Chili, Chai, Chapati. Geschichten aus Indien

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Chili, Chai, Chapati

Friederike Grenner (Herausgeber). KITAB 2011, Taschenbuch, 296 Seiten, € 19,00

Rezension von: Ratte | Rezensionsdatum:

Chili, Chai, Chapati. Geschichten aus Indien. herausgegeben von Friederike Grenner, und

Inhalt

Ein ausführliches und kenntnisreiches Vorwort, sowie eine ganze Reihe zusätzlicher Informationen zur Aussprache indischer Begriffe, ein Quellenverzeichnis und Informationen zu den Autoren und Autorinnen, Herausgebern und Übersetzern umrahmen 18  neu übersetzte Kurzgeschichten aus Indien. Mit diesen hilfreichen Angaben und Erklärungen ist dieses Buch mehr als ein Geschichtenbuch, die Kurzgeschichten sind chronologisch geordnet und geben mit den Erläuterungen einen interessanten Einblick in indisches Literaturschaffen.

Die dickleibigen Romane aus Indien, die in Deutschland in den Buchhandlungen stehen, sind keineswegs typisch für indische Literatur. Sie sind durchgängig aus dem Englischen übersetzt und erwecken so den Eindruck, als sei Englisch die allgemeine Literatursprache Indiens. Dem ist nicht so, nur bleibt uns Europäern die Literatur in den indischen Nationalsprachen bis auf wenige Ausnahmen verschlossen. Dabei wird in den 24 anerkannten Nationalsprachen Indiens viel mehr geschrieben als in Englisch, die Literaturszene ist lebendig und vielseitig, besonders beliebt sind Lyrik und Kurzgeschichten, weniger umfangreiche Romane. Mit mindestens 300 Millionen Muttersprachlern ist Hindi eine der meistgesprochenen Sprachen der Welt, 18 Kurzgeschichten aus dem Hindi übersetzt geben hier einen Einblick in das Literaturschaffen in dieser Sprache.

Chili, Chai, Chapati sind die essentiellen Bestandteile eines typischen nordindischen Essens (Gewürz, Tee, Brotfladen) und stehen hier als Synonym für die Grundlagen der Hindi-Literatur. Zeitlich ist der Bogen ab den 60er Jahren bis in die jüngste Gegenwart gespannt und besonders häufig kommen Schriftstellerinnen zu Wort.

Natürlich sind die Geschichten in ihren jeweiligen kulturellen Rahmen gesetzt, aber hinter dem eher oberflächlichen Fremden kommen allgemeingültige Themen zum Tragen, da geht es um Einsamkeit und Entfremdung, das Gefühl, dass das eigene Leben verrinnt, ohne irgendeine Besonderheit aufzuweisen. Thema ist auch das Ringen um Anerkennung, um die Gleichwertigkeit der Frau, die Suche nach Gerechtigkeit und – natürlich auch – nach Liebe und es geht auch um Anstand und Verständnis.

Die indische Realität findet der Leser in diesen ausgewählten Geschichten, übersetzt aus dem Hindi, viel eher und viel einfühlsamer erklärt als in den bunten, bollywood- und masalalastigen Taschenbüchern in den Buchhandlungen. Die drei Herausgeber und Herausgeberinnen haben Indologie studiert und sie sprechen alle drei Hindi. Die Übersetzer und Übersetzerinnen der Geschichten, es sind insgesamt acht, kommen ebenfalls alle aus dem universitären Bereich. Die Auswahl der Geschichten beweist fundierte Kenntnisse der Hindi-Literatur.

Fazit

18 ausgewählte Kurzgeschichten von bekannten und weniger bekannten in Hindi schreibenden Autoren und Autorinnen schildern eindrücklich die vielfältigen Lebensrealitäten der indischen Bevölkerung, ihre Sehnsüchte und Ängste, ihr Aufbegehren und ihre Resignation. Ein kurzweiliger Einstieg in die indische Realität.

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