Das geraubte Leben des Waisen Jun Do

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Das geraubte Leben des Waisen Jun Do

Anke Burger (Übersetzer). Suhrkamp Verlag 2013, Gebundene Ausgabe, 687 Seiten, € 16,00

Rezension von: Registano | Rezensionsdatum:

Der Roman „Das geraubte Leben des Waisen Jun Do“, erschienen bei , ist ein ganz besonderes Buch. Zum einen wegen der Geschichte, denn wie viele Romane gibt es, die in Nordkorea spielen? Sachbücher, ja. Erlebnisberichte von Flüchtlingen, die den Leser erschauern lassen über dieses seltsame, abgeschottete Land mit seinem obskuren Führerkult. Aber einen realistischen, sehr gut recherchieren Roman mit nordkoreanischen Hauptfiguren? Das ist eine ungewöhnliche Idee. Autor wurde für sein tatsächlich erstklassig und vor allem aufwendig recherchiertes Werk (Interviews und eine Reise nach Nordkorea mit einer Reisegruppe waren nur die Spitze des sprichwörtlichen Eisbergs) mit dem weltberühmten Pulitzer Preis ausgezeichnet. Und zwar im Jahr 2013.

Leser sollten gewarnt sein: der Roman „Das geraubte Leben des Waisen Jun Do“ ist anspruchsvoll. Was letztlich nichts anderes bedeutet, als dass er nicht mal ebenso nebenbei gelesen werden kann. Es ist einige Konzentration nötig, um der etwas zersplittert erzählten Storyline folgen zu können. Doch es lohnt sich. Wer sich darauf einlässt, erlebt ein Feuerwerk der Erzählkunst und liest eine beeindruckende aber auch erschütternde Geschichte. Natürlich nahm sich der Autor künstlerische Freiheiten heraus, aber auch die absurden Vorgänge aus diesem Buch basieren auf von Flüchtlingen bestätigten Ereignissen in dem streng abgeschotteten Land Nordkorea, in dem sich ein absurder Führerkult entwickelt hat und in dem im Grunde kein Mensch vom Kopf her frei ist. Nimmt sich jemand Freiheit heraus, droht das Arbeitslager.

Erzählt wird das Leben von Jun Do, der in Nordkorea in einem Waisenhaus aufwächst, dann für die Armee spioniert und Leute aus Japan entführt, ehe er zu einer Reise nach Amerika antritt, weil er der englischen Sprache mächtig ist. Er ist Teil einer Reisegruppe, wird aber für einen Amtsträger gehalten. Nach der Rückkehr kommt er in ein Umerziehungslager, das er verlässt, nachdem er einen so irren wie unbeliebten Kommandanten ungeplant tötet. Er nimmt dessen Identität an. Zwar wissen dies alle Leute um ihn herum, aber da Kommandant Ga ein Erzfeind des großen Führers war, darf Jun Do offiziell dessen Leben führen und sogar dessen Ehe mit Nordkoreas Volksschauspielerin Nummer 1 weiter führen. Diese kann sich nicht weigern. Bei einem Gegenbesuch der Amerikaner, der nur stattfindet, weil in Nordkorea eine amerikanische Staatsbürgerin gefangen gehalten wird, verhilft der vermeintliche Kommandant Ga seiner falschen Frau und ihren Kindern zur Flucht aus Nordkorea. Ein zweiter Handlungsstrang erzählt die Geschichte eines Verhörbeamten, der das Geheimnis des vermeintlichen Kommandanten aufdecken soll. Gemischt ist das auf verschiedenen Zeitebenen spielende Werk mit Aussagen eines Propagandalautsprechers.

 Fazit: eine lohnende Lektüre und ein Buch, das seinen Preis nachvollziehbar erhalten hat.

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