Atherton 02. Die Flüsse des Feuers

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Atherton, 2, Die Flüsse des Feuers

Squire Broel (Illustrator). Franckh Kosmos Verlag 2012, Gebundene Ausgabe, 320 Seiten, € 9,80

Rezension von: Ragan Tanger | Rezensionsdatum:

Patrick  Carman: 02. Die Flüsse des Feuers

Ausgezeichneter Fantasy-Epos für Kids
So einfach kann alles beginnen: Gestern Abend noch den eigenen Kindern Gute-Nacht-Geschichten vorgelesen, heut Mittag schon die blendende Idee, eigene Geschichten zu erfinden, die andere Vätern ihren Kindern vorlesen können. Eine gar nicht allzu ungewöhnliche Begegnung mit der eignen Kreativität – der Startschuss ins Autorenleben, auch für den Amerikaner Patrick Carman, der mit seiner Atherton-Trilogie, nicht nur den eigenen Nachwuchs in den Bann gezogen hat.

Ebenso häufig ist das Phänomen anzutreffen, dass erfolgreiche Autoren weniger ihren Schatz aus der unbedingten Ideologie als aus einem kreativen Urgrund ziehen. Carman war zuvorderst erfolgreicher Unternehmer, Programmierer und Spieleerfinder und hat sich nun mit dem Schreiben ein solch gewinnbringendes Standbein aufgebaut, das er mit seiner Phantasie Teil der Bestsellerlisten der wichtigsten amerikanischen Zeitungen ist.

Atherton ist die dreigeteilte Welt – gewesen, muss man sagen, denn in Band Zwei haben sich die drei Ebenen Highlands, Tabletops und Flatlands zu einer vermischten Welt zusammengefunden; die ganze räumliche Struktur hat sich nach den Ereignissen zu Ende des ersten Bandes verändert. Mittlerweile sinkt das Zentrum ab und das Innere dieser Welt dringt nach außen. Der Held Edgar, seine wichtigsten Freunde Samuel und Isabel sowie weitere positive Helfercharaktere machen sich nun auf, um dem Zentrum die Stirn zu bieten, um die Welt zu retten.

Neben diesem übergreifenden Ziel gibt es die vielen kleinen Aufgaben, die dem Buch so viel Spannung schenken. Edgars ganz persönliche Familiensituation, die nach wie vor ungeklärt und mysteriös ist, der Kampf gegen die nach dem Zusammenbruch der Flatlands überall als Gefahr lauernden Cleaner (Vernichter) und die sich auf alles stürzen, was nicht bei Drei auf den Bäumen ist sowie das Rätsel um den Erfinder der Atherton-Welt, den verrückten Wissenschaftler Dr. Harding.

Hinter all diesen Problemen und dem Aufbau der Geschichte steht die typische Grundidee einer Dystopie. Eine Menschenerde, die so, wie sie behandelt wurde, nicht mehr funktionieren kann, degeneriert, so dass neue Welten, wie Atherton, erschaffen werden, um dort die Sozialstrukturen in pervertierter Form zu wiederholen.

Der zweite Teil von Carmans Trilogie ist spannander als der erste, nach wie vor sehr lesenswert und äußerst ansprechend auch für Erwachsene (vielleicht liegt es daran, dass romantische Liebesabenteuer hier nicht im Mittelpunkt stehen). Da das Buch in erster Linie Kinder zwischen 9 und 13 Jahren anspricht, wird mit Verlust und Zerstörung sehr moderat umgegangen, keine grausigen Detailbeschreibungen von Kämpfen, dafür aber eine verantwortungsvolle Sicht auf den Tod, der im Kampf des Lebens (in diesem Fall dieser Welt) ein normaler Teil ist.

Fazit:
Eine packende und souveräne Fortsetzung eines der besseren Jugendbücher. Tolle Sprache, Superlayout, einfache, aber sehr nahestehende Charakterbilder, Abenteuerlust, Naturverbundenheit und Gesellschaftskritik: schön verpackt und reich beschrieben. Prädikat: empfehlenswerte Unterhaltung inklusive Inspiration.

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