Auf der anderen Seite des Meeres

Autorenwertung
  • Emotionen
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  • Charaktere
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  • Story
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  • Dramatik
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  • Realismus
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  • Gesamt
    3.5 Sterne3.5 Sterne3.5 Sterne3.5 Sterne3.5 Sterne
Rezension von: Ratte | Rezensionsdatum:

: Auf der anderen Seite des Meeres

Siobhan Dowd, eine irische Autorin von Jugendbüchern, hat hierzulande schon eine richtige Fangemeinde. „Auf der anderen Seite des Meeres“ ist ihr viertes Buch in Deutsch. Es wird leider auch ihr letztes sein, Siobhan Dowd starb 2007, gerade 47jährig, an Krebs. Ihre wunderbaren Bücher, ihre Fähigkeit, sich in die Seele von benachteiligten, gequälten und verstörten Jugendlichen einzufühlen, werden wir vermissen.

Inhalt

Holly ist total verunsichert, nichts ist einfach für sie. Sie kommt in eine neue Pflegefamilie, eine nette Familie, bemüht und freundlich, aber eigentlich verstehen die sie nicht, eigentlich verstehen die überhaupt nichts. Auch auf eine neue Schule muss Holly gehen, und ihr langjähriger Betreuer, in den sie sich ein wenig verliebt hatte, da er so anders war als alle anderen, verlässt die Gruppe im betreuten Wohnen und nimmt eine neue Stellung an. Laut einer eisernen Regel gibt es dann keinen Kontakt mehr zwischen Pflegling und Betreuer, Miko verlässt ihr Leben ohne eine Spur zu hinterlassen. Auch ihre Freunde im Wohnheim sieht sie nicht mehr oft, schließlich wohnt sie ja jetzt in einer Familie, weit weg.

Beim Herumstöbern im neuen Heim findet Holly eine Perücke, aschblond. Mit dieser Perücke sieht die 15jährige älter aus, erwachsener, Holly wird Solace, eine mutige junge Frau mit einem Ziel. Solace lässt sich nicht alles sagen, Solace ergreift selbst die Initiative: Sie wird nach Irland gehen, dort wartet sicher ihre Mutter auf sie, auf der anderen Seite des Meeres ist das Gras grüner und alles wird wieder gut. Ihre Mutter konnte sie damals nicht mitnehmen bei ihrer Flucht, aber sicher wartet sie auf ihr Kind und Holly wird sie finden.

Mit der Perücke und neuem Mut, aber nahezu ohne Geld macht sich Holly/Solace auf den Weg von London nach Fishguard Hafen auf, um nach Irland überzusetzen. Die Reise öffnet Holly die Augen, die verdrängten Erinnerungen kommen zurück und ganz zum Schluss, auf der Fähre nach Irland, wird Holly deutlich, dass ihre Mutter sie nicht einfach zurücklassen musste, sie erinnert sich, was damals geschah, als sie fünf war und ihre Mutter sie einfach sich selbst überließ. Niemand wird in Irland auf sie warten. Diese Erkenntnis trifft Holly wie ein Schlag. Als sie von der Fähre ins Meer springen will, treibt der Wind die Perücke davon. Solace ist wieder Holly – und Holly will eigentlich leben, auch wenn das nicht einfach ist.

Auf der Reise hat Holly/Solace Hilfe bekommen, freundliche und weniger freundliche Menschen kennen gelernt, viel nachdenken können und Erfahrungen gemacht. Die Holly, die zurückkommt nach Tooting Bec ist eine andere Holly, als die, die aufbrach. Die neue Holly hat eine Chance.

Fazit

Ein wunderbares Buch, eines, dass die Lebenswirklichkeit Jugendlicher begreifbarer macht. Vielleicht sollte dieses Buch zur Pflichtlektüre werden für alle, die in der Jugendhilfe arbeiten. Herzergreifend.

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