihr vergangenes Leben gibt. Es ist das Buch einer Kämpferin, die im jahrelangen Kampf verzweifelt versucht hat gegen Wolfgang Priklopil anzukommen und der letzten Endes die Flucht gelang.

 

Wie bewerten Sie dieses Produkt?

Ihre Bewertung
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
Loading...

Schreiben Sie einen Kommentar