Dämonisches Tattoo

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Dämonisches Tattoo

Brigitte Melzer. Otherworld Verlag 2010, Broschiert, 416 Seiten, € 9,95

Rezension von: Andreas Kurth | Rezensionsdatum:

Dämonisches Tattoo von

Inhalt
Die amerikanische Hauptstadt wird von einem brutalen Serienmörder in Angst und Schrecken gehalten. Vor allem in den beschaulichen Vorstadtvierteln von Washington näht der Psychopath allein gelassenen Ehefrauen bei vollem Bewusstsein den Mund und die Augenlider zu, spritzt ihnen ein Anti-Gerinnungsmittel ins Blut und schneidet ihnen am Ende die Kehle auf. Für die ermittelnden Polizeibeamten ist der Killer ein unsichtbares Phantom, denn er hinterlässt keine verwertbaren Spuren an den Tatorten, die er stets unbeobachtet verlässt. Eine dramatische Entwicklung nimmt die Geschichte, als der Serienmörder die Ehefrau des FBI-Agenten Frank Cassel tötet.

Kollege wird zum Feind
Vor Cassels Haus spricht ein Mann namens Joseph Quinn den ermittelnden Agenten Chase Ryan an. Quinn ist Indianer und behauptet, er kenne ein Ritual, das Ryan helfen werde, den brutalen Mörder aufzuspüren. Chase glaubt allerdings nicht an den vermeintlichen „Hokuspokus“ und lässt Quinn kühl abblitzen. Doch Frank Cassel, fast wahnsinnig vor Trauer um seine geliebte Frau, sieht in Quinns Angebot die letzte Chance, den Tod seiner Diana zu rächen. Monate später – die Ermittler sind immer noch nicht weiter gekommen – bestellt er Chase unter einem Vorwand zu sich nach Hause, und lässt ihm von Quinn unter Zwang ein mystisches Tattoo stechen. Dadurch soll eine feste Verbindung zwischen dem Jäger und dem gejagten Mörder entstehen. Frank ist davon überzeugt, dass der Killer ebenfalls sterben wird, wenn er Chase erschießt.

Zweckgemeinschaft auf der Flucht
Der kann nach einem heftigen Kampf jedoch entkommen und flieht mit dem Auto der Nachwuchsreporterin Kate Lombardi – die er aufgrund ihrer nervigen Fragen eigentlich verabscheut. Aber nun hat er sie im Kofferraum seines Fluchtautos und ist schnell auf sie angewiesen, da Cassel der Polizei eine falsche Geschichte aufgetischt hat und Ryan so zum Gejagten wird.

Durch die magische Verbindung sieht Ryan nun zeitweise durch die Augen des Mörders und dieser durch die des FBI-Agenten. Allerdings kann der der Killer nach kurzer Zeit durch einen Trick die Verbindung kontrollieren. Chase und Kate bilden eine Zwangsgemeinschaft und tauchen unter, jagen den Killer, erforschen die scheinbar unberechenbare Kraft des indianischen Zaubers – und kommen sich dabei menschlich immer näher. Kate Lombardi und Chase Ryan agieren im turbulenten Finale  auf getrennten Wegen und unternehmen überaus  raffinierte Schachzüge, um Frank Cassel und den Serienkiller zu stellen.

Mischung aus Kriminal- und Liebesgeschichte
Brigitte Melzer hat sich mit ihrem ersten Mystery-Thriller auf ein neues Terrain gewagt. Zwar benutzt sie dabei hinlänglich bekannte Charaktermuster – der FBI-Agent als einsamer Wolf und die zunächst aufgetakelte und oberflächliche Sensationsreporterin – aber das ist entschuldbar, denn der Roman ist ausdrücklich an eine junge Leserschaft adressiert, und nicht für routinierte Krimi-Leser gedacht, die ohnehin schon alles kennen. „Dämonisches Tattoo“ ist eine nahezu gleichberechtigte Mischung aus Kriminal- und Liebesgeschichte. Anders als bei den derzeit außerordentlich beliebten „Romantasy“-Geschichten sind es hier jedoch Menschen aus Fleisch und Blut, bei denen aus der Täter-Opfer-Beziehung  eine Zwangsgemeinschaft entsteht – die schließlich in Liebe mündet. Manchem Kritiker mag der zuweilen arg jugendlich anmutende Sprachstil missfallen, mich stört eher die Langatmigkeit im Mittelteil des Buches.

Fazit
Für etwas Action sorgt in dieser Phase immerhin der Killer in Aktion. Der Gejagte manipuliert geschickt den Jäger, ist damit Ryan und dem Leser immer einen guten Schritt voraus. Das sorgt dann doch für genug Spannung – und schließlich erwartet den Leser ein überaus rasantes Finale. Einen Thriller über einen Serienkiller mit mystischen Elementen und einer Romanze zu kombinieren ist ein ungewöhnliches und vielleicht auch gewagtes Unterfangen. Der Thriller ist hochspannend zu lesen, die Mystik-Elemente kommen allerdings etwas zu kurz. Wen dann noch die Liebesgeschichte stört, der sollte traditionellere Mystery-Thriller lesen. Wer dagegen diese neue Mischung in einem flott und spannend komponierten Buch ausprobieren möchte, sollte das ruhig tun – es lohnt sich.

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