Die Giftköchin

Autorenwertung
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Die Giftköchin

Arto Paasilinna. Ehrenwirth 1998, Gebundene Ausgabe, 209 Seiten, € 29,99

Rezension von: Ratte | Rezensionsdatum:

: Die Giftköchin

Inhalt

Linnea Ravaska, Offizierswitwe, lebt weitab in einem Häuschen auf dem Lande. Es scheint idyllisch zu sein, auch wenn Linnea, die noch sehr rüstig ist, ihr Wasser selbst heraufpumpen muss und ihre Einkäufe weit tragen. Aber die Idylle trügt. Zwar ist Linnea nicht arm, aber gerade das ist verantwortlich für ihr Martyrium. Für ihren Neffen, den Sohn ihrer verrückten Schwester, fühlt sie sich verantwortlich. Für ihn verkauft sie ihre schöne Stadtwohnung, um ihn mit dem Geld vor dem Gefängnis zu bewahren. Keine gute Idee. 

Der kleinkriminelle und arbeitsscheue Kauko und seine zwei Kumpanen wollen nicht nur die Rente der alten Dame abkassieren, Kauko kommt jeden Zahltag, sie wollen auch möglichst alles, was sie noch so hat. Aber zuerst einmal wollen sie Spaß. Also besuchen sie die alte Dame in ihrem Häuschen, natürlich in einem gestohlenen Auto.

Zerstörerisches Partyleben
Mit zu viel Alkohol, Spaß in der Sauna, dem Freiluftgrillen eines gestohlenen Ferkels und überhaupt viel „Party“ zerstören die drei nahezu das gesamte Haus. Möbel enden als Grillholz, zu viel getrunkenes Bier landet in beiderlei vom Körper verarbeiteter Form in der Sauna und im Garten, die Polizei ist überhaupt keine Hilfe und die Tatsache, dass die verzweifelte Linnea die gerufen hat, verärgert die drei Taugenichtse so sehr, dass sie Linnea dazu zwingen, ein von ihnen ausgedachtes Testament zu unterschreiben. Linnea, die zu einem alten Freund und ehemaligen Liebhaber nach Helsinki geflüchtet ist, ist nur zu klar, dass die drei, einschlägig vorbelastet, jetzt ihren Tod planen. Aber was kann eine alte Frau, als Dame erzogen, Offizierswitwe und ein alter Arzt, der nur noch für ebenso alte Patienten noch seine Praxis öffnet, da tun?

Wenn die drei sie fänden, dann setzt es sicher wieder Schläge und Schlimmeres. Linnea will vorbereitet sein. Aus verschiedenen Substanzen des Arztschrankes und mit Hilfe einschlägiger Literatur braut sich Linnea ein Gift zusammen, dass sie immer bei sich trägt, um sich umbringen zu können, wenn es sein müsste. Dummerweise setzt sich einer der drei Verfolger auf die Spritze und stirbt, passenderweise auf dem Friedhof. Für diePolizei ein Junkie, der sich den goldenen Schuss gesetzt hat. Und, wie soll hier nicht verraten werden, auch die anderen beiden Taugenichtse sterben durch Linneas beherztes Handeln und ihre guten Ideen. Der alten Dame ist so noch ein spätes Glück mit dem Arzt Jaakko beschieden und auch nach ihrem Tod, in der Hölle (in der schließlich alle Finnen landen) kommen die drei mit ihrer Rache nicht zum Zuge. Denn eine Dame bleibt eine Dame, auch in der Hölle.

Fazit
Der Meister des skurrilen Humors hat wieder zugeschlagen. Witzig, intelligent, grotesk zuweilen und herrlich spitz überzeichnet, mit einem Augenzwinkern. Auf jeder Seite ein Schmunzler, warum z.B. wird jeder Mörder gleich bestraft, so Kaukos Logik. Müsste doch die Strafe für den Mörder eines alten Menschen geringer ausfallen, denn der hat ja schließlich nur noch wenige Jahre gehabt, um die man ihn bringt. Außerdem entlastet das die Rentenkasse. Nur der Mörder von Kindern, ja der müsste härter bestraft werden.

Jeder, dem es mal nicht so gut geht, sollte Paasilinna lesen. Das hilft!

 

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