Der Dämon und Fräulein Prym

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Rezension von: Wolfi | Rezensionsdatum:

Der Dämon und Fräulein Prym von

Inhalt
Das kleine idyllische Dorf Bescos liegt inmitten der Pyrenäen, umgeben von Wald und unzerstörter Natur, ein ländliches Idyll, wo das Leben seit Jahrhunderten das gleiche zu sein scheint. Doch eines Tages kommt ein Dämon in das Dorf, ein Dämon in Gestalt eines reisenden Fremden. Die alte Berthe, die Jahr um Jahr auf seine Ankunft gewartet hatte, sieht ihn nun als Erste kommen. Dieser Fremde ohne Identität wird schnell zum Thema Nummer 1, doch ebenso rasch kann er das Misstrauen der Dorfbewohner zerstreuen, indem er sich als sehr großzügig und redegewandt erweist.

Doch zwei Menschen kann er an diesem verlassenen Ort nicht täuschen – die einsame Alte, die den ganzen Tag auf der Veranda sitzt und mit ihrem toten Mann spricht und die junge Dorfschönheit Chantal, die anders als ihre Altersgenossen im Dorf geblieben ist und nun in der Dorfkneipe arbeitet, in der Hoffnung, dass irgendjemand sie einmal weg von hier bringen wird. Möglicherweise könnte sich der Fremde als ihr Retter erweisen, oder als der Fahrschein ins Verderben. Vielen Männern hatte sie den Kopf verdreht, keiner davon war bereit sie mit sich zu nehmen. Jener Fremde lässt sich jedoch nicht beeindrucken, er macht ihr ein Angebot ganz anderer Art.

Der Wert eines Lebens
Was  ist ein Menschenleben wert? Kann man es mit Gold aufwiegen? Für Chantal wird diese scheinbar unvorstellbare Frage zum Dreh – und Angelpunkt, an dem sich ihre weitere Zukunft entscheiden wird. Der Fremde verspricht ihr bares Gold, doch dafür fordert er einen Toten unter ihren Nachbarn, egal wen. Jetzt liegt es an Chantal die richtige Entscheidung für sich und das Dorf zu treffen. Für ihn geht es um die Frage, ob das Gute oder das Böse die stärkere Macht ist und am Ende wirklich das Böse überwiegt. Sollte Chantal alles für sich behalten, so wäre alles Geld für sie und ihre Gemeinschaft verloren, aber eine Seele gerettet.

Andererseits könnten die Bewohner des kleinen Dorfes dieses Geld gut gebrauchen, nach dem Motto: Einer für alle. Die Frist, die der Fremde stellt beläuft sich auf lediglich eine Woche. In dieser Zeit muss etwas passieren, ansonsten zieht er weiter auf seiner langen Reise, die schon ewig zu währen scheint, müde, mit dem Gold. In jenen Nächten des Zwiespalts ist Chantal hin- und her gerissen. Während sie in der ersten Nacht noch vollkommen entrüstet von der Vorstellung ist, einen Menschen für das rein Materielle zu opfern, beginnt der Zweifel schon in der zweiten Nacht an ihrer Moral zu nagen. Anhand ihrer Träume bemerkt sie am eigenen Leib, dass das Gute wie das Böse in jedem Menschen verwurzelt ist und beide in stetiger Auseinandersetzung miteinander stehen.

Fazit
Wie bereits in Friedrich Dürrenmatts Stück „Der Besuch der alten Dame“ wird hier der Mensch am Abgrund seiner Moralvorstellungen dargestellt. Es geht um den schmalen Grat zwischen Schuld und Unschuld, der innerhalb von kürzester Zeit umschlagen kann. „Der Dämon und Fräulein Prym“ ist Teil einer Trilogie (Die beiden weiteren Romane aus dieser Trilogie tragen die Titel „Am Ufer des Rio Piedra saß ich und weinte“ und „Veronika beschließt zu sterben“), bei der Paulo Coelho die grundbewegenden Themen der Menschheit – die Liebe, den Tod und den Kampf zwischen Gut und Böse verarbeitet. Ohne viel Pathos lässt sich dieses Werk mit großem Gewinn lesen, weil jeder etwas von sich selbst in den Protagonisten entdecken kann.

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