Die Geheimwissen Box

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Rezension von: AndreasRuedig | Rezensionsdatum:

Die „Geheimwissen-Box“ ist im Verlag C. H. Beck erschienen. Sie vereinigt darin 5 Werke aus der Reihe „Wissen in der Beck`schen Reihe“. Es handelt sich dabei um die Bücher „Die Rosenkreuzer“ von Roland Edighoffer, „Die Freimaurer“ von Helmut Reinalter, „Die Ketzer“ von Christoph Auffahrth, „Hexen“ von Wolfgang Behringen und „Die Inquisition“ von Gerd Schwerhoff.

In der Box ist auch ein sechstes Buch enthalten. Es heißt „Von Aborigines bis Zen Alles, was man wissen muß. Hier werden alle Ausgaben aus der Wissens-Reihe kurz und knapp vorgestellt.

Die ISBN der Geheimwissen-Box lautet 978-3-406-56286-0. Die Geheimwissen-Box ist schon im Jahre 2008 erschienen. Die hier enthaltenen Bücher sind zwar schon vor Veröffentlichung der Geheimwissen-Box herausgekommen, für diese aber noch einmal als Sonderauflage ohne eigene ISBN erschienen.

Roland Edighoffer: Die Rosenkreuzer; Verlag C. H. Beck München 1995; 144 Seiten

Der Geheimbund der Rosenkreuzer erblickt im Jahre 1614 das Licht der Öffentlichkeit. Seitdem beschäftigt er die Phantasie der Menschen. In dem vorliegenden Buch gehört es um die Rolle der Alchemie, die rosenkreuzerische Symbolik, die Bezüge zur Freimaurerei, die geheimen Ordensgrade sowie das hermetische und pansophische Geheimwissen. Was ist Scharlatanerie an den Überlieferungen? Auch darauf soll eine Antwort gefunden werden.

Edighoffer ist emeritierter Professor an der Sorbonne, jener berühmten Universität in Paris, und Buchautor. Der Inhaltsangabe auf dem hinteren Buchdeckel zufolge trennt er in diesem Buch Fakten und Legenden.

Das Rosenkreuzertum ist eine Gedankenwelt, die im Jahre 1614 wohl erstmals in Buchform veröffentlicht wurde. Als Verfasser gilt Johann Valentin Andreae. Auf sehr kulturwissenschaftliche Art und Weise beschäftigt sich Edighoffer mit Entstehungsgeschichte, Inhalt und Wirkungsgeschichte des Rosenkreuzertums. Von einem populärwissenschaftlichen Ansatz ist hier nichts zu spüren. In dem vorliegenden Buch geht es vielmehr um überprüfbare (kultur-)(geistes-)wissenschaftliche Daten und Fakten. Dementsprechend hoch ist auch das Niveau. Dies wird schon an einer Kleinigkeit deutlich. Hier werden viele Fachausdrücke verwendet, die dem Fachmann geläufig sein mögen, dem wissenschaftlichen Laien aber nicht vertraut sind. Das Buch ist also mit einer gewissen Vorsicht zu genießen.

Helmut Reinalter: Die Freimaurer; Verlag C. H. Beck München 2000; 144 Seiten

Das Buch beschreibt die Geschichte der europäischen Freimaurer und zwar von ihren „legendären“ Ursprüngen bis in unsere heutigen Tage. Es geht auch auf ihre Ziele, ihr Innenleben, ihre Organisationsstrukturen, ihre Richtungen sowie ihr Verhältnis zu Staat, Politik, Gesellschaft, Kultur, Kirche und ihren Gegnern ein. Wie sieht das Selbstverständnis der Freimaurer aus? Welche Wirkung üben die Freimaurer auf die Gesellschaft aus? Auch diese Fragen sollen hier beantwortet werden.

Dr. Reinalter war Professor an der Universität Innsbruck. Er lehrte dort Neuere Geschichte und politische Philosophie.

Nanu – noch ein Buch zu den Freimaurern. Davon gibt es doch soviel wie Sand am Meer. So mag der überraschte Leser nun fragen. Da es in dieser Box aber um Geheimwissen geht, passt es hier thematisch aber ganz gut.

So gründlich und detailliert, wie es der Umfang des Buches zulässt, beschreibt Reinalter das Freimaurertum. Zum Glück ist er Wissenschaftler genug, um die Ausführungen sachlich und neutral zu halten. Der verschwörungstheoretische Ansatz vieler populärwissenschaftlicher Werke ist ihm also fern. Wer sich für die Freimaurer interessiert, dem stehen selbstverständlich viele Quellen als Informationsgrundlage zur Verfügung. Das Buch kann daher als Zusammenfassung des Wissens über die Freimaurer angesehen werden. Wer Freimaurer vor Ort kennenlernen möchte, muß sich natürlich eigenständig auf die Suche machen.

Wolfgang Behringer: Hexen Glaube Verfolgung Vermarktung; Verlag C. H. Beck München 1998; 119 Seiten

Der Glaube an Hexen ist der Inhaltsangabe zufolge auch in unseren Tagen noch aktuell. Und das weltweit. Es soll immer noch Menschen geben, die glauben, daß Personen mit Hilfe magischer Kräfte Nutzen oder Schaden stiften oder mit Geistern und Dämonen in Kontakt treten können.

Den Verlagsangaben zufolge ist Behringer „einer der führenden Experten zur Geschichte der Hexenverfolgung“. Ansonsten lehrt er als ordentlichen Professor Geschichte am Lehrstuhl für Frühe Neuzeit an der Universität des Saarlandes.

Das Buch ist inhaltlich zweigeteilt. Es bietet einerseits eine geistig-inhaltliche Auseinandersetzung mit der Hexerei, liefert hier also umfangreiches Hintergrundwissen. Der zweite Teil beschreibt die Hexenverfolgungen in der Geschichte und den Kampf dagegen.

Das Thema Hexenverfolgung ist gerade in der populärwissenschaftlichen Berichterstattung sehr beliebt. Dort wird sie schaurig-schön aufbereitet. Behringer geht das Thema eher unter kultur- und allgemeingeschichtlichen Gesichtspunkten an und stellt die historischen Fakten eher sachlich, neutral und datenorientiert vor. Die psychologische Seite, die der Frage nachgeht, warum es den Hexenglauben zu so unterschiedlichen Zeiten und verschiedenen Orten gibt, wird hier leider vernachlässigt. Wer sich für das Thema interessiert, erhält hier eine leicht verständliche geschriebene Zusammenfassung dessen, was eigentlich schon aus anderen Quellen bekannt ist.

Christoph Auffarth: Die Ketzer Katharer, Wadenser und andere religiöse Bewegungen; C. H. Beck Verlag München 2003; 128 Seiten

Die Katharer, Waldenser und Templer seien hier stellvertretend für all die Gruppen genannt, die im Mittelalter als Ketzer galten. Sie wurden von einer machtbewußten Kirche verfolgt und vernichtet. Die Franziskaner konnten diesem Schicksal aber entgehen.

Auffarth ist Professor für Religionswissenschaft an der Universität Bremen. Zumindest mit den Katharern und Templern greift er hier Themen auf, die hin und wieder in populärwissenschaftlichen Veröffentlichungen auftauchen.

Auffarth liefert einen gut lesbaren, spannend geschriebenen und gut recherchierten Bericht über allgemeine und kirchengeschichtliche Themen. Auffarth wirft einen Blick auf unbekannte deutsche Geschichte. Unter sachlichen Gesichtspunkten wird das Buch sicherlich in Ordnung sein. An einigen Stellen ist der Text aber ungewohnt umgangssprachlich. Hier wird die Geschichte dann noch einmal lebendig beschrieben.

Gerd Schwerhoff: Die Inquisition Ketzerverfolgung in Mittelalter und Neuzeit; Verlag C. H. Beck München 2004; 128 Seiten

Das vorliegende Buch beschreibt die Geschichte der Inquisition von der mittelalterlichen Hexenverfolgung über die Spanische Inquisition bis zum „Heiligen Offizium“ am Beginn der Neuzeit bis zum 18. Jahrhundert. Der Leser erfährt, wie ein Inquisitionsprozess ablief. Dabei wurden nicht nur Folter und Scheiterhaufen, sondern auch subtilere Methoden benutzt.

Schwerhoff ist Professor für Geschichte der Frühen Neuzeit an der Technischen Universität Dresden.

Auf einem sachlichen Niveau bietet das Buch einen guten Überblick über die Inquisition in Europa und ihre geistigen Hintergründe. Das Buch ist leicht verständlich geschrieben und bietet so einen guten Überblick über die westeuropäische Kirchengeschichte.

Das Fazit

Der Verlag greift hier sicherlich Themen auf, die insbesondere in populärwissenschaftlichen Medien häufig anzutreffen sind. In der Geheimwissen-Box steht aber der wissenschaftliche Ansatz im Vordergrund. Wer gründlich recherchierte und in der Regel auch leicht verständlich geschriebene Informationen zu den jeweiligen Themen sucht, sollte schon zu diesem Werk greifen.

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