Barbara Welzel: St. Petri Dortmund

Rezension von: AndreasRuedig | Rezensionsdatum:

Barbara Welzel / Thomas Lentes / Heike Schlie (Hrsg.): Das „Goldene Wunder“ in der Dortmunder Petrikirche Bildgebraucht und Bildproduktion im Mittelalter

Das Buch ist im Jahre 2003 im Verlag für Regionalgeschichte aus Bielefeld erschienen. Es ist 261 Seiten dick.

Die Inhaltsangabe

St. Petri ist eine Kirche, die ihr monumentales Altarwerk im Jahre 1521 in der belgischen Handels- und Kunstmetropole Antwerpen bestellte. Der Altar gehörte wohl ursprünglich zur Ausstattung des Dortmunder Franziskanerklosters. Er gelangte erst im 19. Jahrhundert in die Pfarrkirche St. Petri, die heute in der Innenstadt von Dortmund liegt. Nach den Worten der Inhaltsangabe gehört das Rentabel „zu den größten und am besten erhaltenen Antwerpener Exportaltären“. Es präsentiert dem Betrachter eine übergroße Zahl an einzelnen biblischen Szenen und Bildthemen. Woher der Klappalter seinen Namen „Goldenes Wunder“ hat, wird beim Betrachten schnell klar, nämlich von seiner als prächtig beschriebenen und vergoldeten Hauptansicht.

Thomas Schilp, Godehard Hoffmann, Elisabeth Tillmann und Nils Büttner sind einige der Autoren, die Beiträge zu diesem Buch beisteuern.

Ein Wort zum Verlag

Der Verlag ist in der westfälischen Metropole Bielefeld ansässig. Seine Bücher gelten als wissenschaftlich fundierte, verständlich geschriebene und gut ausgestattete Literatur. Regionalgeschichte beschränkt sich nach den Worten des Verlages „nicht auf bestimmte Regionen, sondern untersucht die Entwicklung von Gesellschaften in ihren räumlichen, sozialen und kulturellen Zusammenhängen“.

Die Buchbesprechung

Das Buch wird dem Anspruch, den man an ihn hegen kann, auch gerecht. Zeichnungen, Schwarzweiß- und teilweise seitengroße Farbfotographien illustrieren die Ausführungen. Produktion und Rezeption, liturgische Einbindung und Bedeutung des Altarwerkes für die Stadtgesellschaft – dies sind die Themen, mit denen sich der Textbereich beschäftigt.

Inhaltlich bewegen sich die Ausführungen schon auf einem hohen Niveau. Die vielen Anmerkungen nach jedem Kapitel zeigen, daß sich die jeweiligen Autoren schon um Genauigkeit und Gründlichkeit bemühen. Die Texte sind so umfangreich und detailliert wie möglich, ohne sich in Weitschweifigkeit zu verlieren. Gleichzeitig sind sie doch auch leicht und gut verständlich geschrieben, ohne in die Populärwissenschaften abzugleiten, so daß ihnen auch der interessierte Laie folgen kann.

Vordergründig geht es hier um ein lokales Thema aus Dortmund. Beim Lesen wird aber schnell klar, daß es nicht bei der Regionalgeschichte bleibt. Der Altar wird auch unter kunstgeschichtlichen, allgemein geschichtlichen und (katholisch) kirchlich-religiösen Gesichtspunkten betrachtet. Von daher kann auch jemand, der die Dortmunder Petrikirche nicht aus eigener Anschauung kennt, seinen Nutzen von dem vorliegenden Werk haben.

Das Fazit

Das Buch ist durchaus gelungen. Wer sich für religiöse und / oder kunstgeschichtliche Themen (nicht nur mit Dortmunder Bezug) interessiert, hält hier auf jeden Fall ein lesenswertes Buch in den Händen.

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