Das alte Kind

Autorenwertung
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Das alte Kind

Zoë Beck. Bastei Lübbe 2010, Taschenbuch, 304 Seiten, € 7,99

Rezension von: Marcel Riepegerste | Rezensionsdatum:

Das alte Kind von

Inhalt

Berlin im September 1978:  Wegen einer ansteckenden Krankheit muss die Galeristin Carla Arnim stationär behandelt werden und wird wenige Tage von ihrer sechs Monate alten Tochter Felicitas getrennt. Doch als eine der Krankenhausschwestern ihr das Baby wieder übergibt, ist Carla felsenfest davon überzeugt, dass es nicht ihr Kind ist. Es muss eine Kindesverwechslung gegeben haben. Als die Krankenschwester dem nachgeht, stellt sie fest,  dass das überreichte Baby das einzige auf der Station ist, das in diesem Alter ist. Man ist hundertprozentig sicher, eine Verwechslung ausschließen zu können.

Selbst ihr Mann Frederik  ist der Meinung, dass es sich bei dem Baby um sein Kind handelt und so kommt es, dass niemand der anscheinend verwirrten Carla glaubt. Dabei ist ihr Mann als bekannter Pianist doch so viel auf Reisen und hat ihrer Meinung nach Felicitas sowieso viel zu selten gesehen, um dies zu beurteilen. Als Carla schließlich auch noch den Arzt tätlich angreift, weil sie eine Verschwörung vermutet, verliert sie jegliche Glaubwürdigkeit.

Das alte Kind

Carla nimmt zwar das Baby mit nach Hause in ihre luxoriöse Villa, doch überlässt jeglichen Kontakt dem Kindermädchen. Sie selbst will mit diesem Kind nichts zu tun haben und besteht darauf, dass die anderen das Kind Fliss und nicht Felicitas nennen. Doch irgendetwas scheint mit Fliss nicht zu stimmen. Das Baby verändert sich, aber nicht, wie es normale Kinder tun. Das Kindermädchen bemerkt, dass sich Fliss Haut verändert und  ihr fallen Haare aus.  Die Ärzte stellen eine schockierende Diagnose. Fliss  leidet unter dem Hutchinson-Gilford Syndrom, einer extrem seltenden Kinderkrankheit, bei dem Kinder schon als Baby anfangen zu  vergreisen und nur eine sehr geringe durchschnittliche Lebenserwartung haben. Fliss ist also ein – hier erklärt sich der Titel  -„altes Kind“.

Mord- oder Selbstmordversuch?

Edinburgh heute. Fiona wacht in ihrer Badewanne auf, sie liegt in ihrem eigenen Blut. Kerzen stehen auf dem Rand der Wanne, Blütenblätter schwimmen im rotgefärbten Wasser. Mit letzter Kraft schafft sie es, sich Hilfe zu rufen. Im Krankenhaus sagt sie, jemand hätte versucht sie zu ermorden, aber niemand – nicht einmal der vom Krankenhaus verständigte Freund Ben – glauben ihr. Schließlich war es nicht ihr erster Selbsmordversuch. Doch wie soll sie beweisen, dass sie nicht fantasiert, das ein Irrer ihrem Leben auf grausame Weise ein Ende setzten wollte? Und welche Rolle spielt ihre anscheinend geisteskranke Mitbewohnerin Morag?

Fazit

Auf dieses Buch aufmerksam geworden bin ich eigentlich durch recht positive Meinungen und das Zitat von Sebastian Fitzek auf dem Buchrücken. Da er einer meiner Lieblingsautoren ist, habe ich mich nach seiner Buchkritik „spannend, emotional und atmosphärisch dicht“ sehr auf das Buch gefreut.

Eine Reise durch Jahrzehnte

Wie aus der Zusammenfassung des Inhalts schon hervorgeht, handelt es sich hier eigentlich um zwei Handlungsstränge, die erzählt werden und die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben, liegen zwischen der Ereignungen doch mehrere Jahrzehnte. Die Wechsel zwischen den verschiedenen Zeit- und Handlungsebenen sind der Autorin gut gelungen und auch ihr Schreibstil ist keineswegs schlecht. Zudem führt sie die beiden Geschichten am Ende gut zusammen, sodass alles einen Sinn ergibt.

Eine wirklich Klasse Idee von Zoe Beck ist es auch die Geschichte um die Kindesvertauschung 1978 spielen zu lassen, sodass etwas wie Gentest zur Verwandtschaftsbestimmung eine unvorstellbare Möglichkeit ist. So muss Carla Arnim andere Wege beschreiten, um ihren grausamen Verdacht zu beweisen. Trotz dieser guten Ansätze, gibt es dennoch über „Das alte Kind“ nicht viel positives zu sagen.

Dass der Roman nur 300 Seiten hat – was für heutige Spannungsliteratur im Grunde sehr wenig ist- ist eigentlich gar nicht schlecht, erwartet man doch, dass es in der Handlung wenigstens Schlag auf Schlag geht und man sich nicht durch überflüssiges Füllmaterial kämpfen muss. Doch bei diesem Roman gibt es ein großes Problem, denn auch hier gibt es viel zu unwichtige Beschreibungen, Details und Characterausführungen, die mich als Leser einfach nicht interessieren und wegen denen die Spannung zum großen Teil verloren geht. Die erwähnten Charactere sind zwar weitesgehend interessant aber ihnen fehlt es einfach an Tiefe, ihre Geschichte geht einem trotz der scheinbar perfekten Umstände wie Mordversuch und Kindesraub nicht wirklich nahe.

fehlender „Thrill“

Nach sechzig Seiten wollte ich das Buch dann zum ersten Mal aus der Hand legen, nach hundert Seiten das zweite Mal, denn wirkliche Spannung wollte einfach nicht aufkommen. Das wird nach einem Drittel des Buches etwas besser, es gibt sogar ein paar wirklich fesselnde Stellen. Wie so oft kann man aber auch hier keineswegs von einem Thriller sprechen, wie der Verlag es auf dem Buchcover ankündigt. Einen Thriller macht Spannung aus, die während des gesamten Handlungsverlaufs präsent ist, man erwartet Wendungen, falsche Fährten und Cliffhanger und nicht zuletzt den „Thrill“ , also -aus dem englischen übersetzt- Nervenkitzel.

Insgesamt ist dieses Buch nicht schlecht und gerade noch gut genug um es zwischen zwei wirklichen Thrillern zu lesen, aber wirklich nichts Besonderes. Schließlich gibt man Geld für ein Buch aus um unterhalten zu werden und nicht um sich kämpferisch durchzuquälen. Buch zu, Inhalt größtenteils vergessen. So sollte es wirklich nicht sein.

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Ein Kommentar to “Das alte Kind”

  1. Sven schreibt:

    Jeder Thriller sollte den Leser auch fesseln können. Dies vermögen einige Bücher mehr andere weniger zu leisen. Es ist dem Rezensenten sehr gut gelungen, neben der Darstellung der wichtigsten Fakten zum Buch auch die Schwachstellen des Thrillers, über die sich der Leser bei der Lektüre von Becks aktuellem Buch ärgern könnte, aufzuzeigen.

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