Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

Autorenwertung
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  • Abenteuer
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  • Satire
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  • Gesamt
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Rezension von: Ratte | Rezensionsdatum:

: Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

Inhalt

Dem nahezu 100 Jahre alten Allan stinkt es gewaltig, im Altersheim in der schwedischen Provinz dem Stadtrat, der Presse und vor allem mit der giftigen Schwester Alice seinen hundertsten Geburtstag zu feiern. Eigentlich stinkt ihm das ganze Altenheim mit seinen Regeln und seiner Entmündigung – und vor allen Dingen gibt es dort striktes Alkoholverbot. Für einen wie Allan, der, wie der Leser in vielen Rückblicken auf sein sehr bewegtes Leben erfährt, gerne trinkt und sowohl mit russischen Atomwissenschaftlern mithalten kann, wie auch nichts dabei findet, gleich jahrelang in einem Liegestuhl an einem Strand in Bali zu verbringen und zu trinken – solange es kein grüner Bananenlikör ist oder ein Schirmchen hat, ist das natürlich nicht auszuhalten.

Bezüglich des Bananenlikörs hat er schlechte Erfahrungen und Schirmchen sind überflüssig – es regnet ja nicht in seinen Drink. Über Schirmchen im Drink, wie auch über eine ganze Menge anderer Sachen hat Allan ganz eigene Meinungen, er interessiert sich z.B. überhaupt nicht für Politik oder Religion. Aber er geht offen durchs Leben, neugierig auf alles und – bereit für alles und alle Zufälle, von denen sein Leben reich ist.

Und so kreuzen nach der Flucht aus dem Fenster, in Pantoffeln, ein Kleinkrimineller, ein Koffer mit 50 Millionen schwedischen Kronen, zwei Gangster, die dann plötzlich den Tod finden, deren Leichen aber ganz woanders auftauchen werden, der Gangsterboss, ein Elefant, eine schöne Frau und ein Imbissbudenbesitzer Allan Karlssons Weg, der unter anderem mit einer Draisine und einem gelben Bus fortgesetzt wird.

Zum „Personal“ gehören noch ein ehrgeiziger, aber leider nicht allzu intelligenter Staatsanwalt, ein Kriminalkommissar, der keine Lust mehr hat, aber auch Kim-Il Sung und Kim Jong-il, Mao Tse Tung, Stalin, Marshall Berija, General Franco, der Bruder Albert Einsteins, eine schusselige indonesische Kellnerin, Harry Truman und weitere amerikanische Präsindeten, Charles de Gaulle, iranische Kommunisten, ein anglikanischer Priester, der leider nie jemanden bekehren konnte und viele mehr. Denn dieser Allan Karlsson, der jetzt mit einem bunten Haufen von Freunden auf der Flucht vor der Polizei durch Schweden fährt, hat eben auch in seinem Leben schon reichlich viel erlebt, u.a. hatte er den Russen zur Atombombe verholfen ( nicht freiwillig – da war wieder der Alkohol im Spiel), Wladiwostok angezündet und den weinenden Kim Jong-il getröstet, den Himalaya überquert und aus Ziegenmilch Schnaps gebrannt. Und, na ja, was einem halt so im Leben geschieht …

Fazit

Eine wunderbar fabulierende Geschichte, ein Schlemenroman über das 20. Jahrhundert im Rückblick eines Mannes, der überall mitmischte, obwohl das nie seine Absicht war, der nie so ganz political correct war und der auch als Hundertjähriger noch lässig halb Schweden aufmischt. Ein wunderbarer Lesespaß. Wer Forrest Gump mag, mag mit Sicherheit auch Allan Karlsson.

Die Geschichte um Allan Karlsson und seine Freunde ist der Erstlingsroman eines bis dato unbekannten Schweden, der mal Unternehmensberater war. Hoffentlicht schreibt der Mann mit dem so schwedischen Namen Jonas Jonasson noch weiter.

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