Auf eigene Gefahr

Autorenwertung
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  • Gesamt
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Auf eigene Gefahr

Günter Frauenlob (Übersetzer). Knaur TB 2010, Taschenbuch, 384 Seiten, € 54,95

Rezension von: istillreadbooks | Rezensionsdatum:

Auf eigene Gefahr von

Inhalt
Als die 14-jährige Maja in einem Wald ermordet und grausam zugerichtet aufgefunden wird, ist nicht nur die Öffentlichkeit schnell von der Schuld des vermeintlichen Mörders überzeugt, sondern auch Rechtsanwalt Mikael Brenne zweifelt nicht an der Schuld seines Mandanten, dem vermeintlichen Kinderschänder Alvin Mo. Doch Mikael Brenne ist sich der Tatsache bewusst, dass auch er letzten Endes nur ein Rädchen im Getriebe des norwegischen Rechtssystems ist, und so gelingt es ihm schließlich, einen Freispruch für Alvin Mo zu erwirken.

Nachdem der Prozess abgeschlossen ist, gesteht Alvin Mo dem Vater des ermordeten Mädchens noch im Gerichtsgebäude, dass er das Mädchen tatsächlich umgebracht hat. Doch das Geständnis von Alvin Mo allein genügt noch nicht, um das Verfahren neu aufzurollen. Mikael Brenne wirft daraufhin seine Prinzipien über Bord und beginnt, auf eigene Faust Ermittlungen anzustellen, um der Ungerechtigkeit ein Ende zu bereiten. Dabei setzt er mehr als einmal nicht nur sein Leben sondern auch seine ganze Karriere aufs Spiel…

Ein fesselnder Kriminalroman, der auf ganzer Linie überzeugen kann
„Auf eigene Gefahr“ ist in gewisser Weise ein typischer Justizroman, doch dem Autoren Chris Tvedt, der lange Zeit selbst als Rechtsanwalt seinen Lebensunterhalt bestritten hat, gelingt es, einer vermeintlich klassischen Geschichte neues Leben einzuhauchen, was nicht zuletzt auch an der überzeugenden und authentischen Zeichnung der Charaktere liegt. Der Klappentext von „Auf eigene Gefahr“ deutet zwar auf einen Plot hin, der von Anfang an klar erscheint, doch schon nach der Lektüre des ersten Kapitels wird dem Leser deutlich, dass in diesem Kriminalroman nichts wirklich auf den ersten Blick klar ist.

Alvin Mo wird von Anfang an als Täter dargestellt und auch als solcher eingeführt, doch aufgrund der geschickten Erzählweise stellt sich der Leser bis zum Schluss immer wieder die Frage, ob es sich bei dem Mord an dem Mädchen Maja wirklich „nur“ um die schreckenerregende Tat eines skrupellosen Triebtäters handelt. Und wurde Alvin Mo wirklich vom Vater von Maja aus Rache umgebracht? Alle Indizien deuten zwar auf einen Racheakt hin, doch bei den Gesprächen mit Majas Vater kommen Mikael Brenne immer wieder nicht nur Zweifel an der Schuld seines neuen Mandanten (denn Brenne hat in der Zwischenzeit etwas widerstrebend die Verteidigung von Majas Vater übernommen), sondern er zweifelt auch an der generellen Schuldfähigkeit seines Mandanten.

Ist ein Mann, dem durch den Mord an seiner einzigen Tochter alles genommen wird, noch Herr der Lage und Herrscher über seine Sinne? Und wer ist die mysteriöse Frau Nina, deren Name im Zuge von Brennes Ermittlungen immer wieder auftaucht? Brenne gibt sich nach der traumatischen Erfahrung beim Prozess von Alvin Mo nicht mehr mit einfachen Erklärungen zufrieden. Er stößt letzten Endes auf eine Verstrickung von Verzweiflung, Schuld und Ohnmacht und erkennt, dass die im politischen System Europas tief verankerte Justiz oftmals nicht für wirkliche Gerechtigkeit sorgen kann.

Fazit
„Auf eigene Gefahr“ ist ein Kriminalroman, dem man mehr Leser wünschen würde. Chris Tvedt versteht es, die Spannung von der ersten bis zur letzten Seite nicht abflachen zu lassen und er verfällt im Verlauf der Handlung niemals in typische „Krimiklischees“. Kurzum: Ein fabelhafter, bedingungslos zu empfehlender Kriminalroman! Es bleibt zu hoffen, dass Chris Tvedt die europäischen Krimiliebhaber in Zukunft noch mit weiteren spannenden Skandinavien-Krimis erfreuen wird.

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