Anke Bernau: Mythos Jungfrau

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Mythos Jungfrau

Ulrike Seith (Übersetzer). Parthas 2007, Broschiert, 199 Seiten, € 9,95

Rezension von: AndreasRuedig | Rezensionsdatum:

: Mythos Jungfrau Die Kulturgeschichte weiblicher Unschuld

Das Buch ist im Jahre 2007 im Berlin erschienen. Es ist 199 Seiten lang.

Die Inhaltsangabe

Jeanne d`Arc iist eine jungfräuliche französische Kriegsheldin, die später als Hexe auf dem Scheiterhaufen landete. Heutzutage legen Jugendliche das feierliche Versprechen ab, bis zur Ehe sexuell enthaltsam zu bleiben. Aber auch die Möglichkeit, das Jungfernhäutchen / Hymen wiederherzustellen, wird durchaus genutzt.

Status und Bedeutung der Jungfräulichkeit haben sich im Laufe der Zeit verändert, genießen aber immer noch eine gewissen Bedeutung. Es geht dabei nicht nur um medizinisch-physiologische Auspekte der „Unberührtheit“, sondern auch um religiöse, juristische und politisch-gesellschaftliche Zusammenhänge.

Über die Autorin

Bernau stammt zwar aus Deutschland, arbeitet aber als Dozentin für Mittelalterliche Literatur an der Universität Manchester.

Die Buchbesprechung

Die menschliche Sexualität gehört für uns zum täglichen Leben. Schließlich möchte jeder von uns mal Mama / Papa bzw. Oma und Opa werden. Doch wenn es um rein körperliche Dinge geht, wird nicht gerne darüber gesprochen, herrscht vielleicht sogar Unsicherheit vor, weil man sich mit anatomischen Fragen des menschlichen Körpers nicht auskennt und daher verlegen ist.

„Wann ist ein Mann ein Mann?“ fragt der Sänger Herbert Grönemeyer in einem seiner Schlager. Zumindest anatomisch läßt sich diese Frage leicht beantworten – der Vollbart ist das sicherste Kennzeichen.

Ob und inwieweit es sachliche und sachbezogene (unter biologischen und medizinischen Gesichtspunkten) Fachlichteratur zur Jungfräulichkeit bei Frauen gibt (kann man die eigentlich auch bei Männern feststellen?), sei einmal dahingestellt. Bei der Lektüre des vorliegenden Buches wird auf die medizinische Seite jedenfalls nicht eingegangen.

Ausgehend vom anglophonen Sprachraum, bevorzugt England und seiner (mittelalterlichen) Literatur wird der Frage nachgegangen, welche Bedeutung Keuschheit und Jungfräulichkeit für Frauen besitzt, hinsichtlich Lebensplanung, Charakter, Reputation, Ansehen (ihr eigenes, aber auch das der Familie), Familie, Familienpanung und vergleichbare Themen. Die Ausführungen sind geschlechtsneutral geschrieben; auch wenn es formal um ein Frauenthema geht, wird hier (verbal) nicht gegen die Männerwelt angegangen. Das Buch ist gut recherchiert und dennoch allgemeinverständlich geschrieben.

Das Farbfoto auf dem vorderen Buchdeckel ist noch das aufreizendste Bild des ganzen Buches. Es ist überhaupt das einzige Foto des Buches. Es sind zwar einige historische Bilder zu sehen; die hier enthaltenen Zeichnungen bieten aber nur eine dezente Annäherung an das Thema. Wie der Titel schon andeutet, geht es hier um Kultur und Kulturgeschichte und nicht um die unsittliche Phantasie der Herren der Schöpfung.

Das Fazit

Was Literatur, aber auch Film und Fernsehen anbelangt, wird Erotik oft mit unsittlichen und unkeuschen Gedanken in Verbindung gebracht. Davon ist hier überhaupt nichts zu spüren. Kulturelle, kulturgeschichtliche und soziale Fragen – und nur sie – stehen hier im Vordergrund.

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