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Die Ärzte. Hot Action Records (Die Ärzte) (Universal) 2012, Audio CD, € 9,00

Rezension von: michaelkrause2 | Rezensionsdatum:

„Auch“ von „Die Ärzte“

Die Band:

Die aus Berlin stammende Punkrockband hat sich seit ihrer Gründung 1982 zu einer der erfolgreichsten deutschen Bands entwickelt. Seit ihrer Neugründung im Jahr 1993 sind sie in der gleichen Besetzung unterwegs, die aus (Gesang, Gitarre), (Gesang, Schlagzeug) und Rodrigo Gonzáles (Gesang, Bass) besteht.

 Mit ihren Alben erklimmen sie regelmäßig die Spitze der Charts. Auch ihre Tourneen sind weit im Voraus ausverkauft. So auch bei der aktuellen Tour. Die Ankündigung, dass die Band auf unabsehbare Zeit pausieren würde, hat den Ticketverkauf für die aktuelle Tour kräftig angeheizt.

Das Album:

Fünf Jahre haben sich Farin, Bela und Rod Zeit gelassen, um einen Nachfolger ihres letzten Albums „Jazz ist anders“ einzuspielen. Fünf Jahre, in denen vor allem Farin und Bela ihre Soloprojekte vorangetrieben haben.

Jetzt waren die drei Punkmediziner wieder gemeinsam im Studio und arbeiteten erstmals mit Mirko Schaffer, Oliver Zülch und Philip Hoppen anstelle ihres langjährigen Produzenten Udo Hoffmann zusammen.

Herausgekommen sind 16 Songs, die sich die drei Ärzte relativ gleichmäßig verteilen und die einmal mehr unter Beweis stellen, dass sie inzwischen ein recht breites musikalisches Spektrum anbieten.

Los geht´s mit „Ist das noch Punkrock?“ von Farin Urlaub. Ein Opener, der die zuletzt eher schwachen Eröffnungen etwas vergessen macht. Thematisch greifen die Ärzte ein Thema auf, dass sie schon mehrfach beackert haben.

Im Anschluss hat Bela seinen ersten Auftritt. „Bettmagnet“ ist einer von fünf Songs aus seiner Feder, von denen lediglich die erste Single „zeiDverschwÄndung“ und „Miststück“ wirklich überzeugen können. Seine weiteren Titel („Das darfst du“ und „Freundschaft ist Kunst“) zählen eher zu den schwächeren Titel des Albums.

Als große Überraschung entpuppen sich die Stücke von Rodrigo Gonzáles. Musikalisch oft besser als seine Kumpanen kann Rod diesmal auch stimmlich überzeugen. Vor allem „Sohn der Leere“ und „Die Hard“ machen viele Punkte.

Trotzdem sind es wieder einmal Farins Songs, die am meisten überzeugen. Er schafft es einfach am besten, die ironische Verspieltheit, die die Ärzte immer ausgezeichnet hat, musikalisch und textlich umzusetzen.

Nach dem Opener ist „TCR“ der nächste Song, in dem er verschiedene Musikrichtungen gekonnt vermischt. Das „M&F“ als zweite Single ausgekoppelt wurde, ist nicht wirklich verwunderlich. Musikalisch spielen die Ärzte hier mit dem Diskosound der 1970er.

Textlich greift Farin das alte Thema Männer und Frauen auf und setzt es gekonnt um. Ein Song, der förmlich nach einer Chartplatzierung schreit, dem jedoch das gleiche Schicksal wie „Männer sind Schweine“ ereilen könnte, der heute als ungeliebtes Kind der Band angesehen wird und komplett aus dem Liverepertoire gestrichen wurde.

Auch „Waldspaziergang mit Folgen“ und „Fiasko“ sind tolle Nummern, die typisch für Farin sind. Mit „Cpt. Metal“ hat er dann noch eine Nummer im Gepäck, die durchaus das Zeug zu einer neuen Ärzte-Hymne hat.

Textlich greift Farin das Thema von „Unrockbar“ auf und stellt einen Superhelden vor, der unerschrocken den Kampf gegen Rihanna oder Britney Spears aufnimmt. Für mich ist der Songs das Highlight des Albums. In diese Kategorie fällt auch der Song „Tamagotchi“, der eine Gemeinschaftsarbeit alle drei Ärzte ist und der von Rod hervorragend gesungen wird.

Trackliste:

01 – Ist das noch Punkrock?

02 – Bettmagnet

03 – Sohn der Leere

04 – TCR

05 – Das darfst du

06 – Tamagotchi

07 – M&F

08 – Freundschaft ist Kunst

09 – Angekumpelt

10 – Waldspaziergang mit Folgen

11 – Fiasko

12 – Miststück

13 – Das finde ich gut

14 – Cpt. Metal

15 – Die Hard

16 – zeiDverschwÄndung

Fazit:

Die Vorfreude auf „auch“ war bei den Fans riesengroß. Auch wenn die Ärzte nicht mehr den reinen Spaßpunk ihrer Anfangsjahre zelebrieren ist ihnen mit “auch“ ein wirklich gutes Album gelungen, dass deutlich besser als sein Vorgänger „Jazz ist anders“ ist.

Die Ärzte sind immer noch eine Punkband, wobei diese Musikrichtungen eher als eine Art Korsett angesehen werden kann, an dem die Musiker andere Stilrichtungen aufhängen: Disko, Ska und Metal finden sich hier und liefern eine runde Mischung.

Das Gute an „auch“ ist, dass sich komplette Ausfälle nicht unter den 16 Songs befinden. Alle drei Ärzte tragen ihren Anteil bei, wobei Farins Titel „Ist das noch Punkrock?“ und „TCR“ neben dem Gemeinschaftssong „Tamagotchi“ zu den Highlights des Albums zählen.

Die im Opener aufgeworfene Frage kann man somit mit Ja beantworten, auch wenn die drei musizierenden Mediziner sich erlaubt haben, ihre musikalische Bandbreite zu erweitern.

Und wenn beim Nachbarn wieder mal Celine Dion durch das Haus schallt, dann hilft nur noch Track 14 des Albums bei voller Lautstärke, um klar zu machen, dass jetzt Cpt.Metal den Fall übernimmt.

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