Die Opferstätte

Autorenwertung
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  • Lesbarkeit
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  • Charaktere
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  • Story
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  • Dramatik
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  • Gesamt
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Die Opferstätte

Fred Kinzel (Übersetzer). Limes Verlag 2010, Gebundene Ausgabe, 384 Seiten, € 12,90

Rezension von: Andreas Kurth | Rezensionsdatum:

Die Opferstätte von

Inhalt
Die Archäologin Illaun Bowe ist abgetaucht. An der Küste von Clare im Westen Irlands will sie einfach mal abschalten, ohne Handy oder Internet, möglichst ohne zu viel Kontakt zu Menschen. Doch dann findet sie in der Nähe einer heidnischen Opferstätte an der Steilküste der Halbinsel Loop Head einen menschlichen Unterkiefer. Und der ist leider nicht prähistorisch, sondern hat eine Metallfüllung. Illaun liefert den grausigen Fund bei der Polizei ab, und besucht ihre alte Freundin Kim Tyrell, die sich als Künstlerin in der Nähe niedergelassen hat.

Ferienhäuser auf Klosterruine
Als sie Kim von dem Kieferknochen erzählt, erinnert sich diese an die Studentin Lena, die in einem örtlichen Pub jobbte und vor fünf Jahren scheinbar spurlos verschwand. Lediglich ihr Armreif wurde oben auf den Klippen gefunden, weshalb die Polizei von einem Selbstmord ausgegangen ist. Kim hat allerdings den Verdacht, dass der Tot der jungen Frau mit einem frühchristlichen Kloster zusammenhängt, das einst auf den Klippen gestanden hat. Kim und einige Mitstreiter hatten sich dafür eingesetzt, die Klosterruine unter Denkmalschutz stellen zu lassen, um den Bau eines Feriendorfes zu verhindern. Doch dann wurde die Ruine von Unbekannten in einer Nacht- und Nebelaktion zerstört. Damit war der Weg für die Baufirma frei, die nun ihre Ferienhäuser bauen konnte.

Weitere Tote sorgen für Aufregung
Offenbar wusste Lena etwas über diesen Vorgang und musste deshalb sterben – so die Vermutung von Kim. Forensische Untersuchungen ergeben, dass der Kieferknochen von Lena stammt. Ein weiterer Todesfall an der Küste versetzt die Region in Aufruhr, und Illaun in einen Konflikt mit der ermittelnden Polizei – denn sie hat das Mordopfer und ihren Begleiter gekannt.

Illaun bucht schließlich den Piloten Barry McGann samt Hubschrauber, um zur Insel Bishop’s Island zu fliegen, wo es eine weitere Klosterruine gibt, die sie besichtigen möchte. Zum Abendessen geht sie mit Barry in den Pub von Gus und Michael Carmody, wo Lena einst arbeitete. Später hört die Archäologin im Hotelzimmer ihre Mailbox ab. Kim hat bei Recherchen in alten Unterlagen interessante Informationen über das Bauunternehmen und die Zerstörung der Kultstätte gefunden. Früh am nächsten Tag fährt Illaun zu ihr – und findet die Freundin erschlagen in ihrem Garten.

Showdown auf dem Felseneiland
Nun stellt Illaun selbst Nachforschungen an und entdeckt, dass es vor fünf Jahren, bei einer nächtlichen Party am Strand, einen Streit zwischen Lena und Michael gegeben hatte, bei dem die Studentin so unglücklich ins Wasser stürzte, dass sie ertrank. Als Michael realisierte, was geschehen war, begrub er sie mit Hilfe des Piloten Barry in der „Heiligen Erde“, der ehemaligen Opferstätte. Barry bestätigt Illauns Ermittlungsergebnisse und bietet an, ihr Lenas Grab zu zeigen.

Er fliegt erneut mit ihr nach Bishop’s Island, zu der einsamen Ruine, an der Michael Carmody sie bereits erwartet. Er droht, die Archäologin zu töten, falls sie ihr Wissen über Lenas Schicksal nicht für sich behält. Allerdings erleben Michael und Barry eine große Überraschung, als Illaun ihre Vermutung über den tatsächlichen Ablauf der damaligen Ereignisse äußert – und damit ins Schwarze. Nach den Morden an Lena und Kim steht nun Illaun auf der Liste des Killers an oberster Stelle – es kommt zum dramatischen Showdown auf dem einsamen Felseneiland.

Der Autor
Patrick Dunne wurde in Dublin geboren. Nach dem Literaturstudium wollte er Musiker werden und führte mit seiner Band ein Musical nach keltischen Motiven auf. Mittlerweile ist er seit über 20 Jahren als Regisseur und Produzent beim irischen Rundfunk und Fernsehen tätig. Außerdem gehört er zu den erfolgreichsten Autoren Irlands, und auch in Deutschland war bislang jeder seiner Romane monatelang auf der Bestsellerliste vertreten.

Fazit
Der irische Bestseller-Autor braucht bei seinem neuen Roman reichlich Anlauf, um endlich etwas Schwung in die Story zu bringen. Seine detailreichen Kenntnisse der irischen Geographie, Geschichte und der Menschen selbst helfen über das erste Drittel des Buches hinweg, bis sich endlich subtile Spannung aufbaut. Wie immer lebt Dunne nicht von der großen Action, sondern von vielen Einzelheiten, überraschenden Wendungen und spritzigen Dialogen.

Der Hintergrund, bei dem es um Rauschgiftlieferungen geht ist glaubwürdig, kommt aber zu kurz. Und einige Protagonisten bleiben zu unscharf in ihren Konturen, die Geschichte leidet etwas darunter. Auch deshalb zählt „Die Opferstätte“ nicht zu Dunnes herausragenden Werken. Wer es nicht ganz so blutig oder hochdramatisch mag, findet hier aber ein flüssig geschriebenes Buch mit einer plausiblen Geschichte. Nicht prädestiniert für die Bestsellerliste – aber Spannungsliteratur für dunkle Abende im Frühjahr.

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