Der Affe zu Köln. Oder: Petermanns Rache.

Autorenwertung
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  • Unterhaltung
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  • Dramatik
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  • Faszination
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  • Gesamt
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Rezension von: Wolfi | Rezensionsdatum:

: Der Affe zu Köln. Oder: Petermanns Rache.
Affen sind lustig. Das scheint sich im Kopf des Menschen festgesetzt zu haben. Und so ist der nächste Verwandte des Homo Sapiens zu dessen Schauobjekt geworden.

Gerade die Unterhaltungsindustrie scheint ohne Affen nicht auskommen zu können. Bereits zu Stummfilmzeiten dienten Affen als „Special Effect“, der damals jedoch noch fast ausschließlich zur Erzeugung von Furcht eingesetzt wurde. „King Kong“ sollte Angst und Schrecken verbreiten, doch schon mit Tarzans „Cheetah“ war der Affe nur noch dümmlich. Bis zum heutigen Tage wurden gerade Schimpansen fortan in Filmen und vor allem in Fernsehproduktionen als Belustigungsobjekt eingesetzt.

„Petermann“ war auch ein Affe des Showbusiness. Und schreibt man ein Buch über ihn, so muss einem das Lachen im Halse stecken bleiben. Das weiß auch der Autor Walter Filz, und genau das ist sein Thema.

Der dressierte Affe „Petermann“
„Petermann“ war ein Affen-Waisenkind des Kölner Zoos. Er wurde von Menschen aufgezogen, nach menschlichen Grundsätzen und Erziehungsmaßstäben. Wahrscheinlich wusste man es nicht besser. Sogar mit Messer und Gabel konnte er essen. Und die feinste Kleidung trug er. Er hatte sogar eine eigene Hymne: „Auf die Bäume, ihr Affen“ handelt von ihm. Doch je größer der Erfolg, desto größer auch sein Leidensweg. Auftritte in Zirkussen, Werbespots und Fernsehshows. Affe konnte er nirgendwo sein, das Wort „artgerecht“ kannte man damals nicht. Dass sowas nur eine Zeitlang gutgehen konnte, wussten wohl nur die wenigsten.

Das tragische Ende des Schimpansen
Mit Beginn der Geschlechtsreife werden männliche Schimpansen aggressiver. Sie sehen im Menschen Konkurrenten. Das hatte niemand bedacht. In einem unbeobachteten Moment konnte „Petermann“ zusammen mit der weiblichen Schimpansin „Susi“ durch das halboffene Gitter seines Käfigs entfliehen. Er stürzte sich sofort auf den Direktor des Kölner Zoos und verletzte ihn lebensgefährlich. „Petermann“ und „Susi“ mussten erschossen werden.

Soweit die dramatische Geschichte, die für sich genommen schon genug Stoff für ein Buch geliefert hätte. Dies alles schildert der Autor packend. Doch im Grunde begeht er dann denselben Fehler wie die menschlichen Zeitgenossen von „Petermann“, er vermenschlicht. Bei ihm ist der Schimpanse ein Rebell, ein James Dean der Affen. Ein Tier, das sich gegen seine Unterdrückung auflehnt, nach Freiheit sucht, und deshalb umkommt.

Das alles ist falsch. „Petermann“ ist einfach nur ein Affe. Und wahrscheinlich ist das Beste, was man tun kann, das, was der Kölner Zoodirektor seit dem tragischen Unglück tut: Sich für art- und affengerechte Tierhaltung einsetzen.

Fazit
Ein ungewöhnliches Thema, das fasziniert und berührt. Bei der Beschreibung des Schicksals des Affen „Petermann“ hat man immer wieder das Gefühl, dass es nur vordergründig um den Schimpansen, vielmehr aber über den Menschen und seine Einfältigkeit geht, die sich insbesondere an seinem Umgang mit Tieren zeigt. Ein Leseerlebnis der anderen Art, das einige Anhänger finden wird.

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