Die verborgene Stadt

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Die verborgene Stadt - Die Prophezeiung

Matthias Dondl (Übersetzer). Heyne Verlag 2010, Taschenbuch, 576 Seiten, € 0,63

Rezension von: Buchfresserchen | Rezensionsdatum:

Die verborgene Stadt

Inhalt:

Inmitten der russischen Metropole Moskau extistiert eine Welt, von der die Menschen nicht einmal ahnen: die verborgene Stadt. Hier leben Hexen, Magier und allerlei mythische Geschöpfe, die sich nach jahrhundertelanger Verfolgung durch die Menschen zu verstecken gelernt haben. Doch unter der Oberfläche dieser scheinbar sicheren Zuflucht brodelt es. Eine starke Rivalität unter den einzelnen Herrscherhäusern bedroht den Frieden der magischen Welt. Als sich eine uralte Prophezeiung erfüllt und der „Bote“ geboren wird, scheint seinem Herrscherhaus die Vormachtstellung in der verborgenen Stadt sicher. Doch der Bote hat andere Pläne. Er hat nicht vor, sich von seinem Herrscherhaus als Werkzeug missbrauchen zu lassen, sondern strebt selbst die Herrschaft über die magische und die nicht-magische Welt an. In der verborgenen Stadt bricht ein erbitterter Krieg aus, der auch den Menschen nicht lange verborgen bleiben kann.

Ein schwieriger Anfang, aber dann geht es richtig los

Vadim Panovs „Die verborgene Stadt“ ist im ersten Moment so verwirrend, dass es dem Leser sehr schwer gemacht wird, in der Geschichte Fuß zu fassen. Auf den ersten fünfzig Seiten werden schätzungsweise ebenso viele Personen, Ämter und Orte vorgestellt und der Leser wird von einer Flut aus Namen förmlich überrollt. Zudem liefert der Autor anstelle ausführlicher Erklärungen nur eine ganzen Reihe von vagen Andeutungen, die es unmöglich machen, den Hintergrund der Geschichte auf Anhieb zu verstehen. So war ich nach den ersten Kapiteln dermaßen enttäuscht, dass ich drauf und dran war, aufzugeben. Dennoch biss ich die Zähne zusammen und gab dem Buch noch eine zweite Chance, mich zu überzeugen – und das tat es.

Tatsächlich enthält „Die verborgene Stadt“ eine ungewöhnliche Fülle an Schauplätzen, Ereignissen und Charakteren. Nachdem man sich zu Beginn jedoch von der Vielzahl an Namen etwas erschlagen fühlt, stellt man schnell fest, dass die meisten Figuren damit schon vorgestellt sind. Im Folgenden treten die wichtigen Charaktere nun immer wieder auf, wodurch die Namen schnell im Gedächtnis bleiben. So lernt man neben zahlreichen Adligen und Militärs der verborgenen Stadt und dem Boten mit seinen Handlangern auch wichtige Politiker und Polizisten aus dem Moskau der normalen Menschen kennen. Ebenso mischt eine große Anzahl von kleineren Gruppen und Einzelkämpfern im Geschehen mit, unter ihnen der junge Artjom, ein normaler Mensch und zugleich Held der Geschichte. Trotz seiner Stellung als Protagonist wird Artjom nur selten selbst aktiv. Vielmehr wird er zum Spielball der Mächte um ihn herum, die alle unterschiedliche Interessen vertreten. Dabei wirkt seine Figur jedoch niemals lächerlich oder dumm. Im Gegenteil, die Handlung scheint sogar realistischer dadurch, dass Artjom nicht sofort zum Schwert greift und mit einer Handbewegung die Welt rettet. Artjoms tatsächliche Stärken entwickelt er erst im Laufe des Romans, was seine Person sehr viel glaubwürdiger macht.

Generell gelingt es Panov auf herausragende Weise, Bilder vor den Augen des Lesers erscheinen zu lassen, als stünde man selbst mitten im Geschehen. Er beschwört eine Atmosphäre herauf, bei der sich manches Mal die Nackenhärchen aufstellen. Denn in Panovs Roman werden nicht nur politische Auseinandersetzungen der verborgenen Stadt oder reißerische Feuergefechte auf offener Straße beschrieben. Genauso setzt der Autor auf eine unterschwellige Bedrohung, die beispielsweise durch einen Serienkiller entsteht, der mehrere Frauen entführt und brutal ermordet. Ein Zusammenhang zwischen dieser Handlung und dem eigentlichen Geschehen wird zunächst nicht deutlich, wie es im Laufe der Handlung häufiger der Fall ist. Zum Ende hin jedoch vereint Panov alle Handlungsstränge auf überraschende Weise in einem fulminanten Finale.

Fazit:

An einigen Stellen hätte Panov den Roman sicher noch etwas straffen können, doch insgesamt ist die Länge der Vielzahl an Ereignissen durchaus angemessen. „Die verborgene Stadt“ bietet alles, was das Herz des Fantasy-Lesers begehrt: eine spannende Handlung, vielschichte Charaktere, eine nicht ganz gewöhnliche Liebesgeschichte, einige packende Gefechte, ein bisschen weises Blabla von Seiten der alten Magier und eine ordentliche Portion sartirischen Humors. Ich kann es kaum erwarten, den nächsten Band dieser packenden Reihe endlich in den Händen zu halten.

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