Die Siedler von Catan – Entdecker und Piraten

Autorenwertung
  • Kreativität
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  • Aufmachung
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  • Unterhaltung
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  • Spielspaß
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  • Anspruch
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  • Gesamt
    4.5 Sterne4.5 Sterne4.5 Sterne4.5 Sterne4.5 Sterne
Rezension von: Ragan Tanger | Rezensionsdatum:

von Catan – Entdecker und Piraten

Entdecke ein neues, altes Kultspiel!

Ist es noch ein Spiel? Nein, es ist ein Ereignis. Dies könnte man in Anlehnung an den Anblick eines Superhelden am Himmel sagen, bei dem es hieß, ob es ein Vogel oder ein Flugzeug sei – nein, es ist Superman. Und so ähnlich könnte man auch bei Klaus Teubers Jahrhundertwerk Die Siedler kommunikativ vorgehen. Was der gelernte Zahntechniker 1995 der Spielewelt präsentierte, hat selbige revolutioniert. Wie oft hört man jemanden sagen, dieses Spiel erinnert ein wenig an die Siedler (kommt aber selbstredend nie heran) und wie viele Spiele haben nun das Prinzip der Siegpunkte übernommen? Eben – die Siedler sind ein Meilenstein und die bisherigen Ergänzungen und Erweiterungen (Kartenspiel, Seefahrer, Barbaren, Ritter) ergänzten die Basis kongenial.

Nun gibt es eine neue Erweiterung, die man mal so richtig groß und umfassend bezeichnen darf. Entdecker und Piraten deuten schon vom Titel an, dass es sich hierbei – ähnlich den Seefahrern – um Wasserfelder und umgedrehte Rohstoffkarten handelt. Auf den ersten – und allzu groben – Blick könnte man diese Version also für eine aufgemotzte Seefahrer-Version halten. Aber Achtung! Was hier geboten wird, sprengt den Rahmen an Möglichkeiten, Action und Einfallsreichtum; so viel hätte man gar nicht spielen können, um alle Möglichkeiten auszutesten und um sie zeitnah in eine Rezension zu packen.

Was gibt es Neues? Zunächst ganz viel zum Ausstanzen: Goldmünzen, Wasserfelder, Landschaften. Hervorzuheben sind die Fischer-, Piraten- und Gewürzfelder, jeweils Teil von möglichen Szenarien. Genau solche kennt man ja bereits von den andere Erweiterungen, hier aber sind sie, wie in einem Rollenspiel, aufeinander aufgebaut – andererseits aber auch separat spielbar. Klingt kompliziert? Nun, ist es bei diesem Aufwand anfangs natürlich auch. 20 Seiten Anleitung – übrigens in hervorragender Qualität und Verständlichkeit – geben beredtes Zeugnis.

Doch die Anleitung wäre nicht von Teuber, wenn sie ganz behutsam und logisch ins Spiel einführen würde. So gibt es ein sogenanntes Einsteigerszenario, wo man die ebenfalls neuen Figuren der Hafensiedlungen, der Siedler und der Schiffe sowie die Goldmünzen kennen lernen kann.  Auch der Spielfeld-Aufbau, die neuen Regeln (bspw. keine Städte mehr und dafür Hafensiedlungen, keine Nullrunden bei Rohstoffen, denn dafür gibt’s Gold zum Tauschen, keine Ereigniskarten mehr, dafür Entdeckungen und Missionen) und Strategien werden sanft eingeführt. Und dann kann man sich nach und nach an die darauf aufbauenden Missionen machen, um zum größten Piratenschreck oder zum klügsten Gewürzhändler zu werden. Das macht den Reiz dieses neuen Spiels aus – es bekommt erzählerische Tiefe und noch mehr Lebendigkeit.

Außerdem verlagert sich hier das erste Mal das strategische Spielprinzip in Richtung Handelsroute und Transportgeschick (die Siedler, die Waren, die Einheiten). Die klassische Bedeutung der Rohstoffe nimmt dadurch leicht ab und macht so aus dieser Erweiterung einen echten Überraschungshit. Dennoch braucht man das Grundspiel, und es empfiehlt sich, zumindest die seit über zehn Jahren im Handel befindliche Plastikversion zu nutzen, da es mit den alten – fast schon denkmalgeschützten Holzsteinen – zu Problemen kommen kann.

Und Teuber wäre nicht Teuber, wenn er nebst der komplexen Anleitung nicht auf catan.de noch weitere Tipps und Hinweise geben würde. Für ihn ist – wie für die Spieler – die Reise nach Catan eine ständig sich entwickelnde Entdeckungsfahrt und so können die neuesten Probleme und Überleugnen dort thematisiert werden; auch die Kombinationen mit den Seefahrern und den anderen Erweiterungen werden dort ausführlicher als in der Anleitung behandelt. Zu empfehlen ist definitiv die Kombination mit den Rittern und Städten, die reibungslos und kurzweilig abläuft, was genau so gut für die 2-Spieler-Varinate gilt. Ein unschätzbarer Vorteil trotz dieses Mammut von Spiels.

Fazit:

Es ist kein Vogel, es ist kein Flugzeug, es ist das Super-, das Überfliegerspiel – und es wird es noch sehr lange bleiben. Diese massiv ausgeklügelte, erzählerisch dichte und vom Material her hervorragende Erweiterung schlägt mal wieder alle Rekorde. Und eine Sache kann man gar nicht genug betonen. Natürlich kann man hier stundenlang alle Szenarien miteinander kombinieren, aber es ist genau so gut möglich, in 30, 45 oder 60 Minuten ein oder zwei lockere Szenarien zu spielen. Wenn mal einmal drin ist, läuft es wie von selbst rund und man kommt nicht wieder davon los. Denn: es ist kein Spiel mehr, es ist Legende.

 

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