Bruno Chef de Police

Autorenwertung
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Bruno, Chef de police

Martin Walker. Diogenes 2009, Gebundene Ausgabe, 352 Seiten, € 0,23

Rezension von: istillreadbooks | Rezensionsdatum:

Bruno Chef de police von

Inhalt
Die landschaftliche und kulinarische Idylle der südfranzösischen Perigord-Region wird plötzlich durch einen Mord an einem algerischen Immigranten empfindlich gestört. Bruno Courreges, einziger Polizist in dem 3000-Seelen-Dorf Saint-Denis, wird mit dem Fall betraut und muss den Mord aufklären, dessen Ursachen tief in der dunklen Vergangenheit des Dorfes ihre Wurzeln haben. Wer könnte ein Motiv dafür gehabt haben, den seit 3 Generationen in Saint-Denis etablierten Algerier Hamid zu ermorden?

Das auf der Brust des Opfers eingeritzte Hakenkreuz scheint zunächst auf einen rechtsradikalen Hintergrund hinzuweisen, doch Bruno nutzt seine Ortskenntnis und seine guten Beziehungen zu den Bewohnern von Saint-Denis, um schließlich die wahren Hintergründe des Verbrechens aufzudecken.

Von Trüffel, Gänsepastete, gutem Wein und einem Mord, der das französische Dorfleben aus dem Gleichgewicht bringt
Martin Walkers erster Bruno Courreges-Roman ist weniger ein Krimi, in dem es um Mord und Totschlag geht, vielmehr gelingt Walker ein überzeugendes und einnehmendes Porträt der französischen Lebensart und der Kunst, das Leben in all seinen Facetten zu genießen. Der Hauptprotagonist Bruno ist sorgfältig und überzeugend gezeichnet und bietet dem Leser somit die Möglichkeit, sich leicht in die Figur und in das Geschehen hineinzuversetzen. Die Exposition der Geschichte beginnt zwar mit der Schilderung eines brutalen Mordes, jedoch verzichtet Walker auf allzu detaillierte Beschreibungen des Mordszenarios, was für die Gesamtstimmung des Buches und den weiteren Handlungsverlauf absolut positiv ist.

Der Roman von Martin Walker, erschienen im Verlag, knüpft an die vom Verlag bereits seit 20 Jahren erfolgreich in der Romanlandschaft etablierte Tradition an, die Tradition von Romanen, in denen ein kriminalistischer Fall lediglich den Hintergrund bildet und in denen hingegen der Ort der Handlung und die sorgfältige Zeichnung des Hauptcharakters im Mittelpunkt der Leseraufmerksamkeit stehen, weniger die kompromisslose Aufklärung eines Verbrechens.

Die zuweilen knifflige Ermittlungsarbeit von Bruno wird deshalb auch ansatzweise „pointiert“ dargestellt, ohne dass dabei jedoch das Niveau der Handlungsschilderung sinkt. Durch diese Erzählweise gelingt es Walker zudem, keine unnötigen Längen entstehen zu lassen, der Leser kann sich leicht auf den Handlungsstrang einlassen und im Verlauf des Romans entsteht immer mehr eine gewisse „Frankreich-Sehnsucht und – Verklärung“.

Fazit
Der „Sunday Telegraph“ aus London bezeichnet „Bruno Chef de police“ als „eines der erfreulichsten Bücher (…) seit langem“, und diese Auszeichnung ist für Walkers Roman auch absolut angemessen. Mit Bruno Courreges gelingt es ihm, einen ungemein sympathischen Charakter zu erschaffen, doch damit noch nicht genug, mit der eindrücklichen Darstellung der französischen Landschaft und Lebensart versetzt er den Leser zugleich in eine Hochstimmung, ohne ihm jedoch ein Grundgefühl der Sehnsucht vollends zu nehmen.

Was dieser Roman sicher nicht hat: Ein übertriebenes, klischeehaftes Ende samt Explosion und „Rettung in letzter Sekunde“. Dagegen bietet es wundervolle Unterhaltung für all diejenigen, die einen guten Frankreich-Krimi zu schätzen wissen. Ein wahrer literarischer Hochgenuss!

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