Der Mann unter der Treppe

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Der Mann unter der Treppe

Regine Elsässer (Übersetzer). Suhrkamp Verlag 2007, Taschenbuch, 269 Seiten, € 8,90

Rezension von: lilo05 | Rezensionsdatum:

Eine heile Welt, oder?

Frederik und Paula sind ein glückliches Paar mit zwei kleinen Kindern, das sich gerade einen Traum erfüllt hat: den Traum vom eigenen Haus. Alles scheint perfekt – bis sich herausstellt, das sie einen Untermieter zu haben scheinen, der sich schon seit Jahren im Haus unter der Treppe eingenistet hat.  Immer mehr macht sich dieser Hausgenosse im Leben Leben der Familie bemerkbar und die heile Welt gerät zusehends aus den Fugen. Unvorstellbares geschieht…

Friede, Freude, Eierkuchen

Frederik ist Verwaltungsangestellter und Paula Künstlerin. Fabino, der kleine Sohn der beiden, ist im Kindergartenalter, Olivia fast noch ein Baby. Die Ehe der beiden ist vorbildlich, auch wenn von Anfang an klar ist, dass beide unterschiedlichen familiären Verhältnissen entstammen. Während Paula ein behütetes Elternhaus genoss, sich zuerst dem Tanz und nun der Kunst verschrieben hat, wuchs Frederik in einer zerrütteten Familie auf, ist eher praktisch veranlagt und liebt das Bodenständige. Er vergöttert seine schöne Frau, kann ihren Kunstwerken jedoch nur wenig abgewinnen. Das gekaufte Haus mit Garten, umgeben von einer paradiesischen Natur scheint eine logische Ergänzung der Familienidylle zu sein.

Vorboten der Disharmonie

Ein kleines Männlein, das schon seit Jahren unter der Treppe des Hauses in einem Verschlag zu wohnen scheint, gibt der Familie ein Rätsel auf. Immer wieder taucht er auf, im Garten, in der Nacht, in der Wohnung. Wer ist der Mann? Ein Troll, ein Geist, ein Mann aus Fleisch und Blut? Ist er gar gefährlich? Und wie wird man ihn wieder los? Diese Frage beschäftigt Frederik mehr und mehr, während seine Frau die Dinge gelassener sieht. Er sucht überall nach einer Erklärung, macht sogar die Vorbesitzerin des Hauses ausfindig, verzettelt sich, vernachlässigt seine Arbeit. Paula und die Kinder ziehen sich immer mehr in die eigene Welt zurück. Frederiks Isolation in allen Lebensbereichen wird immer spürbarer. Schlimme Dinge geschehen, Frederik kann sie weder einordnen noch bewältigen. Das Leben wird zu einer Farce…

Fazit

Psychothriller par excellence

Die schwedische Schrifstellerin kennt ihr Metier wie kein anderer. Sie ist Meisterin darin, eine subtile Spannung aufzubauen und eine surreale Horrorwelt zu schaffen. Menschliche Abgründe tun sich auf, die den Leser in ihren Bann ziehen und auf seltsame Art frustrieren. Umso mehr strebt man gierig dem Ende des Romans entgegen und hofft auf eine Auflösung des ganzen Dilemmas. Die Autorin agiert auf hohem Niveau, dennoch ist der Roman sprachlich sehr schlicht und einfach gehalten, schnörkellos, ohne langwierige Beschreibungen ohne Sinn. Dieses Buch macht schon deshalb Lust auf mehr Lektüre von dieser Schriftstellerin.

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