Die Königliche

Autorenwertung
  • Spannung
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  • Charaktere
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  • Lesbarkeit
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  • Faszination
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  • Aufmachung
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  • Gesamt
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Die Königliche (Die sieben Königreiche 3)

Katharina Diestelmeier (Übersetzer). Carlsen 2012, Gebundene Ausgabe, 567 Seiten, € 19,90

Rezension von: Ragan Tanger | Rezensionsdatum:

Kristin Cashore: Die Königliche

Inkognito durch die Nacht
Nicht nur vom Namen her erinnert die Protagonisten dieses letzten Werkes einer an Betty Blue, jene Romanheldin von Phillip Djians Bestseller der 1990er Jahre. Bitterblue, die Königliche, wirkt ähnlich zerbrechlich, dazu intuitiv und gefühlvoll. Doch sie lebt doch in einer ganz anderen Welt – in einer Fantasy-Welt. Jene aber kommt so ganz anders, nämlich tiefsinniger daher viele andere vergleichbare Welten. Kristin Cashore serviert einen krönenden Abschluss ihres ersten Drillings, der in den sieben Königreichen des verstorbenen Herrschers Leck spielt.

Bitterblue ist die Tochter dieses furchterregenden Tyrannen, der gestorben war, als sie ein kleines Mädchen war. In den beiden Vorgängerwerken spielte sie nur eine Nebenrolle; Cashore hat ihr Buch so gestrickt hat, dass in jedem Band eine andere Heldin zum Leitstern wird. Nun also Bitterblue, die in einer königlichen Mischung aus Selbstbestimmung und Demut die Wurzeln ihrer Familie, aber auch die Ordnung ihres Königreiches zu ergründen und vor allen Dingen zu korrigieren hat.

Dies macht sie auf für den Betrachter herrliche Art und Weise, indem sie nämlich jede Nacht das Schloss verlässt und sich verkleidet wie ein Chamäleon unters Volk mischt. Dort trifft sie neue Charaktere (wie den gemütlichen Teddy und den schroffen Saf) sowie viele alte, die aus den vorherigen Bänden bekannt sind: unter anderem das Pärchen Bo und Katsa sowie die interessante Fire, Thiel oder Holt. Man merkt schon, dass man einiges an Vorerfahrung mitbringen sollte, um so richtig durchzublicken. Andererseits muss man Cashore aber zugute halten, dass sie Kraft ihrer Schreibe und ihres Plots auch durchaus Neueinsteiger im Abschluss der Trilogie begrüßen darf. Zu gut ist das Werk als solches.

Wenig Action, wenig Erotik, viel Tiefsinn und Psychologie. Kollektive, fast schon archetypische Probleme werden aufgeworfen. Der verräterische Vater, die Intrigen einer Gesellschaft, die Angst und der Schrecken der Despotie. Dies alles will diese junge Frau namens Bitterblue mit ihrem selbstbewussten, aber immer zerbrechlichen und zart samtenen Auftreten ans Licht bringen. Wie so manch einer aus eigener Erfahrung kennt: Leichen im Keller auszugraben kann richtig schmerzhaft werden, vor allen Dingen wenn nicht nur die Bürger im Ort, sondern sogar die Bediensteten im eigenen Haus Geheimnisse mit sich herum tragen.

In 28 Sprachen ist es bereits übersetzt worden, hat Bestsellerlisten angeführt und Millionen Leser(innen) begeistert: Das alles, könnte man behaupten, kann also passieren, wenn man eine Schule besucht – wie Cashore – auf der genau das gelehrt wird, was sie tut: nämlich das Schreiben von Kinder- und Jugendliteratur. Wer da nun argwöhnisch wird, sollte sich der Schreibe (und der übrigens ebenso gelungen Übersetzung annähern): ein literarischer Hochgenuss.

Fazit:

Drei Jahre (aus Sicht der Leser) Spannung, mehrere Jahrzehnte Dramatik (aus Sicht der Protagonisten). Eine tolle Schreibe, eine herrliches Cover (eine königlich, anmutige Frau aus der Rückperspektive mit mystischen Tatoos auf dem Nacken), sehr hilfreiche Illustrationen und Karten im Leseteil, ein krönender Abschluss und jede Menge begeisterter und zugleich wehmutiger Fans. Denn: auch diese Geschichte hat ein Ende. Kein großes, kein krachendes, sondern ein echtes. Wirklich! Empfehlenswert.

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