Die Grenze

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  • Umsetzung
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  • Darstellerleistung
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  • Authentizität
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  • Anspruch
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  • Gesamt
    2.5 Sterne2.5 Sterne2.5 Sterne2.5 Sterne2.5 Sterne
Rezension von: istillreadbooks | Rezensionsdatum:

Die Grenze

Inhalt
„Die Grenze“ spielt in einem Deutschland der nahen Zukunft: Mehrere Terroranschläge haben zu einer enormen Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage geführt und die Menschen verlieren zunehmend den Glauben an die Handlungsfähigkeit des Staates. Mecklenburg-Vorpommern ist von der Krise besonders schwer betroffen, im Bundesland an der Ostsee herrschen bürgerkriegsähnliche Zustände. Die Bürger in Mecklenburg-Vorpommerns Hauptstadt Rostock wenden sich verstärkt radikalen politischen Parteien zu, die Umfragewerte der „etablierten Parteien“ sinken von Tag zu Tag, die bisherige politische Landschaft zeigt deutliche Auflösungserscheinungen.

In der schlimmsten Krise seit dem Ende des 2. Weltkriegs spielt sich insbesondere der Vorsitzende der rechtsextremen Partei „DNS“, Maximilian Schnell, als Retter der Bürger in Mecklenburg-Vorpommern auf. Er verspricht wirtschaftlichen Aufschwung und finanzielle Soforthilfen für die verzweifelten und notleidenden Menschen. Die Bundesregierung will mit aller Macht verhindern, dass Maximilian Schnell die Wahl gewinnt. Doch da die etablierten Parteien die Bürger nicht mehr erreichen können, sieht die Bundesregierung nur eine Möglichkeit, um eine rechtsextreme Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern zu verhindern: Sie baut im Verborgenen einen linken Gegenkandidaten auf und finanziert den Wahlkampf der „Neuen Linken“. Doch sowohl Maximilian Schnell als auch Franz Geri, der von der Bundesregierung unterstützte linke Gegenkandidat Schnells, planen im Falle Ihres Wahlsiegs eine Abspaltung Mecklenburg-Vorpommerns…

Ein Film über ein wichtiges Thema – leider überzeugt dabei nur die Leistung der Schauspieler
„Die Grenze“ ist ein Film, der eine wichtige und durchaus aktuelle Frage behandelt: „Was geschieht, wenn sich immer mehr Bürger extremen Parteien zuwenden?“. Dabei zeigt der Film, wie verwundbar die deutsche Demokratie ist, und wie schnell einzelne Ereignisse einen gesamten Staat an den Rand des Abgrunds führen können. Der Ansatz von „Die Grenze“ ist somit wirklich interessant, doch leider ist die Umsetzung des interessanten Stoffs nur sehr bedingt gelungen.

Zum einen ist da die Darstellung der rechtsextremen Partei „DNS“: Die Charaktere, die den Parteikader bilden, bleiben über weite Strecken doch sehr blass, und die Darstellung von Maximilian Schnell, einem Mann, der stets im blütenweißen Anzug auftritt und die Geschicke seiner Partei über eine hypermoderne „Schaltzentrale“ lenkt und überwacht, wirkt mitunter doch sehr realitätsfremd und zeitweise sogar lächerlich.

Desweiteren spart der Film leider nicht an Klischees: Die DDR wird nicht selten als „Paradies der Vergangenheit“ dargestellt, und die kritiklose „Ostalgie“ einzelner Charaktere mag zumindest auf westdeutsche Zuschauer sehr befremdlich wirken. Erst am Ende des Films zeigt sich, dass der „Demokratische Sozialismus“ eben immer eine Wunschvorstellung bleibt, und dass Extremismus, gleichwelcher Prägung, niemals die Antwort auf gesellschaftliche oder wirtschaftliche Probleme bieten kann.

Allerdings ist der Film auch nicht ein auf ganzer Linie enttäuschender „Trash-Film“, denn die souveräne Leistung der einzelnen Schauspieler sorgt dann doch noch dafür, dass der Film 3 Stunden lang relativ solide Unterhaltung bietet – allerdings ist der Film weit weniger tiefgründig, als es das Thema des Films zugelassen hätte. Positiv hervorzuheben ist jedoch, dass besonders in seiner Rolle als Rolf Haas überaus glaubwürdig agiert, und noch das Beste aus dem insgesamt eher schwachen Drehbuch herausholt. Die anderen Hauptdarsteller waren hingegen schon einmal in wesentlich überzeugenderen Rollen zu sehen. Erwähnenswert ist allerdings , der lediglich in einer kleineren Nebenrolle zu sehen ist, dabei jedoch eindrucksvoll unter Beweis stellt, dass er nicht nur als „Commissario Brunetti“ in den Donna Leon-Verfilmungen der ARD glänzen kann.

Fazit
„Die Grenze“ ist ein klassischer, durchschnittlicher Fernsehfilm – nicht wirklich schlecht, aber eben auch nicht überragend, ein Film, der die meiste Zeit etwas „dahinplätschert“. Die Idee des Films hätte durchaus zu einem grandiosen und anspruchsvollen, gesellschaftskritischen Film verarbeitet werden können, doch die Produzenten des Films wollten den einzelnen Fernsehzuschauer offenbar nicht zu stark fordern. So bietet „Die Grenze“ fast 3 Stunden lang Unterhaltung auf mittlerem Niveau, allzu viel eigenes Nachdenken oder gar eine Reflexion des Gesehenen wird dem Zuschauer dabei aber nicht abverlangt – schade.

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