Die Saat des Bösen

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Die Saat des Bösen

Hans-Joachim Maass (Übersetzer). Goldmann Verlag 1998, Taschenbuch, 416 Seiten, € 32,00

Rezension von: Kokoro | Rezensionsdatum:

Die Saat des Bösen von

Inhalt
Die 17-jährige Tochter des Ex-Staatsanwalts Tate Collier und seiner Ex-Frau Bett, wird von einem religiösen Fanatiker, Aaron Matthews, entführt. Dieser plant, Megan in seiner ehemaligen Kirche am Karfreitag ans Kreuz zu nageln – er hat die Tat seit Jahren geplant und dementsprechend alles sorgfältig vorbereitet. Wie die meisten Teenager hat auch Megan einige Probleme und deshalb einen Termin beim Psychiater Dr. Peters, wobei für den Leser – und Megan – recht schnell klar wird, dass es sich bei „Dr. Peters“ um eine Scheinidentität handelt, denn sie wird in der Praxis von dem vermeintlichen Arzt zunächst geschickt überzeugt, Briefe an die Eltern zu schreiben, in denen sie sich den aufgestauten Kummer von der Seele schreibt, dann wird sie betäubt und entführt.

Der Leser erfährt Aarons Vorgehensweise parallel zur fortschreitenden Handlung, während Tate und Bett, die sich zur Suche nach ihrer Tochter zusammenraufen, im Dunkeln tappen. Da Megan kein „kleines Mädchen“ mehr ist, glaubt die Polizei, dass sie ausgerissen ist und will die Angelegenheit erst nach einer längeren Frist polizeilich verfolgen. Da Tate aber an ein Verbrechen glaubt, ermitteln er und Bett auf eigene Faust. Sie werden dabei von drei Personen unterstützt: Josh, einem sehr gebildeten schwarzen Künstler, mit dem Megan eine Beziehung hatte, Bobby Carson, ihrem Lehrer, mit dem sie ebenfalls eine kurze Beziehung hatte und Konnie, einem sehr intelligenten Polizisten, den eine lange Freundschaft mit Tate verbindet.

Inzwischen wird Megan in einer alten fauligen Kirche und den angrenzenden Gebäuden festgehalten und versucht freizukommen, obwohl sie keine Kleidung hat, sie unter großer Angst leidet und die Gebäude felsenfest gesichert sind. Parallel spielt Matthews Katz und Maus mit Tate und seinen Helfern: Der Verbrecher Aaron schafft es dank seiner Intelligenz und seiner Gabe, sich schnell in sein Gegenüber zu versetzen und dessen Schwächen zu erkennen, nach und nach alle helfenden Freunde Josh, Carson und Konnie aus dem Verkehr zu ziehen und die Taten wie Unfälle bzw. Selbstmord aussehen zu lassen.

Auch hier erfährt der Leser wieder, dass die Helfer jeweils eine wichtige Spur gefunden hatten, aber nicht mehr in der Lage waren, diese an Tate und seine Ex-Frau zu übermitteln (Anmerkung: Wie sehr wünscht sich der Leser ein Handy für die Helfer, was aber 1995 in den USA noch nicht verbreitet war…). Makabererweise bietet er – wieder als Psychiater „Peters“ – auch den Eltern an, sie bei der Suche zu unterstützen, indem er sich mit ihnen trifft und ihnen scheinbar hilft. Bis zum Karfreitag, dem geplanten Todestag von Megan, bleiben den beiden Eltern, die nun allein weitersuchen müssen, nur noch wenige Stunden…

Hintergrund
Das Buch ist 1995 erschienen, also vor den Lincoln-Rhyme-Romanen, mit denen Jeffery Deaver letztendlich berühmt geworden ist. Seine frühen Romane waren – mit Ausnahme von „Schule des Schweigens“ wenig überzeugend und der Rezensent war gespannt, wie es mit diesem sein würde.

Fazit
Die Handlung in „Die Saat des Bösen“ ist außerordentlich spannend und teilweise kaum auszuhalten – die Versuchung, am Ende nachzuschauen, ob es denn wirklich gut ausgehen würde, da ja die „Guten“ reihenweise ermordet werden, ist groß. Parallel lernt der Leser einiges über Rhetorik, da sowohl Aaron Matthews als auch Tate als begnadete Redner dargestellt werden und dies mit eingestreuten theoretischen Erläuterungen von Deaver unterstrichen wird. Dies hätte zwar manchmal etwas dezenter sein können, ist aber insgesamt nicht störend oder langatmig. Die Story ist gut recherchiert und trotz der brutalen Vorgehensweise des Verbrechers realistisch, man kann sich sehr gut vorstellen, dass alles genau so passieren könnte.

Die Charaktere werden sehr gut dargestellt, sehr glaubwürdig ist auch die Beziehung zwischen den beiden Ex-Eheleuten, auch die Denkweise des Teenagers Megan, und des religiösen Fanatikers kann man sich so vorstellen. Man wird also unglaublich in die Handlung hineingezogen und kann das Buch vor dem Ende nur mit großem Murren aus der Hand legen. Absolut empfehlenswert und für alle Kategorien 5 Punkte unbedingt verdient!

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