Agatha Christie: Das Geheimnis der Schnallenschuhe

Autorenwertung
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Rezension von: AndreasRuedig | Rezensionsdatum:

: Das Geheimnis der Schnallenschuhe

Das 208 Seiten lange Buch ist 2011 im Fischer Taschenbuch Verlag erschienen.

Die Inhaltsangabe

Niemand geht gerne zum Zahnarzt. Nicht einmal der belgische Meisterdetektiv Hercule Poirot. Aber wer bringt seinen Zahnarzt deswegen gleich um? Darauf weiß auch Poirot keine Antwort. Der Fall wird immer mysteriöser. Ein Patient des toten Zahnarztes stirbt. Ein anderer Patient verschwindet spurlos. Auf einen dritten Patienten wird ein Attentat verübt.

Die Buchbesprechung

Der vorliegende Kriminalroman ist der 28. Kriminalroman der . Das englischsprachige Original erschien 1940 im Vereinigten Königreich. Der Originaltitel One, two, Buckle my Shoe geht wohl auf einen Abzählreim zurück, der in Großbritannien sehr bekannt sein soll. Auch in anderen Krimis (wie etwa Die Kleptomanin oder Das Geheimnis der Goldmine) spielen solche Zählreime eine besondere Rolle.

Das Buch ist zu Beginn des Zweiten Weltkrieges entstanden. Es ist eines der wenigen politisch angehauchten Bücher der Christie; sonst geschieht dies eigentlich nur in den Romanen um Tommy und Tuppence Beresford. Der zunächst verdächtigte Frank Carter ist ein Mitglieder der britischen Faschisten. Raikes ist Kommunist und Blunt ein Vertreter des konservativen Establishments. Christie bekennt sich in diesem Buch zum Konservatismus, mißt aber auch der Gerechtigkeit und dem Recht des Einzelnen auf Leben eine zentrale Bedeutung bei. Dies wird insbesondere in den Worten von Poirot sehr deutlich. Obwohl Christie die Ideen als politisch verirrt zeichnet, beschreibt sie Raikes doch als menschlich anständig.

Der Grieche Amberiotis ist ein zwielichtiger und unangenehmer Charakter. Auch in dem Roman Der ballspielende Hund äußert sich Christie ähnlich über Griechen.

Das Buch ist sicherlich gut lesbar geschrieben. Woran liegt es, daß das vorliegende Werk nicht zu den bekannteren Büchern der Christie gehört? Es mag daran liegen, daß der Anfang etwas konstruiert wirkt. Welcher Arzt erschießt sich wenige Minuten nach der Behandlung eines Patienten, nur weil er erkennt, daß ihm bei der Behandlung ein Kunstfehler unterlaufen sein könnte? In der täglichen Praxis wird jeder normale Arzt jegliche Verantwortung strickt von sich weisen. Nur Poirot erkennt diesen Zusammenhang.

Auch der Abschluß ist nicht unbedingt überzeugend. Die Lebensgeschichte und damit die Motive des Mörders wirken ebenfalls konstruiert. Liebe, Haß, Eifersucht, Geldsorgen, Streit – dies sind die gängigen Motive für einen Mord. Hier mordet ein Bigamist, der um seine berufliche und soziale Stellung fürchten muß. Hier steht die politische Aussage im Vordergrund; wer die historische Situation in Großbritannien nicht kennt, wird die vielen Anspielungen und versteckten Aussagen nicht verstehen. Ein Menschenleben zählt immer noch mehr als jeglicher politischer Idealismus.

Das Fazit

Es ist schon erstaunlich, wieviele Ansatzpunkte für eine literaturwissenschaftliche Analyse selbst die unbekannteren Bücher der Agatha Christie bieten, nicht wahr?

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