Bollywood

Autorenwertung
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  • Gesamt
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Bollywood

Peter Knecht (Übersetzer). Insel Verlag 2006, Gebundene Ausgabe, 413 Seiten, € 4,75

Rezension von: Ratte | Rezensionsdatum:

: Bollywood

Inhalt

Ashok Banjara, talentloser und selbstverliebter Sohn eines kleinen Ministers, träumt von einer großen Karriere als Filmstar. Mit Hilfe der Verbindungen seines Vaters gelingt ihm überraschenderweise sogar die Traumkarriere. Er spielt in einer Vielzahl von Filmen den aufrechten Kämpfer für das Gute – und so wird er vom Publikum auch gesehen. Doch das Privatleben des Megastars sieht ganz anders aus, da ist er weder Held noch Gutmensch, seine Frau leidet unter seinen zahlreichen Affären und eigentlich interessiert ihn nichts im Leben so sehr wie sein Geld auf einem Schweizer Nummernkonto.

Für Ashok Banjara ist auch das Leben außerhalb des Sets ein Film, mit ihm als Hauptperson natürlich, und dass es so wenig komplex ist wie eines der Machwerke aus Bollywood, das macht ihm nicht nur nichts aus, er bemerkt es nicht einmal. Andere Menschen scheinen ihm überhaupt nur wichtig zu sein, wenn er sie braucht, was ihn in seinem Umfeld trotz all seines Charmes und guten Aussehens nicht unbedingt beliebter macht.

Als Ashok Banjara für einen Sitz im Parlament kandidiert, scheint ihm auch die politische Karriere offen zu stehen, haben doch Politik und Showbiz so manche Parallelen, doch dann stürzt er über eine Korruptionsaffäre und sein Fall ist tief. Der Held hat seinen Glanz eingebüßt. Die Herzen der Fans fliegen ihm erst wieder zu, als er nach einem Unfall am Set mit dem Tode ringt, wieder ist er der tragische Held.

Wem zu dieser satirischen Geschichte um Aufstieg und Fall eines Bollywoodhelden mit zweifelhafter Moral und um die Verflechtungen von Politik und Showbiz der Name eines indischen Superstars, ebenfalls mit den Initialen A.B. einfällt, dürfte wohl richtig liegen (Amitabh Bachan). Aber Shashi Tharoor, Autor und Diplomat, beschreibt mit dieser Fabel über die Glitzerwelt des Showbiz auch den inneren Zustand Indiens, seine Verflechtungen von billiger Unterhaltung und hoher Politik.

Der Autor

Shashi Tharoor wurde 1956 in London geboren, wuchs in Mumbai, Kolkata und Delhi auf und promovierte bereits mit 22 Jahren in den Vereinigten Staaten in Jura. Anschließend arbeitete er für die UNO. Von 1997 bis 1998 war er Assistent von Kofi Annan, der ihn Anfang 2002 zum Leiter der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit ernannte. Für seine schriftstellerische Arbeit, er ist Autor einer Reihe von Romanen, Essays, Kurzgeschichten und Zeitschriftenartikeln, erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, u. a. 1991 den Commonwealth Writers` Prize.

Fazit

Ein tragikomischer Roman, der zeigt, dass nur wenig wirklich echt ist in der Welt des Showbussiness, alles ist inszeniert, immer geht es um den eigenen Vorteil. Die Mega-Filmindustrie Mumbais wird vorgeführt als eine Welt der Intrige, der Falschheit und des schönen Scheins. Ein Roman voller Tempo und Witz, dem allerdings ein wenig der Tiefgang fehlt. Lesefutter der schnellen Art, an dem man seine Freude haben kann, der Einblick gibt in eine uns eher unbekannte Welt – auch wenn uns vieles doch ehr bekannt vorkommt, nur in anderem Gewand – jedoch kein Jahrhundertroman. Eher amüsante abendliche Bettlektüre.

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