Der Täuscher

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Der Täuscher

Thomas Haufschild (Übersetzer). Blanvalet Verlag 2009, Gebundene Ausgabe, 544 Seiten, € 29,99

Rezension von: Kokoro | Rezensionsdatum:

Der Täuscher von

Inhalt
Lyncoln Rhyme ist gerade dabei, gemeinsam mit Kollegen seinen alten „Bekannten“, den Verbrecher Richard Logan, in UK zu verfolgen und zu stellen, wobei der querschnittsgelähmte Rhyme dies wie immer von New York aus vom Bett koordiniert und mit seinem brillanten Wissen unterstützt. Plötzlich erreicht ihn die Nachricht, dass sein Bruder unter Mordverdacht verhaftet wurde…

Abwechselnd werden nun in den folgenden Kapiteln und 540 Seiten Rhymes Vorgehen und die Gedankenwelt und das Vorgehen des Täters geschildert. Rhyme stellt schnell fest, dass es sich jeweils um fingierte Beweise handelt, jedoch meisterhaft gemacht. Dabei ist der Leser Rhyme jeweils einen Mord voraus. Der Mörder ist ein Zahlen- bzw. Statistikfetischist, der Menschen im allgemeinen als 16er bezeichnet (dies ist die Codierung für Personen der im folgenden wichtig werdenden Datenfirma SSD) und alle nur denkbaren Informationen über seine zukünftigen Opfer zusammenträgt – und die des ahnungslosen „Täters“, dem er die Tat unterschieben will und wird. Dafür sucht er gern auch einmal im Müll der Personen, die hinterher als Täter verdächtig werden und wählt dabei diese Personen sehr sorgfältig aus (S. 92/93). Seine Morde nennt er „Transaktionen“.

Durch die Schilderung seiner Gedankengänge lernt der Leser viel über den wirklichen Täter, ohne dass er jedoch dessen Identität erfährt. Es ist jedoch klar, dass der Täter beruflich viel auf Daten zugreifen kann. Schon auf Seite 108 sind Rhyme und seine Kollegin und Freundin Amalia Sachs auf er richtigen Spur, der Täter kann jedoch entkommen, vor allem, weil er sich ein „Mr. Nobody“-Aussehen zugelegt hat, an den sich niemand der Zeugen wirklich erinnern kann – es ist zum „Haare-Raufen“!

Im Verlauf der spannenden Ermittlungen gerät Sachs auch in akute Lebensgefahr, und sie lernen einen ehemaligen Arzt kennen, dem der Täter zuerst seine Identität und dann sein Leben gestohlen bzw. systematisch zerstört hat. Ihre Spur führt daher recht bald zu einem Datenbankanbieter, der Firma SSD und unterhalten sich mit dessen Geschäftsführer Andrew Sterling. Der Leser muss hilflos mit „ansehen“, wie der sympathische Polizist in der Firma scheinbar „zufällig“ in ein Gespräch verwickelt wird, bei dem zu vermuten ist, dass es nur geführt wird, um Daten über ihn zu erhalten – das nächste „Täteropfer“? Auch der Hausmeister von SSD hat Unregelmäßigkeiten festgestellt und sie seinem Vorgesetzten gemeldet (es wurden andere Arbeitszeiten als die tatsächlich gearbeiteten gebucht) – der Täter hat ihn als Sündenbock für den Notfall aufgebaut!

Das Problem ist, dass auch die Ermittler ihre Schlussfolgerungen auf Daten stützen (Arbeitszeiten, Mautinformationen usw.) – Daten, die vom Täter gefälscht wurden bzw. hätten gefälscht sein können! So wird der Geschäftsführer als Verdächtiger beispielsweise nur deshalb ausgeschlossen, weil er scheinbar zur Tatzeit ganz woanders war (Mautdurchfahrt seines Autos)… Nichts ist, wie es scheint!

Fazit
Wieder einmal ein super spannender und genial durchdachter Lyncoln Rhyme-Thriller von Deaver. Ein Pageturner, wie er im Buche steht! Dabei greift der Autor gleichzeitig ein hochaktuelles und brisantes Thema – den Identitätsraub und Datensicherheit –auf und verpackt sie in einen Thriller der Sonderklasse. Leser, die bislang die Gefahren von digitalen Daten und ihrem Gebrauch nicht für voll genommen werden, werden sich sicherlich ab sofort ins analoge Zeitalter zurückwünschen! Ein absolut empfehlenswertes Buch!

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