Die vier Spiegel des Emirs von Cordoba

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Rezension von: B.Agada | Rezensionsdatum:

, Die vier Spiegel des Emirs von Cordoba
Im Jahr 750 n. Chr. brach die Herrschaft der Omayyaden, jener Händlergesellschaft der arabischen Halbinsel zusammen, die sich nach dem Tod des Propheten Mohammed in der Nachfolge durchsetzte. Ihr Zentrum haben sie in das syrische Damaskus gelegt und ihre Macht reichte weit.

Abbasiden verfolgen Omayyaden
Die Abbasiden, die sich als wahre Nachfolger des Propheten sahen und dessen Kalif Abu al Abbas die Omayyaden verfolgen ließ, wählten Bagdad zur Hauptstadt.
Die verhassten Omayyaden sollten komplett vernichtet werden und so suchte man die letzten Kalifensöhne Yahya, Abd ar-Rahman und Omar im ganzen Reich. Doch es gab noch Freunde, bei denen sich die Omayyaden verstecken konnten. Das Volk sollte verschont bleiben, nur die Herrscherfamilie wurde von den „schwarzen Garden“ der Abbasiden verfolgt. Als diese Taktik für die Abbasiden nicht aufging, wandten sie eine List an, der die Kalifensöhne, bis auf einen, in die Falle gingen. Der Überlebende der Herrscherfamilie hieß Abd ar-Rahman ibn Muawiya. Von ihm und seinen Wegbegleitern handelt dieser Roman mit tatsächlichem Hintergrund.

Der Ausweg heißt Ifriqiya
Ursprünglich auf der Flucht nach Indien, scheiterte Abd ar-Rahman an den Kämpfern der Abbasiden, die überall im Reich nach ihm suchten und an der Entfernung. Die Juden im Land, die als Übersetzer tätig waren, empfahlen ihm den Westen als Ausweg, Ifriqiya, ein den Omayyaden freundlich gestimmtes Land, das das heutige Tunesien, ein Teil Ostalgeriens und Teile Tripolitaniens umfasste.

Amazigh sind Freie, Noble
In Ifriqiya und im ganzen Maghreb leben die Berbervölker. Sie wurden Lebu, Libyer, Nomadi, Garamanten und von den Eroberern respektlos Berber genannt. Sie selbst nennen sich Amazigh – Freie, Noble. Sie sind in verschiedene Stämme und Konföderationen eingeteilt und leben seit Jahrtausenden als Händler, Viehzüchter, Nomaden und Seßhafte im Norden Afrikas und der Sahara, bis heute.
Die Mutter Abd ar-Rahmans, Rah an-Nafsiya, war eine Amazigh vom Stamm der Nafsa in Ifriqiya. Dorthin machte sich Abd ar-Rahman mit seinen Begleitern auf den Weg. Bis er das Volk seiner Mutter erreichte, mußte er viele Abenteuer bestehen.

Abenteuerliche Reise nach Ifriqiya
Fast mittellos kämpfte sich Abd ar-Rahman mit Hilfe einer Karawane nach Tadmur, dem heutigen Palmyra durch. Er sandte Boten aus, um seinen Freund Badr und Salim, den alten Diener der Familie nach Palmyra zu holen, außerdem wollte er den ältesten Sohn eines treuen Konvertiten als Reisebegleiter, Kundschafter und Boten zu sich bitten. Als dieser, Rachid, in Palmyra ankam erkundigte er sich unvorsichtigerweise lautstark nach dem Sohn des Kalifen und so wurden schlagartig die Bewohner von Palmyra und die Händler, die sich gerade am Markttag eingefunden hatten, von der Anwesenheit eines Omayyaden informiert.
Mit Hilfe eines Übersetzer-Juden, Aaron, gelang die Flucht. Da Badr und Salim noch nicht eingetroffen waren, wurde ein neuer Treffpunkt vereinbart und als die kleine Karawane komplett war, führte sie der beschwerliche Weg vom heutigen Syrien, Jordanien, über den Sinai nach Alexandria und von dort nach Kairouan, der heiligen Stadt in Tunesien. Hier, etwa 753, bei den Mitgliedern des Stammes seiner Mutter endet der erste Teil des Romans über Abd ar-Rahman, dem letzten Überlebenden der Omayyaden-Herrscher.

Autor:
Cluse Krings stellte sich beim Anblick der Kirche in Cordoba die Frage, wer wohl der Mann war, der dieses beeindruckende Bauwerk Spaniens zu seiner Zeit, 756 – 788, erweitern ließ und wer die zerstrittenen Bewohner Spaniens und Andalusiens in seinem Emirat einigte. Er begab sich auf Spurensuche nach Abd ar-Rahman I. und erzählt auf rund 600 Seiten die Geschichte der Flucht Abd ar-Rahmans mit seinen Gefährten von der Nähe von Damaskus, der Omayyadenhauptstadt im 8. Jahrhundert bis nach Ifriqiya, dem heutigen Tunesien.

Fazit:
Der Autor Cluse Krings geht durch die Diskussionen, die der Jude Aaron und der Muslim Salim führen, sehr schön auf die Darstellung der Geschichte der Omayyaden und der islamischen Kultur ein und beleuchtet Religionsfragen von mehreren Seiten. Nicht nur Islam und Judentum, auch das Christentum wird durch die Diskussionen beleuchtet. Abd ar-Rahman ist ein geduldiger Zuhörer und lernt durch die Diskussionen sehr viel, bis er sich selbst mit seiner Meinung durchsetzen kann. Dadurch wird das Buch aktueller denn je.
Die Gedanken Abd ar-Rahmans und seine Notizen, die ihn durchs Leben begleiten, werden im Buch durch ein anderes Schriftbild visuell sichtbar gemacht.

Wer nach dem Titel „Die vier Spiegel des Emirs von Cordoba“ mit dem Untertitel „Eine andalusische Saga“ nun aber eine Familiensaga erwartet, die in Andalusien spielt, wird enttäuscht sein und sich bis zum Erscheinen der Fortsetzung, voraussichtlich im Sommer 2011 gedulden müssen.

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