Das Moskau-Komplott

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  • Charaktere
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  • Emotionen
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  • Dialoge
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  • Gesamt
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Rezension von: Andreas Kurth | Rezensionsdatum:

Das Moskau-Komplott von

Inhalt
Gabriel Allon ist endlich in den Flitterwochen. Inkognito residiert er in einem umbrischen Landhaus und restauriert ein Gemälde für den Papst. Seine frisch angetraute Frau Chiara genießt ihre Ausritte und den Aufenthalt in der schönen Landschaft. Doch dann wird im mondänen Wintersportort Courchevel in den französischen Alpen ein russischer Journalist ermordet. Dessen Vorgesetzter reist daraufhin nach Rom, und besteht darauf, mit Allon zu sprechen, um ihm ein wichtiges Geheimnis anzuvertrauen. Widerstrebend lässt sich der Flitterwöchner von seinen Vorgesetzten dazu bewegen, nach Rom zu reisen. Nach langer Observation, um sicherzugehen, dass der Russe nicht verfolgt wird, will Allon den Mann im Petersdom treffen. Doch der Russe stirbt in seinen Armen – offenbar ist er vergiftet worden.

Gefährlicher Einsatz in Moskau
Jetzt ist offensichtlich, dass etwas vertuscht werden soll – und Allon seine Frau so schnell nicht wiedersehen wird. Der Agent begibt sich ins glitzernde Zentrum der neuen russischen Macht mit ihren Abgründen aus Gier, Korruption und alten Seilschaften, um Kontakt mit einer weiteren Journalistin aufzunehmen. Die verrät ihm die Quelle der Informationen über den Ex-KGB-Offizier, Milliardär und Waffenhändler Iwan Charkow. Zuvor entgehen Allon und die Frau nur knapp einem Mordanschlag. Der Israeli Allon landet in der Lubjanka, der russischen Geheimdienstzentrale, und wird anschließend abgeschoben, da in seinem Land vier Russen verhaftet wurden – er soll nun gegen die Russen ausgetauscht werden.

Was sind die „Pfeile Allahs“?
Nun gilt es, einen Plan zu schmieden, um an Elena Charkowa heranzukommen. Denn sie ist offenbar mit den Geschäften ihres Mannes nicht einverstanden. Und das Projekt gewinnt an Dringlichkeit, da amerikanische und befreundete Geheimdienste aus ihren Abhöraktionen alarmierende Informationen gefiltert haben. Immer wieder ist von den „Pfeilen Allahs“ die Rede, die den Westen treffen sollen. Als der Begriff sogar in einer neuen Video-Botschaft von Osama bin Laden auftaucht, schrillen alle Alarmglocken. Es gilt offenbar, die Welt vor einem Anschlag von den Ausmaßen des 11. Septembers zu bewahren.

Täuschung nach bekanntem Muster
Das Muster ist aus „Terrornetz“ bestens bekannt. Elena Charkowa ist Kunstliebhaberin und in die Bilder der Malerin Mary Cassatt vernarrt. Aktuell versucht sie ein weiteres Bild zu erwerben, der Besitzer will es jedoch nicht hergeben. Mit Hilfe des britischen Geheimdienstes wird Sir John Booth jedoch zur Kooperation überredet. Gabriel Allon kopiert das Bild, und erneut fällt der Amerikanerin Sarah Bancroft die Aufgabe zu, den Deal abzuwickeln. Es kommt jedoch zu einer Panne, Charkow ist bei der Übergabe dabei. In der kurzen Zeit, die Sarah mit Elena Charkowa alleine ist, kann sie kaum offen mit ihr reden. Elena Charkowa entlarvt das Bild als Fälschung, und durchschaut auch Sarahs falsches Spiel, bittet ihren Mann aber dennoch, den geforderten Preis zu zahlen – was von den Geheimdienstlern als Aufforderung zu einer weiteren Kontaktaufnahme gedeutet wird. Das gekaufte Bild lässt sie in ihre Villa in St. Tropez transportieren.

Showdown in Russland
Für Gabriel Allon, den Mossad und die CIA beginnt das Spiel von vorne, nun müssen sie eine neue Kontaktaufnahme anbahnen. Sarah trifft Elena wie zufällig in St. Tropez. Zum Schein fängt die Russin ein Verhältnis mit Sarahs Begleiter an – eine kleine Täuschung, um den großen Coup zu tarnen. Elena soll in den Westen geholt werden, samt ihren Kindern. Zuvor will sie Disketten aus dem super-gesicherten Bürosafe ihres Mannes stehlen. Sie hat mit ihm abgeschlossen, denn sie weiß durch ein belauschtes Telefonat von den „Pfeilen Allahs“ – hochmoderne, russische Flugabwehrraketen, mit denen in westlichen Ländern ein Massaker angerichtet werden soll. In Moskau kommt es zum dramatischen Finale – was hier aus dramaturgischen Gründen allerdings nicht näher beschrieben werden soll.

Der Autor
Daniel Silva, bis 1997 Top-Journalist des CNN, verbrachte lange Jahre als Auslandskorrespondent im Nahen Osten, in Kairo und am Persischen Golf. Seit dem großen internationalen Erfolg seines Thrillers „Double Cross – Falsches Spiel“ widmet er sich ganz dem Schreiben. Silva gehört zu den bekanntesten amerikanischen Thrillerautoren, seine Bücher wurden in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt. Er lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Washington D.C.

Fazit
Daniel Silva schafft es immer wieder, mit seinem lockeren Plauderstil den Leser von der ersten Seite an in seinen Bann zu ziehen. Wer Agententhriller mag, wird auch den neuen Roman von Silva lieben. Dabei ist es vor allem die von ihm kultivierte Rolle des Underdog, die sein Held Gabriel Allon bestens verkörpert, die den israelischen Geheimagenten im Kampf gegen das Böse so sympathisch macht. Und es ist die Sprache dieser Geheimdienstler, die selbst in höchst kniffligen oder gefährlichen Situation den Überblick bewahren und reichlich Chuzpe ausstrahlen. Sarkasmus und Ironie sind – neben anderen Eigenschaften – die Markenzeichen des israelischen Protagonisten, der sich in Geheimdienstkreisen längst den Ruf einer Legende erworben hat. Und vor allem ist Allon ein glaubwürdiger Held, dem man abnimmt, lieber in dem Landhaus in Umbrien zu bleiben und Gemälde zu restaurieren, als abermals in den Kampf zu ziehen. Aber man akzeptiert auch sein Pflichtbewusstsein, wenn es darum geht, zahlreiche Menschenleben in verschiedenen Ländern zu retten.

Auf der anderen Seite ist Charkow ein Bösewicht wie er im Buche steht. Ex-KGB-Offizier, durch Lug und Trug steinreich geworden. Brutal, gewissenlos, machtgierig – eben alles, was einen modernen Gangster so ausmacht. Er lässt seine eigene Familie wie Gefangene bewachen, hat keine Probleme damit, seine Geliebte bei einer Party in das eigene Haus zu holen, und betrügt seine Frau bei jeder Gelegenheit. Da fällt es nicht schwer, ihm von Herzen zu wünschen, endlich die Grenzen aufgezeigt zu bekommen. Angenehm für neue Leser ist es, dass sich am Ende des Buches ein kurzer Abriss der Lebensgeschichte von Gabriel Allon findet. So kann man sich auch als Neu-Einsteiger die bisherigen Abenteuer des Helden kurz vor das geistige Auge holen. Und alte Fans von Daniel Silva dürfen das zur Auffrischung nutzen. Insgesamt eine hochspannende und interessante Lektüre, mit allem gewürzt, was ein moderner Agenten-Thriller so braucht.

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