Der Vorleser

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Der Vorleser

Bernhard Schlink. Diogenes 2010, Taschenbuch, 207 Seiten, € 9,40

Rezension von: gerdahutt | Rezensionsdatum:

Der Vorleser

Eine ungewöhnliche Geschichte
Der 15 jährige Michael übergibt sich auf dem Nachhauseweg von der Schule. Eine Frau, mittleren Alters , hilft ihm. Er ist für längere Zeit krank (Gelbsucht). Gegen Ende seiner Krankheit bringt er der Frau, auf Drängen seiner Mutter, einen Blumenstrauß. Sie ist nicht zuhause. ImTreppenhaus wartet er auf ihre Rückkehr. Er übergibt das Geschenk. Die Frau bittet ihn, auf sie zu warten. Sie wolle außer Haus. Durch die angelehnte Tür kann er sehen, wie sie sich umzieht. Er wird von der Frau magisch angezogen und besucht sie wieder. Dies ist der Beginn einer sexuellen Beziehung zwischen beiden.

Sie schlafen miteinander. Eines Tages bittet ihn Hanna, ihm etwas vorzulesen. Er kommt ihrem Wunsch nach. Sie schlafen miteinander und anschließend liest er ihr etwas vor, aus Büchern, die er kennt. Der Ablauf der Treffen hat ein festes Ritual, das sich täglich wiederholt. Hanna spornt ihn an, für die Schule zu arbeiten, um das Klassenziel, trotz längerer Krankheit, zu erreichen. Er schafft es. Doch eines Tages ist Hanna verschwunden. Er versucht vergeblich sie zu finden.

Jahre später
Die Jahre vergehen. Michael hat andere Beziehungen, heiratet, doch zu einer festen Bindung ist er nicht in der Lage. Die Ehe scheitert, ebenso wie alle anderen Beziehungen zum weiblichen Geschlecht. Michael ist Jurastudent und soll einen Prozess besuchen, bei dem Naziverbrechen auf der Tagesordnung stehen. Ausgerechnet hier trifft er Hanna wieder, als Angeklagte. Sie war Aufseherin in einem Lager. Er ist mehr oder weniger der Situation ausgeliefert. Hanna nimmt z.T. Schuld auf sich, die sie gar nicht begangen hat. Michael will ihr helfen, berät sich mit seinem Vater und läßt es dann sein.

Hanna wird verurteilt, kommt in ein Gefängnis. Er schickt ihr Kassetten zu, die es besprochen hat. Während dem Prozess ist Michael klar geworden, daß seine Freundin nicht lesen und schreiben kann, und deshalb diesen Job angenommen hat. Eines Tages erhält er einen Brief von ihr. Sie hat schreiben gelernt. Er freut sich. Als Hanna entlassen werden soll, wendet sich die Gefängnisleiterin an ihn, ob er ihr nicht eine Wohnung und Arbeit beschaffen könnte. Beides erledigt er. Als er Hanna am Tag der Entlassung abholen will, wird ihm mitgeteilt, daß sie sich das Leben genommen hat.

Fazit 
Bernhard Schlink, der Autor des Bestsellers thematisiert hier zwei Themen: Geschlechtsbeziehungen zu Minderjährigen, die bei uns eigentlich unter Strafe stehen, und die Naziverbrechen. In beiden Fällen hat sich Hanna schuldigt gemacht, obwohl sie nur wegen ihrer Nazivergangenheit angeklagt wird. Bei dem ganzen Prozess zeigt sie keinerlei Einsicht, Unrecht begangen zu haben, etwas falsch gemacht zu haben, und der Autor kennt dafür nur eine Lösung: den freiwilligen Selbsttod. Das Böse darf nicht überleben, rottet sich in diesem Falle selbst aus.

Ein Buch, das auch verfilmt wurde, das man in einem Zug durchliest. Die Lektüre lohnt sich auf jeden Fall und regt zum Nachdenken an.

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