Babuljas Glück

Autorenwertung
  • Humor
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  • Lesbarkeit
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  • Cover
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  • Gefühle
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  • Unterhaltung
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  • Gesamt
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Babuljas Glück

Dorothea Razumovsky. Weissbooks 2011, Gebundene Ausgabe, 154 Seiten, € 2,80

Rezension von: Ratte | Rezensionsdatum:

: Babuljas Glück

Babuljas Glück ist gewissermaßen der zweite Teil nach „Letzte Liebe“, der seltsamen Liebesgeschichte der verwitweten alten Dame im Altersheim und dem jungen russischen Migranten, der so unglücklich ist fern von Sibirien. Hier geht es weiter- genauso leichthändig, schwebend und voller Charme und Humor wie der erste Teil, man kann aber beide Teile auch unabhängig voneinander lesen.

Inhalt

Wowa, der 16jährige Russlanddeutsche, der die alte Dame so oft besucht und sich um Cora, die Hündin, gekümmert hatte, ist und bleibt verschwunden. Verabschiedet hat er sich nicht und Maria, die Professorenwitwe ohne Kinder, entdeckt in sich ein ungewohntes Verantwortungsgefühl. Die neue Unabhängigkeit nach dem Tod ihres Mannes und das Wissen, dass niemand sie braucht oder vermisst – ihre Stieftochter hatte sie ja ins Altersheim abgeschoben, um an ihr Haus zu kommen, geben ihr den Mut, ebenfalls zu verschwinden. Flugs sitzt sie im Flugzeug nach Slawgorod, Sibirien. Die Reise überfordert fast ihre Kräfte, aber die Hilfsbereitschaft und Herzlichkeit, der sie begegnet, entschädigt sie für vieles. Nicht immer ist sich Maria sicher, ob diese Freundlichkeit wirklich so selbstlos ist, aber vieles muss Maria hier auch erst lernen. So z.B., dass Wowas Geschichten von den roten Kühen stimmten, dass Gemeinschaftseigentum an einer Sache dieser keineswegs immer förderlich ist, dass auch alte Frauen noch eifersüchtig werden können auf junge Mädchen, dass Tauschgeschäfte normaler sein können als etwas zu bezahlen und dass mit der Staatsmacht nicht zu spaßen ist. Maria findet Wowa, der ihre Hilfe auch dringend braucht. Heim zu seiner geliebten Großmutter hatte er gewollt, doch die ist zwischenzeitlich verstorben, ihr Haus verschlossen. Die freundliche Nachbarin sucht in Großmutters Haus etwas, Maria backt seltsam wirkende Kekse mit einem erstaunlichen Gewürz, übersetzt Kochrezepte und versucht für Wowa eine Zukunft zu finden. Das alles braucht Zeit, die alte Dame überschreitet ihre Aufenthaltsdauer und wird letztendlich ausgewiesen. Eigentlich wollte sie noch so viel tun, aber ihre Freunde, neue und alte, werden schon klarkommen mit ihrem Leben. Maria muss das auch. Ihr ungeliebtes Altersheim, aber auch eine Überraschung warten auf sie.

Fazit

Mit so leichter Hand, schwebend, mit sanftem unterschwelligen Humor entfaltet sich der zweite Teil der Geschichte. Ein reines Lesevergnügen, auch wenn einiges recht unglaubwürdig erscheint: Die Geschichte mit den Haschischkeksen etwa und das mit dem veröffentlichten Tagebuchdateien. Trotzdem liebt man die alte Dame, eine Heldin mit schmerzenden Knien und einigem Eigensinn, die beweist, dass es ein „zu spät“ nicht gibt, so, wie es der Klappentext sagt. Die distingierte Dame, gebildet, mit Ersparnissen, erfüllt sich spät, aber eben nicht zu spät, den Traum, Babulja, Großmutter, zu werden, und das ausgerechnet im sibirischen Halbstadt!

Ein herzerwärmendes, aber leider nur sehr kurzes Lesevergnügen, es sind nur 155 Seiten, in wunderbarer Ausstattung;  Der -Verlag macht einfach schöne Bücher.

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