Das Schweigen der Schwäne

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Das Schweigen der Schwäne

Uta Hege (Übersetzer). Blanvalet 1998, Taschenbuch, 472 Seiten, € 0,50

Rezension von: Kokoro | Rezensionsdatum:

Das Schweigen der Schwäne von

Inhalt
Nell ist das typische „hässliche Entlein“ (Originaltitel des Buches daher auch „The Ugly Duckling“) und wird in ihrer Kindheit sogar von ihrer Mutter darin bestärkt, dass sie hässlich sei und sich daher besonders gut benehmen und es allen recht machen müsse, um erfolgreich zu sein. Sie heiratet später Richard Calden, mit dem sie eine (nicht von Richard stammende) vierjährige Tochter Jill hat. Sie unterstützt Richard bei seinen Karriereambitionen in jeder Weise, immer demütig im Hintergrund. Eines Tages sind sie auf einem wichtigen Businessempfang mit Ball auf einer griechischen Insel, die überfallen wird. Dabei kommt Jill durch den Messerstecher Matritz ums Leben, Nell kämpft verbissen, fällt jedoch vom Balkon und wird schwer verletzt.

Parallel hat der etwas undurchsichtige Nicholas Tanek sich ebenfalls Zugang zu der Insel verschafft, weil er von dem geplanten Attentat erfahren hatte und es zum einen verhindern wollte und zum anderen die Attentäter fangen wollte, aus seinen eigenen Gründen. Er lernt kurz Nell kennen und kann sich nicht vorstellen, dass sie in etwas Verbotenes verwickelt ist, obwohl ihr Name auf einer Liste steht, die ihm zugespielt wurde. Umso stärkere Vorwürfe macht er sich, dass er das Attentat nicht verhindern konnte, obwohl er ganz in ihrer Nähe war.

Als Nell im Krankenhaus aufwacht, hat für sie das Leben keinen Sinn mehr, als sie erfährt, dass ihre Tochter und auch ihr Mann tot sind. Tanek kümmert sich darum, dass sie, da sie durch den Messerstecher komplett entstellt ist, eine Schönheitsoperation von einem sehr berühmten Chirurgen erhält und kümmert sich um sie, da sie keinen Lebenswillen mehr hat. Um ihr diesen wiederzugeben, setzt er sie darauf an, für ihre Tochter Rache üben zu wollen. Daraufhin setzt Nell alles daran, wieder fit zu werden, fitter als je zuvor. Sie beginnt bereits im Krankenhaus mit den Übungen – jetzt mit einem neuen, aparten Gesicht und wegen der Krankheit so schlank wie nie zuvor.

Sie geht mit Tanek auf dessen Ranch und verpflichtet ihn, sie auch kämpferisch fit zu machen, um Rache an Matritz zu üben. Im Hintergrund trägt Tanek weiterhin Informationen zusammen, um die Verbrecher dingfest zu machen, da der Verbrecher Gardeaux, der die Fäden im Hintergrund zieht, seinen besten Freund umgebracht hatte. Mit den Kampfübungen ändert sich nach und nach auch Nells Einstellung: aus dem hässlichen, demütigen Entlein wird eine kämpferische Frau. Es kommt zum Countdown auf dem Gelände Gardeaux, bei dem beide ihr Leben riskieren…

Fazit
„Das Schweigen der Schwäne“ ist ein leicht lesbarer Krimi; der Begriff Thriller ist für diesen Roman eigentlich zu hoch gegriffen, zu oberflächlich bleibt dafür die Handlung. Die Story des hässlichen Entleins, dass zum schönen Schwan wird, ist interessant, bleibt jedoch sehr unglaubwürdig: Taneks Finanzflüsse versiegen nicht und ermöglichen über Monate die Vorbereitung für die Rache, der Einfluss, den Nell auf Tanek ausübt, kann auch nicht nur mit den Schuldgefühlen, die er sich wegen des Attentats macht, erklärt werden. Selbstverständlich beruht jeder Roman auf Fiktion, Phantasie, aber zu einem wirklich sehr guten Roman gehört eine glaubwürdigere und besser logisch begründete Story.

Die Übersetzung ist handwerklich gut, hat jedoch Schwächen, wie etwa auf Seite 174, als Tanek davon spricht, eine „wilde Karte“ (aus dem Original: wild card) zu haben, anstatt dies elegant mit dem korrekten Wort „Joker“ zu übersetzen. Auch der Titel ist völlig unpassend: „The ugly duckling“ wird üblicherweise – wie in dem bekannten Kindermärchen – mit „Das hässliche Entlein“ übersetzt, der Titel „Das Schweigen der Schwäne“ hat damit nun gar nichts zu tun, wird auch mit der Story nicht erklärt – hier hätte ein wenig simples Lesen der Geschichte bzw. Wissen um das Märchen geholfen. Die Autorin Iris Johansen ist hier (Das Entstehungsjahr des Romans ist 1996) noch meilenweit von dem guten und spannenden Erzählstil ihrer späteren (ab 1998) Reihe um Eve Duncan entfernt. Als nette Strandlektüre oder zum kurzweiligen Zeitvertreib kann man das Buch jedoch schon lesen, sollte dabei jedoch nicht allzu viel Tiefgang erwarten.

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