Das zerrissene Band

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Das zerrissene Band

Andreas Abstreiter. Buchbäcker Digital Verlagsgesellschaft 2011, Taschenbuch, € 3,90

Rezension von: B.Agada | Rezensionsdatum:

Das zerrissene Band
Roman von

Das Fachgebiet von Peter Gehrlich ist das Neolithikum und nachdem sein Institut mit der Erforschung der Kreisgrabenanlagen begonnen hatte, die am Ende des 20. Jahrhunderts in der Nähe von Ippesheim in Unterfranken gefunden wurden, reist der Archäologe im Jahr 2024 auf Einladung nach La Valetta auf Malta, um in der dortigen Universität einen Vortrag über seine neuesten Erkenntnisse zu halten. Hier lernt er Maria Fredu kennen, eine junge Kollegin, die ihn auf Malta betreut und ihm ein wenig die Insel zeigt. Gerade als sie sich angeregt über ein Forschungsthema unterhalten, erhält Peter von seiner Exfrau Linda eine sehr schlechte Nachricht. Die gemeinsame Tochter Lena hatte einen schlimmen Unfall und liegt im Koma. Umgehend fliegt Peter zurück und besucht seine Tochter im Krankenhaus. Seine Exfrau, eine Neurologin, steht mit ihren Kollegen vor einem Rätsel. Normalerweise sind die Gehirne von Komapatienten sehr ruhig, aber Lenas Gehirn ist sehr aktiv und reagiert als ob Lena wach wäre.

Peter schreckt aus seinen Gedanken hoch, als es an der Wohnungstür klingelt. Maria steht vor ihm. Nicht nur fachliche Fragen führen die junge Archäologin nach Würzburg. Sie bringt ein Bild mit, das eine Kette aus tierischen Knochensplittern zeigt, die aus der unterfränkischen Umgebung stammen mit einer Dreifachspirale. Die rund 6000 Jahre alte Kette wurde der Universität von Malta von der Polizei übergeben, die sie als Hehlerware bei einer Verhaftung sichergestellt hatte.
Bei seinen Besuchen im Krankenhaus bringt Peter alte Urlaubsbilder von der Familie mit, von denen er glaubt, sie könnten Lena aus ihrem Koma erwachen lassen. Seine Exfrau zweifelt an einen Erfolg und während eines Streits fallen die Bilder auf das Krankenbett. Zuoberst liegt zufällig das Bild mit der Knochenkette und der Dreifachspirale….

Vor unserer Zeit
Ganz andere Probleme plagen den jungen Jäger Terak, der im Jahr 4513 vor Christus in Unterfranken bei dem mächtigen Bauern Goßla um die Hand dessen Tochter Noa anhält. Ihr Vater fordert den Jäger heraus und verlangt ein Bärenfell als Brautpreis. Terak willigt in den Handel ein, wohlwissend, dass ein Bär allein nicht zu erlegen ist, er wagt es trotzdem. Die Liebe zu Noa ist stärker und so verlässt er das Dorf und beginnt seine Suche im nahen Wald.

In dieser Zeit, vor rund sechstausend Jahren, begannen die Jäger und Bauern ihr Zusammenleben, was oft genug mit Schwierigkeiten verbunden war. Eine wichtige Persönlichkeit im Zusammenleben war der Heiler, der nicht nur ein außerordentliches Wissen über Kräuter hatte, sondern auch so etwas wie ein Dorfvorsteher war, mit den Göttern kommuniziert und so Aussaat und Erntezeiten bestimmen konnte.

Terak dringt in den unbekannten Wald vor, um die Spuren der Bären zu finden. Der Essensvorrat geht zu Ende und er entdeckt einen Fuchs in der Nähe. Als Terak den Fuchs erlegt, vernimmt er einen merkwürdigen Schmerzensschrei eines Menschen. Terak dreht sich nach allen Seiten um, kann aber niemanden entdecken.
Kurz darauf sieht er den Bären, dessen Spuren er seit einiger Zeit verfolgt und verletzt ihn mit seinem Speer. Der Bär greift den Jäger an und dieser fällt so unglücklich, dass er sich das Bein bricht. Terak schließt die Augen und erwartet das Schlimmste, aber es kam nicht. Stattdessen sieht er eine Frau, die auf den Bären sanft einredet und die Wunde mit Kräutern behandelt, die sie vorher zerkaut hat. Wie vertraut die Frau mit dem wilden Tier umgeht, wundert sich Terak. Wo kommt sie so plötzlich her? Sie kommt auf den verletzten Jäger zu. Für Terak beginnt eine mystische, abenteuerliche Zeit. Die Frau trägt eine Kette aus Knochenstückchen, eines davon trägt das Zeichen der Unsterblichen – eine Dreifachspirale.

Fazit
Auf geschickte Weise verbindet der Autor Andreas Abstreiter die Geschichten und die Kapitel wechseln zwischen der Zukunft des Jahres 2024 und der Vergangenheit des Jahres 4513 vor unserer Zeit. Das Band der Unsterblichkeit in Form der Dreifachspirale verbindet die Mutter Erde mit den Seelen der Pflanzen, Tiere, Menschen, Himmel, Sonne und Sterne, über Generationen hinweg. Alle leben im Einklang mit der Natur und alle sind zufrieden, bis die Menschen anfangen in ihrer unermesslichen Gier nach immer mehr Besitz zu streben und die Erde auszubeuten und somit das Band zerreißen. So klagt der Autor in gewisser Weise die momentane Situation an, in der die mächtigen Länder nach den Rohstoffen und Reichtümern die Erde ausbeuten, ohne Rücksicht auf die Menschen und die Natur zu nehmen.

Ein interessanter, lesenswerter Roman, der die Tatsache der ausgegrabenen Kreisgrabenanlagen aus dem Neolithikum im fränkischen Ippesheim mit den Überlegungen des Autors verbindet, die die aktuelle Situation um die Ausbeutung der Ressourcen und die Folgen beschreibt.

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