Die Blendung

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Die Blendung. Roman.

Elias Canetti. Fischer Taschenbuch 2010, Taschenbuch, 512 Seiten, € 12,00

Rezension von: Remary | Rezensionsdatum:

Die Blendung von

Der große Roman „Die Blendung“ ist der Erstling des Nobel- und Georg – Büchner – Preisträgers Elias Canetti (1905-1994), welchen der in Bulgarien geborene Schriftsteller, bereits mit 26 Jahren verfasste. Das Werk erscheint erstmalig 1935 in Wien. Canettis Roman besteht aus drei großen gedanklichen Teilen unterteilt in insgesamt 30 Kapitel.

Scharfsinnig und weitblickend beobachtet, gelingt Elias Canetti eine präzise Analyse der zerstörerischen Kraft von menschlicher Stumpfheit, Einfältigkeit und geistiger Reglosigkeit, die schleichend, absolut unbewusst und wehrlos in das geniehafte, besessene,  interlektuelle Individuum eindringt. Die Überschriften der drei Romanteile: Teil 1 – Ein Kopf ohne Welt; Teil 2 – Kopflose Welt; Teil 3 – Welt im Kopf, lassen bereits vorahnungsvoll auf eine strukturiert sich zuspitzende lebensbedrohliche Entfremdung des Protagonisten schließen.

Inhalt

Der hochintelligente, geniale und kopfgesteuerte Sinologe und Bücher-Besessene, Peter Kien, der in seiner überdimensionalen privat angesammelten Bibliothek haust, sein eigenbrötlerisches Leben ohne Kontakt zur Außenwelt in sich ruhend lebt, gerät durch die Heirat, deren Konsequenzen er in keinster Weise überblickt, in Konfrontation mit seiner kontroversen Umwelt. Seine Haushälterin Therese Krummholz, mit der er sich zur Heirat einlässt, ist eine einfache, geldbesessene, ungebildete Frau, die sich und alle Menschen ihres überschaulichen Horizonts  über Besitztümer und Geldsummen definiert. Sie erklärt es sich zu ihrem persönlichen Lebensinhalt Kien das materielle Leben schmackhaft zu machen. Kiens fehlende emotionale Intelligenz lässt ihn durch die immer enger werdende Schlinge seiner Ehefrau in den Irrsinn geraten.

Fazit

Das großartige Werk „Die Blendung“ ist ein sehr subtil und sinnreich geschriebener Roman, der ebensolche Ansprüche auch an seinen Leser stellt. Elias Canetti zeigt in diesem Roman sein ganzes kunstvolles Geschick sprachlicher Finessen auf und gibt jedem einzelnen Satz seine ganz besondere Hülle an sprachlicher Perfektion und groteskem Humor.

Dieser Roman gehört definitiv zu den großen literarischen Meisterwerken und Elias Canetti, der studierte Chemiker, der es sich zum Lebensinhalt machte, das Phänomen der „Masse“ aus psychologischer und soziologischer Sicht zu erforschen, zu den absolut zu Unrecht wenig gelesenen Schriftstellern des 20. Jahrhunderts.

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