Die Katze

Autorenwertung
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  • Story
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  • Cover
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  • Lesbarkeit
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  • Gesamt
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Rezension von: Marcel Riepegerste | Rezensionsdatum:

Die Katze von

Inhalt

Charley Webb ist Journalistin und lebt mit ihren beiden Kindern Franny und James in Florida. Jede Woche erscheint ihre Kolumne in der regionalen Palm Beach Post und da es sich dabei meist um sexistische und obszöne Themen wie Intimwaxing handelt, ist Charley es mittlerweile gewohnt, E-mails von kritischen Lesern und manchmal sogar Drohbriefe zu bekommen. Doch als sie eines Morgens diese Nachricht ließt, ist es Charley unmöglich, sie einfach zu ignorieren: Ein Unbekannter beleidigt sie aufs Übelste und  kündigt ihr den Tod ihrer Kinder an. 

Eine kaputte Familie

Die Polizei kann ihr nicht entscheidend helfen und schnell verwirft Charley die Gedanken an den Drohbrief, hat sie doch ihre ganzen familiären Sorgen und Probleme im Kopf. Da ist ihre Mutter, die sie als kleines Kind verlassen hat, um in einer lesbischen Beziehung ein neues Leben in Australien zu beginnen und die nun plötzlich wieder in ihr Leben zurückgekehrt ist. Da sind ihre Schwestern und ihr mürrischer Vater, die sie dafür verachten, dass sie ihrer Mutter eine zweite Chance gibt und deswegen den Kontakt zu ihr weitgehend meiden. Zuletzt gibt es noch ihren Bruder Bram, der nur durch Alkohol-und Drogenexesse auf sich aufmerksam macht und dem Charley ein ums andere Mal aus der Patsche helfen muss. Die Nachbarn können  Charley nicht leiden, die Arbeitskollegen meiden sie. Definitiv Verdächtige genug für eine spannende Tätersuche. 

Post aus der Todeszelle

Wenige Tage nach dem Drohbrief wird Charley dann ein Brief von Jill Rohmer zugestellt, eine für drei bestialische Kindermorde verurteilte Mörderin. Sie bietet Charley ihre Geschichte exklusiv für ein einmaliges Buchprojekt an, um ihre Version der Geschehnisse auszupacken und offenbart früh, dass dieser Fall dunkle Geheimnisse birgt.  Die Aussicht auf Berühmtheit durch ein solches Buch macht die Sache für die Journalistin sehr verlockend. Doch Charley muss schon sehr bald merken, dass sie in ein perfides Spiel um Leben und Tod geraten ist.

Fazit

Da Joy Fielding seit Jahren zu den unumstrittenen Spitzenautoren Amerikas gehört, sind die Erwartungen mit dem der Leser an ihre Bücher geht, natürlich dementsprechend hoch. Diese Erwartungen hat sie mit diesem Werk leider nur zum Teil erfüllt. Dass die Story interessant und recht einfallsreich ist, steht wohl außer Frage und durch ihren Schreibstil kann Joy Fielding in diesem Buch groß punkten, sodass es sich recht schnell ließt. Auch die Kapitel haben eine gute Länge. Spannung ist von Beginn an vorhanden und hält sich über große Teile des Buchs aufrecht, erreicht aber leider nur einen viel zu kurzen Höhepunkt am Ende. Getreu nach dem Motto „Das Beste kommt zum Schluss“, nimmt der Roman zum Ende hin noch einmal an Fahrt auf und die Puzzelstücke des Rätsels setzen sich mit ein paar klasse Wendungen nacheinander zu einem gut gelungenen Ende zusammen. Dabei bleibt „Die Katze“ aber bis zum Schluss mehr eine Mischung aus tragischer Familiengeschichte und Kriminalroman als ein Thriller.

Weder Schokoriegel noch Praline

Die Charactere sind interessant und weitgehend glaubhaft, auch wenn es einigen der Nebencharacter ein bisschen an Feinschliff fehlt und sie eher blass bleiben. Ein gutes Beispiel dafür ist ihr Vater, über den Charley zwar alle zwanzig Seiten nachzudenken scheint, der aber nur einmal wirklich zu Wort kommt und das auch nur in einem kurzen Telefongespräch.  Gerade Charleys Bruder Bram wächst einem aber durch sene Besserung,  zunehmende Gutmütigkeit und seinem außergewöhnlichen  Humor ans Herz. Da eine Journalistin der Hauptcharacter des Buchs ist, fällt es Joy Fielding, die englische Literatur studiert hat, natürlich nicht schwer, ihr die notwendige Authentizität zu verleihen.Ein paar Dinge stören aber auch hier beim Lesen. Beispielsweise führt Charley Webb ziemlich oft Selbstgespräche, sodass man sich manchmal fragt, ob die verurteilte Mörderin Jill oder sie hier die Irre ist. Jill Rohmer als der Psychopath des Romans wünscht man sich dagegen manchmal noch etwas verrückter, es fehlt der Gruselfaktor. All das ist bei Joy Fielding natürlich jammern auf einem hohen Niveau.

Mit angezogener Handbremse

Abschließend lässt sich sagen, dass jemand, der einen spannenden und wirklich gut geschriebenen Roman lesen möchte hier wirklich voll auf seine Kosten kommt. Wer sich aber von diesem Werk einen tiefwirkenden und grausigen Psychothriller erhofft, der findet im Bücherregal sicher besseres, denn unter diesem Gesichtspunkt fährt dieser Roman definitiv mit angezogener Handbremse!

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Ein Kommentar to “Die Katze”

  1. Sven schreibt:

    Ich danke dem Renzensenten für die Veröffentlichung seiner Rezension. Es ist eine sehr aussagekräftige Rezension, die zeigt, dass Bücher von Bestsellerautoren auch einige Schwachstellen haben. Wer allerdings mit diesen Schwachstellen leben kann, wird mit „Die Katze“ einen Roman bekommen, der trotz allem spannende Unterhaltung verspricht.

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