Der kleine Bruder

Autorenwertung
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  • Charaktere
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  • Anspruch
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  • Gesamt
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Der kleine Bruder

Sven Regener. Eichborn 2008, Gebundene Ausgabe, 288 Seiten, € 13,65

Rezension von: istillreadbooks | Rezensionsdatum:

Der kleine Bruder von

Inhalt
Nachdem Frank Lehmann es geschafft hat mit dem Vortäuschen eines Selbstmordversuchs seine vorzeitige Entlassung aus der Bundeswehr zu bewirken, macht er sich, gemeinsam mit seinem Kumpel Wolli, auf die Reise nach Berlin. Er erhofft sich, dort seinen großen Bruder Manfred wiederzusehen, auch wenn er diesen vor Reiseantritt telefonisch nicht erreichen konnte und sich somit in gewisser Weise auf eine „Fahrt ins Ungewisse“ begibt. Schon die Fahrt von Bremen nach Berlin gestaltet sich dank Wollis ständigem Gebrabbel schwieriger als erwartet, und als Frank erst einmal in Berlin angekommen ist, scheint dort nahezu alles aus dem Ruder zu laufen: Es beginnt eine lange Nacht, in der so ziemlich alles schief geht, was schief gehen kann. Doch damit ist das Abenteuer Berlin für Frank Lehmann noch lange nicht „erledigt“: In den folgenden Tagen erfährt er zwar vieles über seinen Bruder, doch eines erfährt er nicht: Wo sein Bruder denn nun eigentlich überhaupt ist.

Von chaotischen Wohngemeinschaften und Möchtegern-Künstlern im Berlin der 80er Jahre
Sven Regeners Roman „Der kleine Bruder“ bildet den dritten Teil der Lehmann-Trilogie. Der Roman beschreibt die Geschehnisse, die sich zwischen Frank Lehmanns Flucht aus seinem alten Leben in Bremen und dem „neuen Leben“ in Berlin ereigneten. Um die Handlung nachvollziehen zu können, muss man jedoch keinesfalls auch die ersten beiden Lehmann-Bücher gelesen haben, der Verlauf der Geschichte ist so gestaltet, dass die Ereignisse in „Der kleine Bruder“ auch in sich selbst eine geschlossene Handlung bilden, obgleich natürlich mit offenem Anfang und Ende. Als Frank Lehmann nach einer nervenaufreibenden Fahrt endlich Berlin erreicht hat, ist von seinem Bruder Manfred weit und breit keine Spur.

Die Adresse, die Manfred seinem Bruder Frank genannt hatte, führt Frank nur zu ein paar verwegenen Gestalten, die offensichtlich die Mitbewohner von Manfred sind. In Berlin ist Manni (so der Rufname von Manfred Lehmann, jedenfalls der, unter welchem sein Bruder ihn kennt) nur als Freddie bekannt, und wo dieser besagte Freddie sich gerade herumtreibt oder was er tut, scheint niemand so genau zu wissen. Freddies Freunde verwickeln Frank in eine Reihe fulminanter Ereignisse, und Frank lässt sich treiben, folgt den kuriosen Gestalten, die Freddie zumindest halbwegs zu kennen scheinen, mehr oder minder bereitwillig – immer in der Hoffnung, endlich seinen Bruder Manni wiederzufinden. Doch die Suche gestaltet sich mehr und mehr zu einem Spießrutenlauf…

Fazit
Mit „Herr Lehmann“ und „Neue Vahr Süd“ gelangen Sven Regener zwei von der Presse gefeierte Romane, die sich monatelang in den Bestsellerlisten halten konnten. Mit „Der kleine Bruder“ liegt nun der lang erwartete dritte und letzte Teil der Lehmann-Trilogie vor, der die Frage, was zwischen den beiden „Lebensepisoden“ Bremen und Berlin mit Frank Lehmann geschehen ist, beantwortet.

Die mitunter „harte“ Erzählsprache Regeners in diesem Roman ist anfangs für den einen oder anderen Leser vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, doch wer sich auf den Roman einlässt, wird mit einer äußert amüsanten und nicht weniger kuriosen und kurzweiligen Geschichte belohnt. Sowohl Kenner der ersten beiden Lehmann-Romane als auch „Neueinsteiger“, die eine lustige Handlung mit ungemein interessant angelegten Charakteren zu schätzen wissen, werden an diesem Roman ihre Freude haben.

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