Der Sieger bleibt allein

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Der Sieger bleibt allein. Roman

Maralde Meyer-Minnemann (Übersetzer). Diogenes Verlag 2009, Gebundene Ausgabe, 498 Seiten, € 12,00

Rezension von: istillreadbooks | Rezensionsdatum:

Der Sieger bleibt allein von

Inhalt
Die sogenannte Elite und die „oberen Zehntausend“ der Gesellschaft: Menschen, die ein glückliches Leben voller Vergnügungen und Abwechslung führen und sich dabei über so lästige Dinge wie etwa Geld oder Arbeit gar keine Gedanken machen müssen – so hat es zumindest den Anschein, und in unserer heutigen globalisierten Welt dreht sich fast alles um Stars, um den Klatsch und Tratsch rund um diese „Stars“, und so erscheint den meisten „normalen Menschen“ ein Leben, wie es die Superreichen und Prominenten führen als das „ultimative Glück“. Doch ist dies wirklich so? Paulo Coelho riskiert in „Der Sieger bleibt allein“ einen Blick hinter die sorgfältig aufgebaute Fassade und führt den Leser in die Welt der selbsternannten Elite ein, nicht ohne dabei so manche Illusion und manche Wunschvorstellung zu zerstören.

Ein gnadenlos offenes Porträt der oberflächlichen Scheinwelt von Stars und Sternchen und zugleich ein spannender und wendungsreicher Thriller
Mit „Der Sieger bleibt allein“ beschreitet der inzwischen weltbekannte brasilianische Schriftsteller Paulo Coelho gewissermaßen Neuland. Während seine bisherigen Romane meist vor allem tiefgründige Erzählungen waren, in denen der Leser sich immer wieder mit sich selbst und seinem eigenen Leben, seinen Wertvorstellungen und seinen Träumen auseinandersetzen musste, geht es in „Der Sieger bleibt allein“ nicht nur um Werte, Vorstellungen und um die Verlogenheit gesellschaftlicher Konventionen, sondern Coelho baut noch ein zusätzliches neues Element ein, was man so nicht unbedingt erwartet hätte. Er webt eine Geschichte um einen verzweifelten Mörder mit in den Handlungsverlauf ein, die Geschichte eines Mannes, der scheinbar alles hat – Geld, jeglichen Luxus, den diese Welt ihm bieten kann und ein sorgenfreies Leben – doch das eigentlich Wichtigste hat er verloren: Die Liebe.

Dieser Mann, Igor, ist einer der Hauptprotagonisten in „Der Sieger bleibt allein“ und Paulo Coelho gelingt es, die Jagd nach einem Mörder besser zu beschreiben und wiederzugeben, als dies so mancher Thrillerautor vermag, obgleich die Geschichte um Igor, der ohne Rücksicht auf das Leben anderer Menschen fieberhaft versucht, seine einzige Liebe zurückzugewinnen geschickt in die Haupthandlung mit einfließt. In der Haupthandlung beschreibt Coelho indes eine Woche in der französischen Stadt Cannes zu Zeiten des weltberühmten Filmfestivals, welches dort schon seit geraumer Zeit jährlich stattfindet. Er beschreibt die Träume, Illusionen und Vorstellungen verschiedener Charaktere – da sind zum einen die meist naiven jungen Mädchen, die von der großen Schauspielkarriere träumen und fast alles tun würden, um dieses Ziel zu erreichen, da sind die Regisseure, die nicht mehr weiter aufsteigen können und ihren Mitmenschen deshalb mit Ignoranz und Arroganz gegenübertreten und da sind die zahlreichen scheinbar bedeutungslosen Menschen, die ihren Idolen und Stars hinterherjubeln und sich vom Glamour blenden lassen.

Letztlich zerbrechen aber nicht nur die Träume der Jungschauspielerinnen, sondern auch diejenigen, die es bis ganz nach oben geschafft haben, stehen plötzlich vor einem Scherbenhaufen – doch an dem Starkult ändert dies alles nichts.

Fazit
„Der Sieger bleibt allein“ ist ein fesselndes Buch und genauso lesenswert wie alle anderen Werke Paulo Coelhos. Auch in „Der Sieger bleibt allein“ wirft Coelho wieder essentielle Fragen auf, und es wäre durchaus wünschenswert, wenn viele Menschen dieses Buch lesen würden, um sich nicht länger von falschen Idealen leiten zu lassen und sich vom Glamour einer Scheinwelt blenden zu lassen – auch wenn manches in „Der Sieger bleibt allein“ teilweise doch etwas weit hergeholt erscheint.

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