Die Schattenkämpferin – Das Erbe der Drachen

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  • Gesamt
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Rezension von: Nina Horvath | Rezensionsdatum:

Das Erbe der Drachen von

– Teil 1

Stellen Sie sich eine brutale, energische Meuchelmöderin vor – und die dann mit süßlicher, sanfter Erzählstimme? – Geht gar nicht!, dachte auch ich zunächst einmal bei dem Hörbuch Das Erbe der Drachen, dem ersten Band der Trilogie Die Schattenkämpferin von Licia Troisi, als ich die liebliche Stimme der Sprecherin Anuk Ens vernahm.

Das Hörbuch wurde zweifelsfrei professionell produziert, die Tonqualität ist hervorragend und die Disks lassen sich selbst auf alten CD-Playern einwandfrei abspielen – doch mit der Wahl der Sprecherin hat sich der Verlag wohl keinen Gefallen getan. Viel besser hätte eine leicht aggressive, vielleicht auch raue Stimme zur Repräsentation der zur Killerin ausgebildeten Hauptperson Dubhe gepasst, auch wenn der Charakter durchaus auch seine schwachen Momente hat, ist die lieb wirkende Art der Erzählerin einfach viel zu viel für den Stoff.

Zudem braucht sie anfangs offenbar eine ganze Weile, um sich so richtig „warmzulesen“ und selbst dann passt sich die Betonung der gerade ablaufenden Handlung, die sehr viele dramatische Szenen in sich birgt, kaum an und schwächt die auftretende Spannung ab, statt sie durch eine gelungene Interpretation noch zu verstärken.

Inhalt:

Die Handlung dieses -Hörbuchs startet mit einer Episode aus Dubhes Kindheit. Als kleines Mädchen war sie ein richtiger Wildfang. So scheut sie auch nie vor einer Rauferei zurück, doch als eines Tages daraus blutiger Ernst wird und dabei ein anderes Kind unglücklich auf einen Stein aufschlägt und daran stirbt, ändert sich Dubhes Leben schlagartig: Sie wird aus der Dorfgemeinschaft verbannt und muss sich fortan als Diebin durchschlagen.

In dieser Zeit trifft sie auf Sarnek, einen Mann, der ihr zwar kurzentschlossen in einer brenzligen Situation das Leben rettet, der aber nur widerwillig zulässt, dass sie ihn begleitet. Es wird dann auch nach und nach klar, warum das so ist: Sarnek ist ein von der Gilde der Assassinen ausgebildeter Meuchelmörder, der mit dieser jedoch nichts mehr zu tun haben will und seitdem auf der Flucht vor ihr ist.

Doch nicht nur auf Sarnek hat es die blutrünstige Sekte abgesehen: Auch Dubhe wird von ihnen verfolgt, da sie als sogenanntes „Kind des Todes“ ein willkommenes neues Mitglied für sie wäre. Laut dem Glauben, den die Gilde vorschreibt, sind diese „Kinder des Todes“ dadurch gekennzeichnet, dass sie bereits in jungen Jahren jemanden umgebracht haben und diese sind somit ihrem Gott Thenaar geweiht.

Nur mit Mühe schafft es Dubhe, Sarnek zu überzeugen, sie als Kämpferin auszubilden. Im Laufe der Zeit hegt das Mädchen immer mehr Bewunderung für ihren Meister und verliebt sich auch in ihn – und gerade weil das teilweise wie die Schwärmerei eines Teenagers geschildert wird, wirken ihre Gefühle auch durchaus echt. Es scheint auch so, als würde sich die junge Frau, die sich durch einen Fehler in der Kindheit ihre gesamte Zukunft verbaut hat, sich innerlich an ihre unerwiderten Gefühle für Sarnek wie an einen Rettungsanker klammern, während sie nach außen hin in dieser düsteren Welt auch hart gibt und alles andere als zögerlich in ihren Taten ist.

Letztendlich schnappt die Falle der Gilde zu, Sarnek stirbt in Folge dessen und Dubhe wird mit einer Art Fluch belegt, der sie bei Kämpfen fortan in eine mordende Bestie verwandelt. Nur ein spezieller Trank der Gilde kann diese Wirkung abschwächen und so tritt Dubhe notgedrungen doch bei.

In der weiteren Folge der Handlung lernt man als Hörer diese ganze düstere Welt der Gilde kennen und als Dubhe dann einen jungen Magier kennenlernt, der sich in die Gilde eingeschlichen hat, um diese auszuspionieren, fiebert man natürlich mit, ob sich nun eine Möglichkeit für sie ergibt, einen Ausweg aus ihrer Sitatuation zu finden …

Aufmachung und Erscheinungsweise des Hörbuchs:

Das Cover zeigt ein ästhetisches und vor allem geschmackvolles Bild – gerade bei phantastischer Literatur kann es durchaus vorkommen, dass die Heldin zu ihrer Rolle in der Handlung unpassend leicht bekleidet dargestellt wird, was hier zum Glück nicht geschehen ist. Schön finde ich auch, dass das aus mehreren CDs bestehende Hörbuch in einer größtenteils aus Karton bestehenden Hülle untergebracht sind, da diese besser aussehen und nicht so leicht beschädigt werden wie reine Kunststoffboxen, die praktisch sofort angeknackst sind.

Tatsächlich freuen konnte ich mich aber nur so lange, bis sich herausgestellte, dass genau diese ungünstige Verpackungsart dann bei Teil 2 und Teil 3 gewählt wurde, hier wäre es sicher besser gewesen, alle Teile der Trilogie einheitlich auszustatten.

Dass allgemein jedoch bei der Vertonung von Licia Troisis Werk wenig Planungsgeschick bewiesen hat, zeigt sich nicht nur darin, sondern auch in dem Umstand, dass die handlungsmäßig davor spielende Trilogie Die Drachenkämpferin, die ebenfalls in dieser Welt spielt und die eine gewisse inhaltiche Verknüpfung zu Die Schattenkämpferin aufweist, nicht vertont wurde. Das geschah erst zu einem späteren Zeitpunkt durch Audible.

Fazit:

Zu der Besetzung der Sprecherin hatte ich mich zu Beginn der Rezension bereits geäußert – allerdings ist der Stoff so spannend, die Welt so plastisch geschildert und der Protagonist mit seiner harten Schale, aber dem zwiespältigen Innenleben so überzeugend, dass selbst damit immer noch sehr hörenswerte CDs übriggeblieben sind.


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Ein Kommentar to “Die Schattenkämpferin – Das Erbe der Drachen”

  1. Bruno schreibt:

    Nun, als Sprecherin hätte mir bspw. Katharina Thalbach auch besser gefallen.
    Die Geschichte konnte mich letztlich dann auch nicht 100% begeistern. Da vermag ich Frau Horvath in ihrer Bewertung nicht ganz zu folgen. Aus meiner Sicht ist die ges. Geschichte zu einfach, langatmig und nur stellenweise im Ansatz spannend. Das mag auch an meinem fortgeschrittenen Alter und meinem Lieblingsautoren, Michael Moorcock, und dessen Helden Elric liegen.
    Die Schattenkämpferin mag vielleicht Heranwachsende, ältere Jugendliche begeistern. „Erwachsene“ wie mich, wohl eher weniger.
    Fazit
    Ich habe schon viel schlechtere Hörbücher erlebt (und auch abgebrochen). Dieses hab ich vollständig gehört. Die 2 Folgen werde ich mir evtl. doch ersparen. Insges. gäbe ich eine 3.
    Zur Sprecherin stimme ich zu, aber immerhin ist der Klang einwandfrei und absolut verständlich vorgetragen. Auch da erlebte ich schon etliche grausige andere „Werke“.

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