Berlin Calling

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Rezension von: istillreadbooks | Rezensionsdatum:

Berlin Calling

Inhalt
Der Berliner DJ und Produzent Martin, in der Electro-Szene als DJ Ickarus bekannt, tourt mit seiner Managerin und gleichzeitigen Freundin Mathilde durch die Clubs dieser Welt. Er steht kurz vor der Veröffentlichung seines neuen und wohl bisher vielversprechendsten Albums, als sein Leben eine tragische Wendung nimmt und das Leben, was er bisher geführt hat, droht in sich zusammenzubrechen. Durch seinen massiven Drogenkonsum erleidet Ickarus kurz vor dem Releasetermin des neuen Albums eine drogeninduzierte Psychose und wird in eine Berliner Nervenklinik eingeliefert.

Die Ärztin Dr. Paul rät Ickarus zu einer Erholungspause, dieser will davon jedoch nichts wissen – das einzige, was für ihn von Bedeutung ist, ist das pünktliche Erscheinen seines neuen Albums und die darauffolgende Promotion-Tour. Seinen durch Drogenkonsum verursachten Absturz versucht er deshalb als einmaligen Fehler und Fauxpas herunterzuspielen.

Ein rasanter Trip in die Techno-Szene der 90er Jahre und ein überzeugendes Beispiel für die Kraft der (elektronischen) Musik
gelingt in seinem vierten Spielfilm das Kunststück, Clubszenen derart authentisch darzustellen, dass der Zuschauer das Gefühl bekommt, selbst Beobachter eines völlig realen Geschehens zu sein. Stöhr gelingt es, selbst in tragische Momente noch einen Hauch von Komik hineinzutragen, ohne dabei den teils durchaus ernsten Hintergrund der Handlung abzumildern oder zu verwässern. Die Inspiration für sein Werk über die Techno- und Electro-Szene der 90er Jahre fand Stöhr eigenen Angaben zufolge in der Lebensgeschichte von DJs, die mit Plattenkoffern die Clubs dieser Welt bereisen und Menschen zum Tanzen bringen.

Sein erklärtes Ziel hierbei war es, die mitunter harte Lebenswirklichkeit dieser Menschen in den Fokus des Zuschauers zu rücken. Der Hauptprotagonist in Berlin Calling, DJ Ickarus, ist kein Superstar, der nur noch auflegt, weil es ihm Spaß macht. Im Gegenteil, Ickarus ist in vielerlei Hinsicht auf seine Musik angewiesen – sowohl psychisch, als auch materiell. Deutlich wird dies etwa während seines Klinikaufenthaltes – die von der Ärztin verordneten Psychopharmaka sorgen lediglich dafür, dass Ickarus seinen Antrieb verliert und zunehmend aggressiv auf seine Umwelt reagiert, während ihm seine Musik eine neue Lebensperspektive eröffnet. Die Protagonisten in Berlin Calling agieren „durch die Bank weg“ authentisch, die Bandbreite ihrer verschiedenen Gefühle mag an verschiedenen Stellen nicht immer einfach nachzuvollziehen sein, glaubwürdig sind die Emotionen dabei jedoch immer.

Fazit
Der Hauptdarsteller des Films, der auch im „wahren Leben“ als Electro-DJ bekannte , liefert mit seiner ersten Spielfilmrolle ein beeindruckendes und absolut überzeugendes Schauspieldebüt ab. Nicht zuletzt dank seiner überragenden Darstellung gelingt es dem Film, die überragenden Momente der Clubnächte überzeugend einzufangen. Die Zeitung „Volksblatt“ aus Liechtenstein attestiert dem Film etwa die Wirkung „Techno als Musik und vielleicht sogar als Partykultur nach diesem intelligenten Film“ besser nachvollziehen zu können. Doch auch für jene, die sich freiwillig selbst schon länger mit dem Themenkomplex „elektronische Musik“ „auseinandersetzen“, bietet dieser Film noch interessante Einblicke und eine Reise in die Zeit der „wilden 90er“. Eine kleine Perle des deutschen Films – absolut sehenswert!

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