Aufzeichnungen aus dem Kellerloch

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Rezension von: Fabian Saurer | Rezensionsdatum:

Aufzeichnungen aus dem Kellerloch von
Dieser kurze Roman von Fjodor Dostojewski wird von vielen als der weltweit erste existenzialistische Roman überhaupt angesehen. Der Roman ist in zwei grobe Teile gegliedert. Der erste Teil ist eher essayistisch, der zweite Teil ist in einer Art Roman Form geschrieben. Erzählt wird in der Ich-Form, der Name des Hauptdarstellers wird nicht erwähnt. Dostojewsky schrieb dieses Buch im Winter 1863/64 in Moskau, als es ihm in zweifacher hinsicht ziemlich mies ging. Erstens litt er unter dauernen epileptischen Anfällen, und zweitens war er finanziel bankrott, da er viel Geld beim Spielen verloren hatte und sich verschuldete.

Der Protagonist lebt im Untergrund (auf Englisch heisst das Buch auch « Notes from the underground ») und hadert mit seinem Schicksal. Er ist ungefähr 40 Jahre alt, viel mehr ist nicht über ihn bekannt. Man vernimmt ausserdem, dass er alleine in einem Kellerloch wohnt irgendwo am Rande St. Petersburgs, und dass er sein Leben mit Hilfe einer bescheidenen Erbschaft finanziert.

Im ersten Teil schreibt dieser Mensch seine Gedanken betreffend Gesellschaft und Mitmenschen nieder, in einem Monolog, wobei er ab und an innehält und mögliche Fragen einer möglichen Audienz im Vornerein zu beantworten versucht.

Misserfolg und Selbsthass
Im zweiten Teil des Buches erzählt er Geschichten aus seinem Leben, meistens lange zurückliegend, welche von seinem persönlichen Scheitern oder dem Erfolg seiner ehemaligen Freunde handelt. Dabei erzählt er von einem Treffen, bei dem er mit seinen Freunden zusammenkommt, und während er auf beruflicher Ebene gescheiter ist und nichts aus ihm geworden ist, brachten es seine Freunde zu Ansehen, Geld und Macht, und behandeln ihn aus dem Grund herablassend.

Gedemütigt schiebt er sich die Schuld dafür selbst in die Schuhe und versucht sogar, sich nach dieser Demütigung selbst noch weiter zu erniedrigen.

Fazit
Das Buch ist nicht zu lesen wie ein gewöhnlicher Roman, und empfehlenswert wohl nur für eingefleischte Dostojewski Fans.Denn besonders der erste Teil folgt nicht einem bestimmten Ablauf, es ist mehr die Art einer Aufzeichnung in ein Tagebuch, obwohl der Schreiber sich oftmals an eine nicht vorhandene Audienz wendet. Der zweite Teil ist einfacher gegliedert und weniger Kopflastig. Während im ersten Teil so gut wie nichts passiert, sondern nur Gedanken und Einfälle des Protagonisten erzählt werden, passiert im zweiten Teil schon mehr.

Man kann fühlen, wie bedrückt sich der Ich-Erzähler in seine Kellerloch fühlen muss und was für Probleme er mit sich herumträgt. Ein unglaublich dunkles Buch, das einmal mehr beweist, wie gut sich Dostojewski mit der menschlichen Psyche ausgekannt hatte.

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