Der Hahn ist tot

Autorenwertung
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  • Gesamt
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Rezension von: lilo05 | Rezensionsdatum:

Wie wird eine eher unspektakuläre, alltägliche Frau zur mehrfachen Mörderin?

Rosemarie Hirte ist Anfang 50 und führt ein eher belangloses Leben als alleinstehende, leicht schrullige Dame ohne jeglichen Anhang. Selbst ihr Freundes- und Bekanntenkreis außerhalb ihres Berufslebens als Versicherungsangestellte ist sehr übersichtlich. Allein der Hund einer Kollegin, den sie ab und zu hütet, verschafft ihr etwas Abwechslung im tristen Alltag.

Bei einem Vortrag der Volkshochschule lernt Rosi den Lehrer und Autor Rainer Withold Engstern kennen und verliebt sich Hals über Kopf in ihn. Sie verrennt sich in die Idee, dass dieser Mann nur ihr gehören dürfe. Ohne jemals mit ihm geredet zu haben, versucht sie fortan alles über ihn und sein Leben herauszubekommen. Dafür ist ihr jedes Mittel recht. In seinem Garten bezieht sie einen Beobachtungsposten und wird so zufällig Augenzeugin einer Auseinandersetzung zwischen Witold und seiner trunkensüchtigen Frau. Im Affekt löst sich ein Schuss und trifft seine Frau. Wie aus dem Nichts taucht Rosi in der Szene auf, sieht ihre Chance und greift auf bizarre Weise ins Geschehen ein. Um auch sicherzustellen, dass die Gattin mausetot ist, hilft sie ein wenig nach. Von diesem Zeitpunkt an ist ihr Schicksal mit Witolds verwoben. Ihr Plan scheint aufzugehen. Aber kann es ihr wirklich gelingen, Witold nun für immer an sich zu binden?

Nur soviel sei verraten: die Aufgabe, die sich Rosi stellt, ist alles andere als leicht. Und Rosi muss noch über einige Leichen gehen, denn ihr Angebeteter ist bei den Damen sehr beliebt. Doch jeder kriminelle Ausrutscher landet aus ihrer Sicht letztendlich in der Schublade „Rosis Recht auf Glück“. Von der Polizei bleibt Rosi lange Zeit unbehelligt – bis dann doch eine heiße Spur in ihre Richtung zeigt…

Fazit

erzählt in einfacher und herzerfrischender Weise, welche Abgründe sich hinter der Fassade eines Menschen verbergen können. Sie setzt sich intensiv mit dem Gefühlsleben ihrer Protagonistin auseinander und präsentiert dem Leser eine durchaus realistische Person, die im Verlauf des Romans immer mehr abdriftet und zur Besessenen wird. Dabei ist es durchweg angenehm, dass die Autorin in ihrem Werk auf einen Blutrausch oder die Beschreibung von Horrorszenen verzichtet. Das Ende ihrer Erzählung kommt überraschend und lässt den Leser etwas hilf- und ratlos zurück.

Ingrid Noll setzt gekonnt auf weibliche Raffinesse und Kombinationsgabe. In ihrem Erstlingsroman nimmt sie nicht nur die altjüngferlich Art ihrer Hauptfigur aufs Korn sondern auch die weitverbreitete Eitelkeit der Männer. Diese Mischung aus groteskem Humor, blanker Realität und schrecklicher Bitterkeit machen diesen Kriminalroman zu einem besonderen Lesegenuss.

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