Die Straße

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Die Straße

Nikolaus Stingl (Übersetzer). Rowohlt Taschenbuch 2016, Taschenbuch, 256 Seiten, € 10,99

Rezension von: Ratte | Rezensionsdatum:

Cormac McCarthy: Die Straße

Inhalt

Der Inhalt dieses ganz außergewöhnlichen Romans ist schnell erzählt. Amerika existiert nicht mehr, eine nicht genannte Katastrophe hat alles verwüstet. Seit Jahren schon lebt kein Tier, keine Pflanze mehr, alles Land ist mit Asche bedeckt, der Himmel ist grau. Wenige überlebende Menschen ziehen umher, immer auf der Suche nach Nahrung.

Der Mann und sein Sohn wollen nach Süden, zum Meer, warum weiß man nicht, jedoch ist „Süden“ vielleicht keine so schlechte Wahl, denn es ist bitter kalt, Schnee fällt, grauer Schnee. In einem Einkaufswagen schieben der Mann und sein Sohn ihre kargen Besitztümer vor sich her, etwas Benzin für das Feuerzeug, Decken, Kleidung, Konservendosen. Ihr vielleicht wertvollster Besitz ist eine Schusswaffe mit zwei Schuss Munition, denn nicht alle Überlebenden suchen wie sie in verlassenen Häusern nach Essen, einige marodierende Gruppen haben eine andere Möglichkeit zum Überleben gefunden: Sie wurden zu Kannibalen, immer auf der Jagd nach Opfern. Der Mann und der Junge müssen vorsichtig sein, immer auf der Hut, sie dürfen nicht auffallen. Das Feuer nachts sollte nicht zu sichtbar sein, aber auch warm genug, sie vor dem Erfrieren zu schützen.

In dieser alptraumhaften Welt, in der es nichts mehr zu geben scheint, gibt es jedoch noch eins: Die Liebe des Vaters zu seinem Sohn. Die kommt ohne viele Worte aus, wer hat schon noch Kraft viel zu reden und wovon auch sollte man sprechen. Alles, wovon der Vater erzählen könnte, Sonne, Tiere, Schule, Ferien, kennt der Sohn nicht mehr, auch an die Mutter erinnert er sich nicht. Immer wieder will der Vater dem Sohn Mut machen, doch dieser durchschaut seinen Vater sehr genau. Nächtelang bleibt der Vater wach, bewacht und wärmt seinen Sohn. Und macht sich Sorgen: Er hustet Blut, wie lange hat er noch zu leben und was wird dann? Der Sohn hofft auf andere Menschen, „die Guten“, die keine Menschen essen.

Tag um Tag wird beschrieben, kleine Freuden – sie finden ein Versteck mit Konservendosen, was sollen wir heute essen? Pfirsiche oder Birnen? – und große Gefahren – einer findet sie, der ein Kind für einen ganz besonderen Leckerbissen hält – sie werden ausgeraubt, verhungern fast – und doch hält etwas, eine Hoffnung, die Menschen am Leben, vorerst.

Fazit

Wenn man Sorgen hat, es einem gerade nicht gut geht, dann sollte man dieses Buch vielleicht besser nicht lesen. Es ist furchtbar – und doch so voller Hoffnung! Denn, so platt das klingt, wenn man es einfach so sagt, Liebe wiegt vieles auf. Und die Liebe dieses Vaters zu seinem Sohn ist bedingungslos und herzzerreißend. Eine düstere Parabel über das Leben, in reduzierter Sprache, einfach erzählt und von größter Wirkung. Eines der besten Bücher, die ich jemals gelesen habe.

Der Autor und das Buch

Cormac McCarthy wurde 2007 für dieses Buch mit dem Publitzer-Preis ausgezeichnet. Cormac McCarthy wurde 1933 in Rhodes Island geboren und wuchs in Knoxville/Tennessee, auf. Für seine Bücher wurde er u. a. mit dem William Faulkner Award, dem American Academy Award, dem National Book Award und dem National Book Crities Circle Award ausgezeichnet. McCathys Buch „Kein Land für alte Männer“ wurde ebenso wie „die Straße“ bereits verfilmt.

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