Atlas für Himmelsbeobachter

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Atlas für Himmelsbeobachter

Erich Karkoschka. Franckh Kosmos Verlag 2013, Spiralbindung, 160 Seiten, € 19,99

Rezension von: Ragan Tanger | Rezensionsdatum:

Erich Karkoschka: Atlas für Himmelsbeobachter: Mit 250 Objekten auf 50 Sternkarten des ganzen Himmels

So kommt man dem Himmel nah

Der in Stuttgart geborene Astrowissenschaftler Erich Karkoschka hat 1986 den Uranusmond Perdita entdeckt, was ihm einen Platz in den Annalen der einbringt. Da er in diesen Annalen bei den unzähligen Entdeckungen, die es in hiesigen und fernen Sonnensystemen zu machen gibt, nur ein winziges Pünktchen ist und wie ein kleiner Stern am Himmel strahlt, sollte man sich bei diesem Namen doch eher an seine Verdienste in der Populärliteratur erinnern. Der Karkoschka stellt nämlich unter den Atlanten für Sternenfreunde eine verlässliche Größe dar ; bildlich gesprochen ist das viel mehr als ein Uranusmond, es geht Richtung Sonne.

Die Jubiläumsausgabe zum 25jährigen Ersterscheinen ist in praktischer Ringbindung im wohl besten Verlag in Deutschland erscheinen, der naturwissenschaftliche Phänomene anwendungsgerecht an seine Leser bringen kann und der ganz nebenbei auch noch den passenden Namen dafür trägt: der Kosmos Verlag aus Stuttgart. Hauptteil dieses Werkes sind natürlich die Sternkarten, die sich in geographische (Nordhimmel, Südhimmel, Äquator/Ekliptik) und zeitliche Dimensionen (Jahreszeiten) unterteilen lassen. Dort finden sich dann nicht nur alle sichtbaren Sterne, sondern vor allen Dingen 250 Nebel, die faszinierende Reisen in die Tiefen des Alls ermöglichen.

Anhand der Protagonisten – der Nebel, die offene Sternenhaufen, Galaxien oder Sternengaswolken sein können – lässt sich erkennen, dass der Karkoschka in erster Linie für Sternenfreunde 2.0 geeignet ist. Denn obwohl so mancher Nebel auch mit bloßem Auge sichtbar ist (als schwacher, milchiger Fleck), sind die Feinheiten der Nebel sowie die Veränderbarkeit und Abstände der Doppelsterne, die ebenfalls in den Karten verzeichnet sind, doch in erster Linie lohnenswerte Entdeckungen für diejenigen, die ein Teleskop, zumindest aber ein gutes Fernglas besitzen.

Das Tolle an den Karten ist die – hat man sich erst einmal ein wenig eingearbeitet – komplexe und dennoch anwendungsfreundliche Übersicht. So werden neben der tatsächlichen Ansicht der Sternbilder und ihrer besonderen Punkte die einzelnen Sterne, Nebel und Doppelsterne in einer sehr gelungen Legende erklärt. Helligkeit, Entfernung, Position im Himmelskoordinatensystem, vor allen Dingen aber ein Icon, das anzeigt, welche Vergrößerungsoptionen (Opernglas, Fernglas, Teleskop) notwendig sind, um weitere Entdeckungen machen zu können. Hinzu kommt speziell für die Nebel, die alle 110 Messier-Objekte plus 140 ähnliche große beinhalten, kleine Kommentare zur Nutzung und zu dem, was erkannt werden kann.

Darüber hinaus gibt es am Ende der Karten noch die 250 fotografischen Aufnahmen jener Nebel, quasi als Referenz und Bestätigung für die mit Hilfe dieses Buches zu erwartenden eigenen Entdeckungen. Eine umfassende, bisweilen vielleicht etwas trocken geschriebene Einführung, ein wertvolles Kompendium zum Ende des Buches (mit Kalendarien, Sternwerten, Messgrößen etc.) und die wichtigsten Angaben zum schnellen Überblick auf den Umschlagseiten runden den Klassiker ab.

Fazit:

Nicht ohne meinen Karkoschka, lautete das Motto für alle, die ausziehen (oder es sich in ihrer Dachwohnung bequem gemacht hat), um die Weiten des Alls zu erforschen und sich von der Größe der Unendlichkeit verzaubern zu lassen. Wer dies mit akademischem Interesse, mit einem Hang zur Taxonomie und zur rationalen Welterklärung tun möchte, der ist mit dieser Hilfe bestens bedient. Nur eines ist ganz klar: die Karten selbst in diesem Buch sind sehr, sehr hilfreich und nützlich, aber sie bilden nur Farbe auf Papier ab. Den Blick zu  Himmel müssen Sie schon selber ausrichten.

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