Die Maharani

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Die Maharani

Margarete Längsfeld (Übersetzer). Suhrkamp Verlag 2006, Taschenbuch, 593 Seiten, € 13,90

Rezension von: Ratte | Rezensionsdatum:

Gita Mehta: Die Maharani

Auf den ersten Blick erinnert dieses Buch an die Flut dickleibiger Taschenbücher, die alle weibliche Professionen im Titel führen, von der Päpstin bis zur Wanderhure. Gita Mehtas Maharani beschreibt ebenfalls das Leben einer fiktiven historischen Person voller Abenteuer, Liebe und Leid – aber damit hören die Gemeinsamkeiten auch schon auf.

Inhalt

Der Titel ist dem deutschen Verlag geschuldet, im Original heißt das Buch kurz „Raj“, wörtlich Herrschaft, worunter man in Indien die Kolonialherrschaft der Briten versteht. Auf knapp 600 Seiten wird das Leben der fiktiven Maharadscha-Tochter Jaya Singh aus einem ebenso fiktiven Rajput-Fürstentum von der Jahrhundertwende bis zur Unabhängigkeit der Republik Indien verfolgt.

Das Leben der Fürstin wird vor dem Hintergrund der indischen Geschichte aufgeblättert, manchmal etwas langatmig, manchmal auch etwas flach erzählt, aber immer eng an der geschichtlichen Wirklichkeit und für den historisch Interessierten allemal interessant.

Die Beschreibung der in vielen geradezu mittelalterlichen Rajput-Fürstentümer gelingt Mehta dank intensiver Recherchen sehr gut, manches erinnert an die Memoiren der Maharani von Jaipur Gayatri Devi, die unter dem Titel „The Princess Remembers“ 1976 erschienen sind. Die fiktive wie die echte Maharani führen ein Leben im als selbstverständlich eingeforderten Luxus und beide wenden sich nach der Unabhängigkeit und nach dem Verlust ihrer Privilegien der Politik zu.

Die fiktive Maharani in Gita Mehtas Roman wächst jedoch in strikter Purdah auf, einer Welt der Verschleierung und kompletten Abschließung der königlichen Frauen vor der Welt, in der Demut und Unterwerfung, aber auch Stolz auf die Herkunft und Kriegerethos eine seltsame Verbindung eingehen. So ist die traditionell erzogene junge Prinzessin denkbar schlecht vorbereitet für eine Ehe mit dem verwestlichten, dekadenten Maharaja von Sirpur, dem sie dann jedoch als Regentin für ihren unmündigen Sohn auf den Thron folgt.

Ihrem Sohn will sie durch alle Wirren der Zeit hindurch die Herrschaft erhalten. Nach der Unabhängigkeit Indiens und der Teilung des Landes in Pakistan und Indien 1947 endet der Roman – mit der Entscheidung der Maharani, in die Politik zu gehen.

Fazit

Ein groß angelegter historischer Roman, gut zu lesen, auch wenn man sich einerseits etwas Kürzung, andererseits vielleicht etwas mehr über die historischen Personen gewünscht hätte.

Die Autorin

Gita Mehta wurde 1943 geboren und wuchs in Delhi auf. Nach ihrem Studium in Cambridge arbeitete sie als Korrespondentin für den amerikanischen Fernsehsender NBC und teilt auch heute noch ihr Leben zwischen New York, London und New Delhi auf. Ihre Familie war im Freiheitskampf Indiens aktiv und einige Familienmitglieder bekleideten politische Ämter im unabhängigen Staat. Gita Mehta ist eine in Indien sehr bekannte Schriftstellerin, ihre Bücher wurden bisher in 21 Sprachen übersetzt. Auf deutsch erschienen Karma Cola, Und immer wieder neue Himmel finden und Narmada oder Geschichten vom menschlichen Herzen. Gita Mehtas Thema ist immer wieder das Spannnungsfeld zwischen indischer und westlicher Kultur, eine Thematik, die auch in Der Maharani eine große Rolle spielt

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