Der Kinderdieb

Autorenwertung
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  • Gesamt
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Der Kinderdieb

Jakob Schmidt (Übersetzer). PAN 2010, Gebundene Ausgabe, 664 Seiten, € 4,08

Rezension von: bluecanvas | Rezensionsdatum:

Der Kinderdieb von

Inhalt
Nick, ein New Yorker Teenager aus schwierigen familiären Verhältnissen begegnet an einem düsteren Tag, während eines vermeintlichen Tiefpunkts in seinem Leben, einem mysteriösen Jungen in ungewöhnlicher Kleidung. Der Junge hilft Nick unerwartet aus seiner Misere und verspricht ihm ein Leben voller Wunder und Spannung – und ganz ohne Erwachsene, die Kindern jede Freude am Leben rauben.

Was er zunächst für einen lächerlichen Scherz hält, verwandelt sich bald in erschreckende Realität, als Nick dem geheimnisvollen Jungen mit den spitzen Ohren durch einen Zaubernebel folgt und sich in einer magischen Welt wiederfindet, die Nicks Erwartungen so gar nicht gerecht wird.

Spiel und Spaß sucht man hier vergebens. Vielmehr sieht sich der abgebrühte New Yorker mit einem Kampf auf Leben und Tod konfrontiert, dem nur die stärksten Kinder gewachsen sind. Denn Kinder sind es, die der fremde Junge aus allen Teilen der Welt um sich geschart hat, um einer mörderischen Bedrohung in seinem Zauberreich Herr zu werden.

Rasch stellt sich heraus, dass es wieder einmal Erwachsene sind, die den Kindern das Leben zu Hölle machen und in rasender Blutgier nach ihrem Leben trachten.
Nick stellt sich dem Kampf und sieht sich bald einer großen Zahl magischer Geschöpfe gegenüber, die nicht erst seit der Ankunft der Menschen im Zauberreich um ihr Überleben und ihre Existenz kämpfen müssen –  denn Märchen und Realität liegen nicht so weit voneinander entfernt, wie der aufgeklärte Leser glauben möchte.

Der Junge, der nicht erwachsen werden will
Bereits zu Beginn des Romans wird deutlich, dass der Autor mit diesem Roman den Peter Pan-Mythos in einen neuen Mantel hüllt. Während die Insel „Nimmerland“ ein romantisch verklärter Ort war, an dem Kinderträume wahr werden konnten, so ist die Zauberinsel des „Kinderdiebs“ ein wahrgewordener Albtraum, in welchem sich der vom Leben enttäuschte Nick ohne Hoffnung auf Rettung wiederfindet.

Nicht nur die Rahmenhandlung des Kampfes gegen die gefürchteten Erwachsenen, die von den Kindern lediglich „Fleischfresser“ genannt werden, wird vom Autor mit erschreckender Detailgenauigkeit dargestellt. Auch die magische Inselwelt artet mitunter in eine bedrohliche Hölle aus, die in keiner Weise einer von Elfen und Feen bevölkerten Welt in unserer Vorstellung entspricht.

Doch gerade das macht den Reiz dieses Buches aus. Der Verfall einer vormals von Schönheit erfüllten Zauberwelt ist ein wesentliches Merkmal der Handlung, die sich im Laufe des Romans zu einer geradezu spirituellen Sinnsuche entwickelt, bei welcher der Leser vielen tatsächlichen Gestalten aus Mythen und Sagen begegnet.

Illustrationen
Das Buch ist mit zahlreichen Illustrationen des Autors Brom versehen, die dem Leser einen Einblick in die Gedankenwelt des Autors und dessen Vorstellung von den Charakteren und Szenerien gewährt. Die hochqualitativen Zeichnungen können durchaus als Bereicherung des Gesamtwerkes gelten und machen aus einem erstklassigen Roman einen wahren Blickfang im Bücherregal.

Fazit
Verstörend, dunkel und erschreckend – und dennoch bleibt der Kern von Peter Pan bestehen. Der Autor versteht auf spannende Art und Weise die mythologische Sagenwelt Großbritanniens mit dem literarischen Universum von James Matthew Barries Peter Pan zu verweben, sodass ein völlig neues und eigenständiges Werk entsteht, das den Leser in eine vormals paradiesische Welt entführt, die vom Verfall bedroht wird.

Doch ist eine Welt ohne Magie überhaupt vorstellbar? Mit dieser Frage müssen sich nicht nur die Charaktere des Buches auseinandersetzen, auch der Leser bleibt davon nicht unberührt.

Ein Fantasy-Thriller der besonderen Art: „Der Kinderdieb“.

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