Die Kinder von Bombay

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Die Kinder von Bombay

Anna Opel (Übersetzer). Angkor 2010, Taschenbuch, 188 Seiten, € 6,08

Rezension von: Ratte | Rezensionsdatum:

: Die Kinder von Bombay

Plot
Der 10jährige Rahul ist ein Straßenkind, mit Kleinkriminalität, Müll sammeln, Betteln und kleinen Diebstählen sichert er sein Überleben. Eines Tages findet er am Bahnhof ein ausgesetztes Baby, dem er das Leben rettet. Er fühlt sich für das Mädchen verantwortlich, gibt ihr einen Namen und findet mit ihr zusammen in einem Waisenhaus ein neues Zuhause. Aber Kajol, so nennt Rahul das Mädchen nach seiner Lieblingsschauspielerin, wird adoptiert. Und Rahul verspielt seine Chance im Waisenhaus. Die Freiheit der Straße lockt und Rahul folgt ihrem Ruf. Er arbeitet als guide, als Führer für Touristen, was er nicht weiß oder von anderen gehört hat, dass erfindet er ohne Probleme. Der weitere Weg ist vorgezeichnet, Rahul kommt mit Prostitution in Berührung und wird selbst zum Strichjungen.

Meher Pestonji, die als investigative Journalistin und Menschenrechtsaktivistin sehr genau aus eigener Anschauung weiß, wovon sie schreibt, verfällt nicht in ein einfaches Schwarz-Weiß-Schema. Gut und Böse ist nicht immer klar unterschieden. Rahul findet unter seinen Kunden Freunde, verliebt sich sogar, erfährt Zuneigung und Unterstützung. Aber auch die andere Seite der Medaille wartet auf ihn, er kommt in Kontakt mit Drogen und er wird das Opfer eines Sadisten. Dieses Abend überlebt er nur knapp.

Trotzdem liebt Rahul sein freies Leben und als sich wieder einmal die Chance ergibt, ein zwar armes, aber geregeltes Leben zu führen, ein Händler will ihm seinen Stand überlassen, verspielt er auch die. Das Leben auf der Straße hat ihm seinen Stempel aufgedrückt, er bleibt weiter im Strichermilieu, aber auch unter seinen Freunden und im Zentrum des Abenteuers – am gateway of India in Bombay.

Fazit
Über Straßenkinder ist bereits viel geschrieben worden, oft anklagend und den Leser deprimierend. Meher Pestonji schreibt anders. Die Kinder von Bombay ist völlig ohne Lamoryanz, teilweise humorvoll, lebenssprühend und lebenslustig. Diese Kinder sind Kinder, obwohl sie für ihr Leben und Überleben allein verantwortlich sind, obwohl sie ohne Schutz und Überwachung leben – müssen. Sie sind stark, aber trotz allem noch Kinder, die auf Freundlichkeit sofort hereinfallen, die trotz aller Erfahrung leicht zu übertölpeln sind und die falsche Entscheidungen treffen. Aber ihr Leben ist nicht nur trist – auch wenn es gefährlich ist.

Die Kinder von Bombay heißt im englischen Original Sadak Chhaap, was man am ehesten mit Geschmack der Straße oder dem Stempel, den die Straße aufdrückt übersetzen könnte. Diesen Stempel der Straße trägt Rahul auf sich und kommt von ihm nicht mehr los.

Die Autorin widmet das Buch Schafique, Abdul, Santosh und anderen – den realen Vorbildern von Rahul und seinen Freunden, die Meher Pestonji kennt und unterstützt.

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