Der Trakt

Autorenwertung
  • Spannung
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  • Charaktere
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  • Faszination
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  • Anspruch
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  • Realismus
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  • Gesamt
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Rezension von: Andreas Kurth | Rezensionsdatum:

Der Trakt von

Inhalt
Synapsen im Gehirn bilden sich, wenn ein Mensch eine Tätigkeit häufig genug wiederholt. So lernt er sprechen, laufen und alles weitere im Laufe des Lebens. Was passiert aber, wenn diese Verbindungsknoten im Gehirn künstlich geschaffen oder manipuliert werden können? Fluch oder Segen für die Menschheit? Sibylle Aurich, so lautet jedenfalls der Name, an den sich die 34-jährige Frau bei ihrem Erwachen in einem dunklen Kellerraum erinnert, macht ganz eigene Erfahrungen mit den medizinischen Künsten der Gehirnforscher. Davon weiß sie bei ihrem Erwachen jedoch nichts.Vielmehr erinnert sie sich genau an ihren Fußweg durch den nächtlichen Park, und einen Überfall. Auch sonst ist ihre Erinnerung völlig klar: Sie heißt Sibylle Aurich, ist 34 Jahre alt, lebt mit Mann und Kind in Regensburg. Sie scheint fast unversehrt.

Der Alptraum beginnt
Dennoch beginnt mit ihrem Erwachen die alptraumhafte Suche nach ihrer Identität. Ein Arzt berichtet Sibylle, dass sie zwei Monate im Koma gelegen habe. Auf drängende Fragen nach ihrem Sohn Lukas gibt er zunächst keine Antworten, um ihr dann zu erklären, dass sie keinen Sohn habe, und zu ihrem eigenen Schutz vorläufig im Krankenhaus bleiben müsse. Sibylle gelingt die Flucht, nur um dann festzustellen, dass die Welt offensichtlich die Erinnerung an ihre Person verloren hat. Nur mit einem Krankenhaushemd bekleidet wird sie von einer freundlichen Frau namens Rosi Wengler aufgelesen. Diese schüttelt angesichts der wirren Geschichte den Kopf, bringt Sibylle aber nach Hause. Dort geht der Alptraum erst richtig los: Ihr Mann Johannes erkennt sie nicht, von ihrem eigenen Hochzeitsfoto starrt ihr das Gesicht einer anderen Frau entgegen, und auch ihr Ehemann will nichts von ihrem Sohn Lukas wissen.

Welche Rolle spielt Rosi?
Johannes alarmiert die Polizei, die daraufhin die vermeintliche Fremde festnimmt und sie verdächtigt, etwas mit dem Verschwinden von Sibylle Aurich vor zwei Monaten zu tun zu haben. Sie dagegen will der Polizei die Räume zeigen, in denen sie gefangen war. Als Sibylle merkt, dass man ihr weiterhin nicht glaubt, gelingt ihr erneut die Flucht. Sie wendet sich erneut an Rosi, um dort erstmal zur Ruhe zu kommen. Weitere Besuche führen Sybille zu ihrer dementen Schwiegermutter und zu ihrer besten Freundin – aber niemand erkennt sie. Und überall gibt es Fotos, auf denen eine andere Frau zu sehen ist. Schließlich wird auch das Vertrauen in Rosi erschüttert, als ein Fremder ihre Aufmerksamkeit erregt. Er erzählt ihr, seiner Schwester sei es genauso ergangen wie ihr, auch sie sei verschwunden und habe nach ihrer Flucht aus einem Krankenhaus von einem Sohn erzählt, den sie nie hatte. Der Mann vermutet, Rosi gehöre zu den Entführern.

Showdown in München
Wem soll Sybille nun noch trauen? Mit ihrem neuen Mitstreiter, der sich nach vielem Hin und Her als Mitarbeiter des Landeskriminalamtes ausgibt, fährt Sibylle nach München, denn sie glaubt sich an den Besuch eines Konzertes von Peter Maffay zu erinnern. Und das zu einem Zeitpunkt, zu dem sie angeblich im Koma lag. In der bayrischen Hauptstadt kommt sie endlich einer dubiosen Firma auf die Spur, die Experimente mit dem menschlichen Gehirn durchführt. Die Spur wird immer heißer, aber jetzt entpuppt sich der angebliche LKA-Mitarbeiter als Sohn des „Bad Guy“. Im ebenso turbulenten wie dramatischen Finale steht plötzlich Rosi wieder an Sibylles Seite – und für den Leser gibt es auf den letzten Seiten – oder in den letzten Minuten – einige haarsträubende Überraschungen.

Zum Glück ist alles nur ausgedacht
Dieser spannende Thriller gehört eindeutig in die Kategorie: „Zum Glück ist alles nur ausgedacht“. Man kennt Fälle von Gedächtnisverlust, teilweise oder total. Und es gibt viele Variationen von Persönlichkeitsmanipulationen, die Geheimdienste von CIA bis FSB sich erdacht und angewendet haben. Aber dieses „Spiel“ mit den Synapsen, ohne hier zu viel zu verraten, ist beängstigend. Wir wissen heute, das es in allen Fachgebieten Wissenschaftler gibt, die etwas ohne Rücksicht auf ethische Prinzipien durchführen, wenn es denn irgendwie machbar ist. Und ebenso gibt es Wissenschaftler, die skrupellos genug sind, ihr Wissen auch zum Anhäufen von Macht und Geld zu nutzen.

Der Autor
Arno Strobel, 1962 in Saarlouis geboren, studierte Informationstechnologie. Nach einigen Jahren Selbständigkeit als IT-Unternehmensberater ging er nach Luxemburg, wo er seitdem bei einer großen deutschen Bank mit der IT-Projektdurchführung betraut ist. Mit dem Schreiben begann er im Alter von fast vierzig Jahren. Arno Strobel lebt heute mit seiner Familie in der Nähe von Trier. „Der Trakt“ ist sein dritter Roman, der nächste ist in Arbeit.

Fazit
Kurz gesagt: Ich halte den Plot in diesem Buch für durchaus realistisch, beängstigend realistisch. Der schnelle Wechsel von Verbündeten und Verrätern fordert allerdings nicht nur der Heldin, sondern auch den Lesern/Hörern einiges ab. Aber das ist ja auch ein Thriller, und keine Reiseerzählung. Einziger Minuspunkt in diesem überaus rasanten Verwirrspiel ist am Ende die fast zu sanfte Reaktion der Protagonistin. Aber offenbar wollte Arno Strobel nach dem Horror, den die Heldin erlebt hat, das Ende halboffen gestalten, damit sich zartfühlende Gemüter ein Happy-End denken können. Und das ist schließlich seine dichterische Freiheit.

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