Der japanische Verlobte

Autorenwertung
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  • Übersetzungsqualität
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  • Gesamt
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Der japanische Verlobte

Brigitte Große (Übersetzer). Diogenes 2010, Gebundene Ausgabe, 176 Seiten, € 3,99

Rezension von: Kokoro | Rezensionsdatum:

Der japanische Verlobte von Amelie Nothomb

Inhalt
Der in der Ich-Form geschriebene und wohl zu einem großen Teil autobiographische Roman erzählt die Liebesgeschichte zwischen einer Belgierin und dem jungen japanischen Französisch-Studenten Rinri, die sich dadurch kennenlernen, dass sie seine Französisch-Nachhilfelehrerin wird. Sie schildert stilistisch wunderbar den Alltag mit ihrem Freund, der sich so sehr von dem europäischen Alltagsleben unterscheidet. Sie besucht seine Universität, geht mit ihm ins Kino und versucht, ihn und seine Kultur zu verstehen.

Auch unternehmen sie viele Ausflüge innerhalb Japans, der Leser erfährt somit nebenbei viel über das Land, etwa über Hiroshima und sein Atombombenmuseum, sie besteigen den Fuji und fahren auf die Westseite nach Niigata. All dies vermittelt die Autorin dem Leser auf eine leicht lesbare, aber sehr einfühlsam geschriebene und gut beobachtete Art und Weise. Amelie beginnt 1990 für einen japanischen Konzern zu arbeiten und kommt in die typisch japanische Arbeitsmühle mit sehr langen Arbeitstagen. Rinri möchte Amelie heiraten und bedrängt sie immer wieder, etwa bei einem gemeinsamen Ausflug nach Sado. Sie bringt es jedoch nicht über das Herz, ihm zu sagen, dass sie ihn nicht heiraten will, obwohl sie ihn mag. Dennoch fühlt sie sich unglücklich…

Fazit
Es ist ein ungewöhnlicher, aber sehr lesenswerter Roman, 2007 Original und 2010 auf Deutsch erschienen. In Deutschland ist die Autorin bislang nicht sehr bekannt, sie soll jedoch in Frankreich sehr beliebt sein und ihre Bücher stets auf den Bestsellerlisten zu finden. Für Leser, die sich für Japan und das japanische Leben interessieren, ist das Buch besonders empfehlenswert. Natürlich kann eine junge Autorin, die auch teilweise autobiographisch schreibt, das Leben in Japan in den 80er Jahren nicht in allen Facetten schildern, aber die Eindrücke, die sie vom „damaligen“ Japan, vor allem von der Jugendszene, bietet, sind sehr authentisch. Für jemanden wie den Rezensenten, der das Tokyo von damals und heute kennt, gibt es viele Aha-Erlebnisse, die einen schmunzeln lassen, so beispielsweise die Marotte der Japaner, alle ihren Eigenarten mit ihrer Insellage zu erklären, die Schwierigkeit der Japaner, Fremdsprachen zu sprechen (basierend auf dem damals noch schlechterem Niveau bzw. der Art der Sprachausbildung) oder die ungewöhnliche Art des Studiums bzw. der Schulausbildung in Japan (S. 106f.) und vieles andere mehr.

Auch die Übersetzung aus dem französischen Original liest sich sehr flüssig und gut gelungen, auch wenn es einige Haken gibt (bspw.  gleich auf S. 5 „im Cafe von Ometesando“ – macht im Kontext keinen Sinn). Negativ fällt jedoch vor allem der Preis für den kleinen Hardcoverband auf: 18,90 Euro für 162 Seiten sind einfach – auch, wenn man berücksichtigt, daß das Buch – leider – sicherlich keinen Massenmarkt abdecken wird – zu teuer. Sicherlich hätte es Möglichkeiten gegeben, den Preis hier etwas attraktiver zu gestalten und nicht zuletzt dann auch mehr Käufer zu finden.

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