Der Satan schläft nie: Mein Leben bei den Zwölf Stämmen

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Rezension von: Registano | Rezensionsdatum:

Die Zwölf Stämme sind eine in den USA gegründete Sekte, die weltweit einige 100 Mitglieder hat. Vermutlich spricht diese Gemeinschaft selbst von etlichen tausend, wie dies in derartigen Fällen so üblich ist. Es handelt sich um eine hierarchische Gesellschaft, die nach den Gesetzen der Bibel lebt. Was nicht gottgefällig ist oder zu weltlich, ist von Satan. Über diese und ähnliche absonderliche Ansichten berichtet Aussteiger mit dem Journalisten Axel Wolfsgruber in dem Taschenbuch „Der Satan schläft nie: Mein Leben bei den Zwölf Stämmen“.

In die Medien gelangte diese Gemeinschaft in letzter Zeit wegen ihres Umgangs mit den eigenen Kindern, die äußerst streng und mit Schlägen erzogen werden. Sie werden unterdrückt, dürfen nicht auf öffentliche Schulen und lernen keinerlei Eigenverantwortung. Dies führt dazu, dass sie nicht selbstständig denken und der Gemeinschaft erhalten bleiben. Aussteiger sind mit ständigen Schuldgefühlen konfrontiert, da die Welt ja von Satan regiert wird. Dies ist in wenigen Worten der Hintergrund zu diesem Buch. Der Aussteiger Robert Pleyer war ein Sinnsuchender, als er sich in den 90er Jahren den Zwölf Stämmen anschloss. Er hatte Schuldgefühle zu verkraften und fand in dieser Gemeinschaft wonach er suchte, jedenfalls in der ersten Zeit. Immer wieder plagten ihn in den folgenden Jahren jedoch Zweifel, er stieg auch tatsächlich aus, kehrte jedoch zurück und wurde Vater. Die Strenge, die er seinen eigenen Kindern angedeihen lassen musste, führte dazu, dass er erneut den Ausstieg wagte, gemeinsam mit seiner in die Sekte hineingeborenen Frau. Deren Vater gehört dem Ältestenrat an,  regelt also das Leben der Sektenmitglieder maßgeblich und bestimmt es. Auch aus diesem Grund kam seine Frau in der realen Welt nicht zurecht. Sie kehrte zurück, doch Robert Pleyer ließ man weder zu ihr noch zu den gemeinsamen Kindern. Wer dieses Buch liest, wird entsetzt sein, dass derartige Probleme in unserer aufgeklärten Zeit vor den Augen der Behörden ablaufen können.

Rober Pleyer beschönigt nichts, auch nicht seine Verfehlungen. Er kritisiert die Doppelmoral der Zwölf Stämme, und dass die Ältesten, sozusagen die lokalen Stellvertreter des eigentlichen Sektenführers, den Bezug zur Realität völlig verloren haben. Sie glauben nämlich tatsächlich, dass der Satan niemals schläft und dass jegliche Zuwiderhandlung zu ihren Entscheidungen von ihm ausgehen und Gottes Rache zur Folge haben werden.  Sogar die normalen Kirchen werden ihrer Meinung nach von Satan geleitet, Feste wie Weihnachten oder Ostern werden auch deshalb nicht gefeiert. Die Ältesten verlangen, dass die Kinder mit einer Rute geschlagen werden, sie unterjochen die eigenen Mitglieder und nehmen ihnen ihr Geld. Dies alles beobachtete und erlebte der Autor und schaffte letztendlich doch den Absprung aus einer Sekte, bei der man sich fragt, wie sich normale Menschen überhaupt in sie einfügen können.

Fazit:

Das Buch „Der Satan schläft nie“ ist eine so erschreckende wie auch interessante Reportage über Vorgänge in einer antiquierten Gemeinschaft, die ein normal denkender Mensch niemals verstehen wird. Wer die 2014 von RTL gesendeten Insiderreportagen über die Zwölf Stämme gesehen hat, für den ist dieses Taschenbuch eine ideale Ergänzung, wer sich allgemein für ein derartiges Thema interessiert, sollte sich das Buch ohnehin kaufen.

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